Wilhelm-Hartwig Schenkel und Sohn Jan-Hendrik

Alles für die Kartoffel: Wilhelm-Hartwig und Jan-Hendrik Schenkel aus Soest-Ellingsen

Bildquelle: Johanna Marmulla

Ernte der späten Sorten Kartoffeln in der Soester Börde diesmal kleiner

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Pommes, Chips, Püree, Bratkartoffeln: Kaum eine Pflanze ist so vielseitig wie die Kartoffel. Dabei sieht ihr Anfang ziemlich unspektakulär aus. Eine Knolle, tief unter der Erde, die in diesen Wochen geerntet wird - jetzt gerade etwa in der Soester Börde.

Die Augen von Wilhelm-Hartwig Schenkel und seinem Sohn Jan-Hendrik strahlen, wenn sie auf den Kartoffelacker gehen. Jetzt zeigt sich, ob sich all die Vorbereitung und die Saat ausgezahlt haben. In diesen Tagen hat die Kartoffelernte der späten Sorten auch auf dem Familienbetrieb in Soest-Ellingsen begonnen. Seit über 50 Jahren baut die Familie in der Soester Börde Kartoffeln an.

Trockenheit macht Kartoffeln kleiner

Für eine erste Stichprobe nimmt Landwirt Wilhelm-Hartwig Schenkel die Forke, tritt einmal kräftig darauf und gräbt eine Pflanze aus. Sofort kommen rund 20 kleine und große Kartoffeln zum Vorschein. Die Kartoffeln wandern von einer Hand in die andere. Dabei fällt auf, dass es in diesem Jahr deutlich mehr kleine Knollen gibt als große.

Kartoffeln

Die Kartoffeln sind in diesem Jahr kleiner.

Bildquelle: Johanna Marmulla

Dazu kam immer wieder trockener und heißer Wind, der dem Boden zusätzlich Feuchtigkeit entzogen hat. Die kleinen Knollen wären für die Industrie weniger geeignet, in Soest baut man aber sowieso nur Speisekartoffeln an. Und da zählen für Vater und Sohn in erster Linie: Geschmack und Aussehen.

"Die Größenordnung ist gegenüber dem letzten Jahr entsprechend kleiner, durch die Trockenheit. Wir haben zu wenig Niederschläge gekriegt - und das spürt die Kartoffel sofort." Wilhelm-Hartwig Schenkel

Goldgelb müssen die Knollen sein

Jan-Hendrik Schenkel schneidet die Knolle einmal mittig durch und hält sie zufrieden in der Hand. Die Kartoffel zeigt sich von innen goldgelb und damit genauso, wie sie sein soll. Die Kartoffeln vom Hof Schenkel werden an umliegende Supermärkte im Kreis Soest und bis ins Ruhrgebiet verkauft.

Landmaschine im Einsatz auf dem Acker

Mit Landmaschinen sind die Schenkels auf ihrem Acker im Einsatz.

Bildquelle: Johanna Marmulla

Ist die Schale noch zu empfindlich, können die Kartoffeln bei der Ernte leichter verletzt werden und lassen sich schlechter lagern. Die sogenannte Daumenprobe hilft Jan-Hendrik bei der Einschätzung. Er versucht, die Schale mit dem Daumen abzuschieben, doch da löst sich nichts. Die Kartoffeln in Soest sind also erntebereit.

Ohne Handarbeit geht es nicht

Zuerst wird die Pflanze oberhalb der Erde gehäckselt. Eine große Staubwolke verdeutlicht noch einmal, wie trocken der Boden tatsächlich ist. Danach hebt ein sogenanntes Scharsystem die Kartoffeln mitsamt der umgebenden Erde, Steinen und Pflanzenresten an. Nach und nach werden die einzelnen Kartoffeln sichtbar.

Sortieren auf dem Kartoffelroder

Reiche Ernte: Der Kartoffelroder sortiert die Goldstücke.

Bildquelle: Johanna Marmulla

Mit dem großen Kartoffelroder werden die Kartoffeln jetzt aufgelesen. Über dem Roder rattern die Förderbänder. Erde rieselt zurück auf den Acker, während die Kartoffeln weiterlaufen. Oben auf der Maschine stehen Jan-Hendrik Schenkel und einige Mitarbeiter. Sie müssen ganz genau hinschauen und schnell sein. Ein Stein wird herausgegriffen, dann eine beschädigte Kartoffel und ein Erdklumpen.

"Das ist so schön zu sehen, wenn die Kartoffel endlich ans Licht kommt." Jan-Hendrik Schenkel

Kartoffeln werden sortiert und gebürstet

Nachdem der Kartoffelroder alle aufgelesen hat, geht's in die Sortieranlage. Hier werden die Knollen je nach Größenklasse getrennt. Danach werden sie noch gebürstet und können in Netze oder Tüten gefüllt werden, um in den Verkauf zu gehen.

Lagerkartoffeln können bei 4 bis 6 Grad dunkel und kühl eingelagert und so über Monate aufbewahrt werden. Eine Erntebilanz können die beiden noch nicht ziehen, es bleibt spannend, wie viele Tonnen sie am Ende ernten können.

Am Ende dieses Tages wird wie immer gemeinsam gegessen. Meistens gibt es Bratkartoffeln, doch heute war es ausnahmsweise mal ein Stückchen Pflaumenkuchen.

Viele kleine Knollen auf dem Acker

WDR 23.09.2026 48 Sek. Verfügbar bis 22.09.2028

Unsere Quellen:

  • Interview mit Wilhelm-Hartwig und Jan-Hendrik Schenkel
  • Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Viele kleine Knollen auf dem Acker, 23.09.2026, 10:42 Uhr

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