Fahnen der Warsteiner Brauerei vor dem Gebäude der Warsteiner Brauerei

Bei Warsteiner sinkt die Zahl der Beschäftigten von 725 auf rund 600.

Bildquelle: dpa / David Inderlied

"Schockierende Nachricht" Warsteiner Brauerei baut 125 Stellen ab

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Die Krise auf dem Biermarkt trifft die Belegschaft der Warsteiner Brauerei hart: Die Brauerei streicht bis Ende des Jahres an ihrem Stammsitz 125 Jobs - rund jede sechste Stelle. Die Gewerkschaft ist erschüttert und will kämpfen.

Die Deutschen trinken weniger Bier - und das bekommt auch Warsteiner zu spüren, heißt es in einer Pressemitteilung der Brauerei. Deutschlandweit sei der Bierabsatz in den vergangenen zehn Jahren um 19 Prozent zurückgegangen.

Kosten bei Warsteiner sollen runter

Neben den bereits beschlossenen Sparmaßnahmen - wie der Schließung der Herforder Brauerei und dem geplanten Verkauf der Paderborner Brauerei - sei jetzt auch Personalabbau am Stammsitz in Warstein notwendig. Es gehe darum, Kosten zu senken, teilte heute der neue Geschäftsführer in einer Mitarbeitendenversammlung mit.

"Wir steuern jetzt gegen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dauerhaft wiederherzustellen. Dazu gehört leider auch die Anpassung der Belegschaft an die insgesamt gesunkenen Absatzmengen." Bodo Joachim Wendenburg, Geschäftsführer Warsteiner Brauerei

Zahl der Beschäftigten sinkt von 725 auf rund 600

Das Unternehmen gehe davon aus, rund 50 der betroffenen Arbeitsplätze durch altersbedingte Renteneintritte und das Auslaufen befristeter Arbeitsverhältnisse abbauen zu können, sagte eine Sprecherin dem WDR.

Bierkästen und ein Gabelstapler in der Warsteiner Brauerei

Warsteiner muss seine Kosten senken: 125 Stellen werden abgebaut.

Bildquelle: Bernd Thissen/dpa

Für die anderen rund 80 Arbeitsplätze führe die Geschäftsführung Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Ziel sei es, gemeinsam sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeitenden zu entwickeln. Aktuell arbeiten 725 Beschäftigte für die Warsteiner Brauerei.

Investitionen sollen wie geplant stattfinden

An wichtigen Investitionsentscheidungen halte das Unternehmen fest. So ist die Errichtung einer modernen Entalkoholisierungsanlage geplant sowie der Anschluss an eine Windenergieanlage am Standort Warstein, die im Frühjahr 2027 in Betrieb genommen werden soll.

"Eiskalt erwischt"

Für viele Mitarbeitende kam die Nachricht von den Entlassungen völlig überraschend, sagt Isabell Mura von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). "Das hat auch uns und den Betriebsrat eiskalt erwischt."

"Dass jetzt über einen Arbeitsplatzabbau gesprochen wird, das ist für uns wirklich eine große Schocknachricht gewesen." Isabell Mura, Gewerkschaft NGG

Die Belegschaft habe über viele Jahre verzichtet - mit den Entlassungen sei das Vertrauen in die Geschäftsführung erschüttert.

Kampf um "jeden einzelnen Arbeitsplatz" angekündigt

"Noch vor zwei Monaten, im Zuge der Schließung der Herforder Brauerei, haben wir den Tarifvertrag verhandelt, wo uns zugesichert wurde, dass 50 Stellen aufgebaut werden, um eben diesen Standort zu sichern", sagt die Gewerkschafterin. Die NGG werde mit dem Betriebsrat um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen.

Warsteiner baut 125 Stellen ab

WDR 23.09.2026 1 Min. 3 Sek. Verfügbar bis 22.09.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Warsteiner Brauerei
  • Gewerkschaft NGG

Sendung: WDR.de, Warsteiner baut 125 Stellen ab, 23.09.2026, 16:30 Uhr

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