Die Saatkrähen liegen an den Soester "Krähen-Hotspots" beispielsweise auf den Straßen am Bahnhof, am Riga-Ring und am Kölner Ring. Dort nisten die geschützten Tiere seit Jahren. Sehr zum Ärger vieler Anwohner und Anwohnerinnen, die unter dem vielen Kot und Lärm leiden. Die Veterinäre des Kreises Soest vermuten, dass die anhaltende Trockenheit in den vergangenen Monaten die Ursache für das Saatkrähensterben ist.
Regenwürmer, Larven & Co. fehlen
Birgit Beckers von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz ABU im Kreis Soest hält diese Begründung für möglich:
Der ausbleibende Regen hat dazu geführt, dass sich beispielsweise Regenwürmer tiefer in den Boden zurückziehen. Und von denen leben Saatkrähen. Birgit Beckers, ABU Kreis Soest
Die Saatkrähen kämen nicht mehr an die Würmer heran. Wegen der langen Trockenphase sei auch das Angebot an Käferlarven, Kaulquappen und kleine Amphibien ziemlich knapp.
Das könnte in der Folge bedeuten, so Beckers, dass die Saatkrähen ihren frisch geschlüpften Nachwuchs nicht satt bekommen und die Jungen aus dem Nest werfen.
Kein Sterben anderer Vogelarten
Der trockenheitsbedingte Nahrungsmangel würde aber nicht nur die Saatkrähen betreffen, sondern beispielsweise auch Weißstörche. Auch sie leben von kleinen Tierchen, die Feuchtigkeit brauchen. Allerdings sind Vögel anderer Arten nicht tot gefunden worden, so der Kreis Soest.
Die Behörde hat zwei der gefundenen toten Saatkrähen nach Arnsberg ins Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) geschickt. "Um die vermutete Todesursache verifizieren zu lassen", heißt es vom Kreis Soest. Das Ergebnis der Untersuchung soll in der nächsten Woche vorliegen.
Insgesamt leben in Soest mehr als 3.900 Saatkrähen. Über die Krähen und ihren Schutzstatus wird deutschlandweit gestritten. Von einem trockenheitsbedingtem Saatkrähen-Sterben ist allerdings bislang aus anderen Orten nichts bekannt.
Unsere Quellen:
- Kreis Soest
- im Birgit Beckers, ABU Kreis Soest