Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auf dem Apothekertag in Düsseldorf

Ministerin Warken enttäuscht Apotheker in Düsseldorf

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Enttäuschung auf dem Apothekertag: Ihr Fixanteil pro Packung soll laut Gesundheitsministerin Warken vorerst nicht steigen.

Die Rede von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) war mit Spannung erwartet worden. In Düsseldorf treffen sich diese Woche mehr als 300 Vertreterinnen und Vertreter von Apothekerkammern und Verbänden zu ihrer Hauptversammlung. Von Nina Warken hatten sie sich mehr Geld erhofft, etwa eine Verbesserung bei der Vergütung, wie sie Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart haben.

Demnach soll die Pauschale, die pro abgegebener verschreibungspflichtiger Medikamentenpackung gezahlt wird, um die Fixkosten der Apotheken zu decken, eigentlich von 8,62 Euro auf 9,50 Euro erhöht werden.

Erhöhung "auf Wiedervorlage"

Doch daraus wird vorerst nichts. Grundsätzlich wolle sie die Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umsetzen, aber Politik funktioniere nicht immer so wie das Rezept in der Apotheke, erklärte Warken bei ihrer Rede vor den Apothekern. So werde die Anhebung des sogenannten Fixums pro Packung wegen der Haushaltslage in diesem Jahr nicht mehr umgesetzt, sondern solle im kommenden "auf Wiedervorlage" genommen werden.

Dafür plane sie die Wiedereinführung handelsüblicher Skonti, also mögliche Preisnachlässe von Lieferanten, und eine Verhandlungslösung für Honorare. Außerdem solle die Notdienstpauschale angehoben werden, um Apotheken im ländlichen Raum zu stärken. Apotheken sollen zudem mehr Eigenverantwortung erhalten.

Gemischte Reaktionen auf Pläne

Die Reaktionen fallen demnach gemischt aus. Als "heiter bis wolkig" umschrieb der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda), Thomas Preis, die Pläne. Positiv sei, dass Apotheker mehr Verantwortung übernehmen sollen, das sei eine Richtung, in die sie selbst gerne gehen wollten.

Beim Thema Honorar ist der Apothekerpräsident deutlich kritischer: In den vergangenen Jahren hätten sich die Kosten erhöht, was auch zu Apothekenschließungen geführt habe. Deshalb sei es dringend notwendig, dass schnell etwas passiere - dass die Anhebung des Fixums nicht erhöht werde, sei daher ein Schlag ins Kontor, so Preis.

Der Kritik schließt sich Armin Hoffmann an, Präsident der Bundesapothekerkammer: "Wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen", sagt er. Gleichzeitig seien Warkens Pläne ein Blick in die Zukunft - die Ministerin habe die Wünsche der Apotheker mit aufgenommen.

NRW-Gesundheitsminister will Apotheken vor Ort stärken

Zuvor hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) betont, dass generell über die Vergütung der Apotheken nachgedacht werden müsse. Laumann hatte am Vormittag die parallel stattfindende Messe Expopharm eröffnet. Dabei betonte er die Bedeutung der Apotheken vor Ort - und sprach sich gegen die vom früheren Bundesgesundheitsminister Lauterbach (SPD) geplanten "Apotheken light" aus. Die ortsnahe Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln sei ein zentraler Bereich eines Gesundheitssystems, so Laumann.

"Wir brauchen eine ortsnahe Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln." NRW-Gesundheitsminister Laumann

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im ersten Halbjahr um 238 auf 16.803 gesunken. Laut der Bundesvereinigung der Apothekerverbände (Abda) fiel die Zahl 2024 auf den niedrigsten Stand seit 1978. Zu den Gründen zählen demnach Kostendruck und Probleme bei der Nachfolgesuche.

Lieferengpässe von Medikamenten?

"Früher war Deutschland die Apotheke der Welt. Das ist es nicht mehr, weil wir uns heute auf andere Länder verlassen", erklärt David Matusiewicz, Professor für Medizinmanagement an der FOM-Hochschule Essen. Man könne aber immer noch an einigen Stellschrauben drehen, um Lieferengpässe zu vermeiden. "Man muss sich, glaube ich, in Deutschland im Moment keine Sorgen machen", so Matusiewicz. Es müsse aber ordnungspolitisch mittelfristig eine Lösung gefunden werden.

Apotheken müssen digitaler werden

Besonders Versand-Apotheken setzen die örtlichen Apotheken unter Druck. Anders als die örtlichen Apotheken müssen die Versandunternehmen etwa keine Notfallversorgung anbieten. "Das ist an der Stelle ein Stück weit ungerecht", meint David Matusiewicz. Auf der anderen Seite könnten die Apotheken vor Ort aber auch noch aufrüsten, etwa mit intelligenten Botendiensten oder Bestellungen per Smartphone.

"Ich glaube, die Zukunft ist hybrid - vor Ort und digital." David Matusiewicz

Apotheken: "Zukunft ist hybrid"

WDR 5 Morgenecho - Interview 16.09.2025 05:56 Min. Verfügbar bis 16.09.2026 WDR 5

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Online-Apotheken sehen die Entwicklung vor Ort weniger dramatisch. Der Rückgang der Vor-Ort-Apotheken gefährde nicht die Versorgung, da die Schließungen überproportional Gebiete mit hoher Apothekerdichte betreffe, heißt es in einem Papier des europäischen Verbandes der Online-Apotheken EAEP. Man brauche keine "Panikmache".

Über dieses Thema berichten wir am Dienstag (16.09.2025) im WDR 5 Morgenecho und im WDR 5 Westblick ab 17.04 Uhr.

Unsere Quellen:

  • Nina Warken auf dem Apothekertag in Düsseldorf
  • Karl-Josef Laumann auf der Messe Expopharm
  • Interview mit David Matusiewicz

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