Polizeitaucher im Einsatz

Polizeitaucher im Einsatz

Bildquelle: Polizei Minden-Lübbecke

Bürokratie-Abbau Taucher müssen Wassertemperatur nicht mehr nachweisen

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NRW will das Zulagensystem bei Polizei, Feuerwehr und anderen Bereichen vereinfachen. Auch einige schräge Regeln fallen dabei weg.

Die Urheber der Bundesverordnung aus den 1990-er-Jahren wollten es ganz genau wissen: Sobald Polizeitaucher nach einem Einsatz wieder an die Oberfläche kommen, wartet auf sie seitdem jede Menge Schreibarbeit. Um die vollen tariflichen Zulagen für den Einsatz zu erhalten, müssen sie unter anderem dokumentieren, wie tief der Tauchgang war. Und wie stark die Strömung. Und schließlich noch die Wassertemperatur - je wärmer das Wasser, desto weniger Geld gibt es.

Solche bürokratischen Schikanen sollen bald der Vergangenheit angehören. Schon seit einiger Zeit hat die NRW-Landesregierung versprochen, das Zulagensystem bei Polizei, Feuerwehr, Justizvollzug und Steuerverwaltung stark zu vereinfachen. Zum Jahreswechsel 2027 fällt für viele Betroffene bereits jede Menge Schreibarbeit weg. "Wer für die Polizei ins kalte Wasser steigt, soll nicht auch noch Formulare über die Wassertemperatur ausfüllen müssen", sagte Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU).

Pauschalen statt kleinteilige Abrechnung

Nachts auf Streife

Nachts auf Streife

Bildquelle: wdr

Künftig soll es pro Taucheinsatz eine feste Pauschale geben - egal, wie kalt das Wasser ist. Auch Sprengstoffentschärfer und -ermittler sollen eine Monatspauschale bekommen, statt jeden Einsatz einzeln abrechnen zu müssen. Außerdem wird die neue Regelung nach Angaben des Finanzministeriums auch Folgen für Tausende Streifenpolizisten und Kripo-Beamte haben: "Die komplizierte Schichtzulage bei der Polizei wird abgeschafft und durch eine höhere Pauschale für Dienst zu ungünstigen Zeiten ersetzt", sagte ein Sprecher.

In Summe werden die Zulagen nach Berechnung des Finanzministeriums steigen - um 45 Millionen Euro pro Jahr. Neben der offensichtlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen gebe es aber einen weiteren positiven Effekt, hieß es: Staatsdiener müssten sich um weniger Papierkram kümmern und hätten damit mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben.

Auch Entlastungen für Bürger und Firmen geplant

Beim Abbau von Bürokratie setzt NRW insgesamt auf drei Gesetze mit dem Titel "Entlastung von Bürgern und Wirtschaft". Sie betreffen Unternehmen, Bürger und Kommunen. So sollen ab 2027 landesrechtliche Berichts- und Dokumentationspflichten für Unternehmen zunächst ausgesetzt und ab 2028 aufgehoben werden. Und E-Mails sollen häufiger die gesetzlich vorgeschriebene Schriftform ersetzen.

Mittelfristig ist eine Umkehrung der bisherigen Regeln geplant: Bürokratische Pflichten sollen immer dann ausgesetzt werden, wenn die Landesregierung sie nicht ausdrücklich beibehält. Nicht die Abschaffung soll also künftig erklärt werden müssen, sondern der Fortbestand einer Regel.

NRW vereinfacht Zulagen für Polizei und Feuerwehr

WDR 13.09.2026 28 Sek. Verfügbar bis 12.09.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • eigene Berichterstattung

Sendung: WDR 5, NRW vereinfacht Zulagen für Polizei und Feuerwehr, 13.09.2026, 09:00 Uhr.

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