NRW-Bauern ziehen Erntebilanz
Aktuelle Stunde . 25.08.2025. 08:36 Min.. UT. Verfügbar bis 25.08.2027. WDR. Von Daniela Rüthers-Becker.
Die Landwirte in Nordrhein-Westfalen ziehen ihre Bilanz der Ernte 2025: Die Erträge bei den wichtigsten Getreidearten liegen demnach deutlich über dem Vorjahr. So gibt es beim Winterweizen dank guter Witterungsbedingungen bei der Aussaat ein Plus von 30 Prozent, teilten NRW-Agrarministerin Silke Gorißen (CDU) und der Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, Karl Werring, in Düsseldorf mit.
NRW vom Wetter begünstigt
"Die Erträge bei den wichtigsten Getreidearten – Weizen, Roggen, Gerste und Triticale – sind dieses Jahr erfreulich", sagte Gorißen. "In diesem Erntejahr wurde Nordrhein-Westfalen, zumindest in weiten Teilen, vom Wetter begünstigt."
Trotz überdurchschnittlicher Ernteerträge und zufriedenstellender Qualität sind den Angaben zufolge aber die Erlöse zu niedrig. Zwar sei es für eine Gesamtbilanz noch zu früh, sagte Kammerpräsident Werring. Aus Sicht der Landwirte sei es aber eine insgesamt gute Ernte mit Grund zur Freude, die nur durch die zu niedrigen Preisen überschattet werde.
NRW-Landwirtschatsministerin Silke Gorißen (CDU)
"Aufgrund der in vielen Teilen der Welt guten bis sehr guten Ernteerwartungen sind die Getreidepreise deutlich gesunken. Der hohe Eurokurs und gestiegene Transport- und Umschlagkosten drücken auf die Preise. Das bekommen leider unsere Landwirtinnen und Landwirte zu spüren", sagte Ministerin Gorißen.
Auch bei Obst, Kartoffeln, Raps und anderen Produkten erwarten die Bauern gute bis sehr gute Ernten. Offen ist dagegen laut der Ministerin noch, wie die Bilanz bei Mais und Zuckerrüben ausfallen wird.
Reagieren auf die globale Erwärmung
Die guten Erträge dürften "nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Betriebe sich gerade vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels nicht auf Wetterglück verlassen können", sagte die Ministerin. "Sie brauchen zugleich stabile Rahmenbedingungen und ein geeignetes Spektrum an produktionstechnischen Maßnahmen, um selbst angemessen reagieren zu können."
Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel verbessern
Entscheidend für die weitere Entwicklung und Verstetigung der Ernteergebnisse seien effektiver Pflanzenschutz, bedarfsgerechte Düngung und Nutzung aller Möglichkeiten für Züchtungsfortschritte, betonte Ministerin Gorißen. Leider sei hier die Entwicklung in den letzten Jahren eher in die entgegengesetzte Richtung gegangen beklagte sie. Genehmigungs- und Zulassungsverfahren seien häufig zu bürokratisch, was aktuell zum Beispiel Salat-Anbauer in Nordrhein-Westfalen zu spüren bekämen, die Probleme mit Blattläusen haben. Sie unterstütze deshalb den neuen Bundesminister Alois Rainer darin, "das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel in Deutschland weiter praxisnah zu verbessern", sagte Gorißen.
Forderung nach Bürokratieabbau
Gemeinsam mit der neuen Bundesregierung hofft NRW auch darauf, bürokratische Hemmnisse für landwirtschaftliche Betriebe beseitigen zu können. 194 konkrete Vorschläge der Bundesländer lägen auf dem Tisch, die in Berlin derzeit neu bewertet würden.
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden bislang im Jahr 2025 4,04 Millionen Tonnen Getreide geerntet. Davon war mit 56 Prozent und 2,26 Tonnen mehr als die Hälfte Weizen. Laut den vorläufigen Zahlen sind das über 56 Prozent mehr als im verregneten Jahr 2024, und es ist die höchste Weizenernte seit 2015.
Über dieses Thema berichtet der WDR am 25.08.2025 unter anderem im Hörfunk.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Pressemitteilung Ministerium
- Pressekonferenz, Reporter vor Ort