Wie kann man Menschen dazu bringen, sich weiterzubilden? Wie können Angebote attraktiv gehalten werden, trotz knapper Haushalte? Diese Fragen waren am Montag (28.9.) Thema im Düsseldorfer Landtag. Und zwar sowohl im Rahmen einer Konferenz unter dem Motto "Weiterbildung für alle!" als auch bei einer Expertenanhörung im Wissenschaftsausschuss.
VHS beklagen mangelnde Finanzierung
Konkret ging es auch um die Frage, wie die VHS zum Beispiel steigende Kosten für Personal auffangen können. Zwar habe das Ministerium für Kultur und Wissenschaft angekündigt, im kommenden Haushalt dafür wieder zwei Prozent mehr an Zuweisungen zahlen zu wollen.
Zuletzt habe es dieses Dynamisierungs-Plus aber nur in geringerer Form und im vergangenen Jahr dann gar nicht mehr gegeben. Die VHS haben deshalb auf einen Ausgleich auch für die vergangenen Jahre gehofft.
Auch andere Bildungsträger kämpfen mit den Finanzen. Katrin Smeets vom Bildungswerk der Erzdiözese Köln zum Beispiel war als Zuschauerin zu der Anhörung gekommen und fasste es so zusammen: "Sinkende Zuschüsse, sinkende Landesmittel, gestrichene Förderungen."
Aufsuchende Bildungsarbeit soll mehr Menschen erreichen
Neben den Finanzen drängt in der Weiterbildung eine weitere Frage: Wie kriegt man Leute in die Angebote, die man bisher nicht oder zu wenig dahin kriegt? Dagmar Herbrecht vom Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Nordrhein meinte im Wissenschaftsausschuss, man müsse mehr auf die Menschen zugehen: "Wir brauchen mehr an der Schnittstelle zur Sozialarbeit."
Im Rahmen eines Projektes sei man zum Beispiel auf Spielplätze und Stadtfeste gegangen und habe den Leuten zugehört. Daraus entstanden laut Herbrecht Gespräche mit der Politik zu echten Anliegen vor Ort und am Ende auch Lösungen. Die Menschen hätten so das Gefühl bekommen, auch etwas bewirken zu können.
Thema im Wissenschaftsausschuss war auch die politische Bildung. Wie ticken andere Kulturen? Wie gehe ich mit Hate Speech und Fake News im Netz um? "Familienbildung bildet die Grundlage, wie man sich mit anderen, mit der Gesellschaft auseinandersetzt", sagte dazu Frank Gößmann von der Landesarbeitsgemeinschaft katholische Erwachsenen- und Familienbildung NRW (KEFB).
Konkret seien Formate gefragt, die Demokratie als gelebte Praxis erfahrbar machen, heißt es in der Stellungnahme der KEFB. Man müsse Zielgruppen unabhängig von Sprache, Herkunft und Vorwissen einbeziehen.
Ministerin bittet um Verständnis für knappe Finanzierung
Die Konferenz selbst wurde nach der Ausschusssitzung eröffnet. Dabei bat die Landesministerin für Kultur und Wissenschaft, Ina Brandes (CDU), um Verständnis wegen der Finanzierungsprobleme.
Das Land stecke in der schlimmsten Wirtschaftskrise überhaupt und niemand wolle gerne etwas vom Budget abgeben. Man habe aber versucht, die Kürzungen so zu verteilen, dass kein struktureller Schaden entstehe. Sich weiterzubilden sei insbesondere in Zeiten von KI noch wichtiger geworden.
Unsere Quellen:
- Landesverband der Volkshochschulen NRW
- KEFB
- Evangelisches Erwachsenenbildungswerk Nordrhein
- Früher WDR-Berichterstattung
- NRW-Ministerin Ina Brandes
Sendung: WDR.de ODER WDR 5, SENDUNGS- / BEITRAGSNAME, xx.xx.2026, xx:xx Uhr
