Viertklässler üben den Umgang mit Medien
Bildquelle: WDR/Solveig BaderHaushaltsplan 2027 : Medienministerium streicht bei Medienkompetenz
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"Medienkompetenz bedeutet, Medien selbstbestimmt, kritisch, sicher und verantwortungsvoll nutzen und gestalten zu können", erklärt ein Sprecher der für Medien zuständigen NRW-Staatskanzlei. Für das kommende Jahr plant die Staatskanzlei dennoch Kürzungen in der Medienkompetenzförderung.
Die NRW-Staatskanzlei will in ihrem Bereich die Mittel für Medienkompetenzförderung von 920.000 auf 700.000 Euro kürzen, das enspricht einer Kürzung um etwa ein Viertel.
Hintergrund der Kürzungen ist der Sparkurs des Landes. Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) hat der gesamten Landesverwaltung sogenannte Konsolidierungsbeiträge ins Hausaufgabenheft geschrieben.
Das heißt: Jedes Ressort muss einen Sparbeitrag leisten. Die Staatskanzlei hat die Medienkompetenzförderung als Sparbereich auserkoren.
Medienkompetenz als wichtige Fähigkeit
Thomas Nückel, medienpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, kann das nicht nachvollziehen: "Ausgerechnet das Mini-Budget für Medien zum Steinbruch für die Probleme des Landeshaushaltes zu machen, ist ohne Sinn und Verstand. Medienkompetenz muss gerade in Zeiten der Dominanz von Social Media gefördert werden", betont er.
Viertklässler lernen gesunden Umgang mit Medien
Bildquelle: WDR/Solveig BaderWas es beutet, die Medienkompetenzen zu stärken, erklärt Medientrainer Johannes Wentzel. Junge Leute sollten lernen "wie sind Medien gemacht. Und dass man sich überlegt, warum sind bestimmt Angebote über Apps wie Instagram, TikTok und Snapchat kostenlos? Was wollen die vielleicht auch von mir?". Er plädierte im WDR-Interview dafür, schon früh die Medienkompetenz von Kindern zu stärken. Man solle dabei Probleme klar benennen, aber auch den Spaß nicht verschweigen.
Medienkompetenz wird weiter gefördert
Nathanael Liminski (CDU), Chef der Staatskanzlei betont, dass Medienkompetenz trotz der Kürzungen im eigenen Bereich auch an anderen Stellen gefördert werde. Es sei "verkürzt, wenn man an der Stelle nur auf einen Titel von tausenden Titeln im Haushalt schaut". Im Schulbereich gibt es beispielsweise Medienscouts. Schülerinnen und Schüler werden dafür qualifiziert, ihre Mitschüler bei Fragen rund um digitale Medien zu beraten. Aus Sicht von Liminski geht Nordrhein-Westfalen eher voran, wenn es um Medienkompetenz geht, als dass Nachholbedarf bestehe.
NRWs Bemühungen reichen aus Sicht von Radion Bakum nicht aus. Der medienpolitische Sprecher der SPD vermisst eine ganzheitliche Strategie der Landesregierung. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um die Gefahren, die von Desinformation oder sozialen Medien für junge Leute ausgehen, kritisiert er die Kürzungen: „Gerade in einer Zeit, in der Tech-Bros in den USA und in China versuchen, mit der Gesundheit von vor allem Kindern und Jugendlichen Geld zu verdienen, ist es ein ziemlich schlimmes Zeichen, dass gerade in der Staatskanzlei gespart wird“.
Unsere Quellen:
- NRW-Staatskanzlei
- Gespräch mit Nathanael Liminski (CDU), Chef der Staatskanzlei
- Gespräch mit Thomas Nückel (FDP)
- Gespräch mit Radion Bakum (SPD)
- Eigene Recherche
Sendung: WDR.de "Kürzungen bei Medienkompetenzförderung", 27.08.2026, 15:20 Uhr.
