Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

Bildquelle: Rolf Vennenbernd

Hendrik Wüst zur Lage der CDU "Wir dürfen uns nicht selbst chaotisieren"

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NRW-Ministerpräsident Wüst, (CDU) mahnt beim Ständehaustreff der Rheinischen Post zu Ruhe, trotz Wahlniederlagen seiner Partei.

Vielleicht lag es an dem sehr modernen Ledersessel, dass es für Hendrik Wüst zunächst etwas unbequem zu sein schien auf der Bühne. Vielleicht waren es auch die Antworten, um die er ringen musste. So wie eine komfortable Sitzposition schien er auch die richtigen Sätze zu suchen.

Beim Ständehaustreff der Rheinischen Post in Düsseldorf wirkte der Ministerpräsident abwägend und nachdenklich, als es um die Zukunft seiner Partei nach den Wahlniederlagen vom Wochenende ging. "Der Wahlabend gestern war einfach schlimm für meine Partei", schilderte er seine Gemütslage. "Ich bin ein stolzer Christdemokrat und das ist furchtbar."

Angesprochen auf die Erklärung der acht CDU-Ministerpräsidenten, in der sie Kanzler Merz den Rücken stärken wollten, sagte Wüst vor einigen hundert Gästen, das habe Stabilität gebracht. "Wir halten Personaldebatten nicht für zielführend." Er machte deutlich, dass es den Regierungschefs in dem Schreiben aus der vergangenen Woche vor allem darum gegangen sei, der Idee von einer Minderheitsregierung eine deutliche Abfuhr zu erteilen

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst
"Mehrheiten von Mal zu Mal suchen, das ist Chaos." Hendrik Wüst, NRW-Ministerpräsident (CDU)

Aus Wüsts Sicht kann das für Deutschland kein Modell sein. "Wir wissen auch", entgegnete er auf die Frage von RP-Chefredakteur Moritz Döbler, "dass die Bundesregierung ein Stabilitätsanker in Europa ist." Um anzufügen: "Wir dürfen uns nicht selbst chaotisieren."

Wüst: "Ich möchte Ministerpräsident bleiben"

Die Botschaft des CDU-Politikers, der selbst schon als möglicher Kanzler gehandelt wurde, war unmissverständlich. Die Lage sei ernst, durch weitere Spekulationen über Posten und Personal werde sie nicht besser. Und auf die Kanzlerfrage angesprochen, sagte er: "Ich möchte Ministerpräsident bleiben." - "Für immer?" - "So lange, wie es geht." Das Publikum durfte das als eine klare Absage des NRW-Regierungschefs an mögliche Kanzlerpläne verstehen.

Reformen endlich umsetzen

Zu der Diskussion um die geplanten Reformen der Bundesregierung bei Rente, Pflege und Gesundheit sagte Hendrik Wüst, es sei nicht damit getan, nur über die Reformthemen zu reden.

Politisch richtig wäre es aus seiner Sicht gewesen, hätte Bundesministerin Bärbel Bas (SPD) unmittelbar nach der Ankündigung einer Rentenreform schnell einen konkreten Gesetzentwurf vorgelegt, anstatt ihn mit Rücksicht auf die Landtagswahlen zurückzuhalten. "Wir sind in der Sommerpause zu einem stehenden Ziel geworden", analysierte er die Lage der Berliner Koalition.

Eine Nasenlänge voraus

Gegen Ende des Abend schien es bequemer zu werden. Das lag womöglich auch daran, dass Wüst richtig in Fahrt kam, als es um die anstehende Entscheidung für eine deutschen Olympiabewerbung ging. Für die Kampagne hat sich Wüst in den vergangenen Monaten persönlich stark ins Zeug gelegt.

Am Samstag fällt in Baden-Baden die Entscheidung, ob Berlin, München oder Köln-Rhein-Ruhr als deutscher Bewerber ins Rennen geht. Zu den Aussichten für NRW sagte Wüst: "Vielleicht liegen wir eine Nasenlänge vorn."

Hendrik Wüst im Ständehaus

WDR 22.09.2026 36 Sek. Verfügbar bis 21.09.2028 WDR Online

Unsere Quelle:

  • Eindrücke und Beobachtungen des Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Hendrik Wüst im Ständehaus, 22.09.2026, 3 Uhr

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