Gleich zwei Wahlen standen am heutigen Sonntag an: Die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin und die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Nach jetzigem Stand gehen Linke und AfD als Wahlsieger hervor. Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern kämpft mit der Fünf-Prozent-Hürde. Welche Reaktionen gibt es aus NRW?
Sieg der Linken zeichnet sich in Berlin ab
In Berlin zeichnet sich ein Wahlsieg der Linken ab. Dahinter liegt die CDU mit deutlichen Verlusten. Elif Eralp von den Linken könnte damit das Amt der Regierenden Bürgermeisterin einnehmen.
Die Grünen verzeichnen in Berlin leichte Verluste werden aber vermutlich viert stärkste Kraft werden, noch vor der SPD. Die AfD liegt wohl auf dem dritten Platz, mit deutlichen Zugewinnen. Das BSW kämpft um den Einzug. Die FDP spielt keine Rolle.
AfD liegt knapp vor der SPD in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern ist nach jetzigem Stand die AfD stärkste Partei, knapp vor der SPD. CDU und BSW kämpfen mit der Fünf-Prozent-Hürde. Die Grünen dürften mit leichten Verlusten knapp drin sein. Auch hier spielt die FDP keine Rolle
Linke feiert Wahlsieg in Berlin
Der NRW-Landesverband der Linken lobt das starke Ergebnis in Berlin als "Erfolg eines beeindruckenden Wahlkampfes".
"Elif Eralp und die Berliner Genossinnen und Genossen haben deutlich gemacht, dass eine andere Politik möglich ist. Diese Wahlergebnisse geben uns Rückenwind für Nordrhein-Westfalen." Sascha H. Wagner, Landesvorstand NRW-Linke
Wagner bedankt sich außerdem bei den Parteikollegen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie hätten unter schwierigen Bedingungen einen "engagierten und bodenständigen Wahlkampf" geführt.
Ott will die Enttäuschung der Menschen als Ansporn nehmen
Die SPD verliert in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin.
Auch in NRW muss die SPD Wählerverluste befürchten. SPD-Oppositionsführer Jochen Ott sagte im WDR-Interview, dass er die Enttäuschung der Menschen als Ansporn nehme, genau das zu verhindern.
Während die AfD sich als neue Arbeiterpartei bezeichnet, sei die SPD die Partei all derer, die nicht nur für sich selbst leben, sondern auch für andere - für ihre Eltern, Kinder und Nachbarn. "Wenn Faschisten auf einmal versprechen, ein gutes Morgen zu haben, dann hat das noch nie dazu geführt, dass es den Menschen besser ging, meistens ging es einer großen Gruppe sehr schlecht", sagt Ott.
"Die Spitzenkandidatin in Mecklenburg-Vorpommern hat sehr deutlich gemacht, an welchen Stellen Respekt wichtig ist." Jochen Ott, Fraktionsführer NRW-SPD
Bei der NRW-Landtagswahl im nächsten Frühjahr will Ott ein starkes Ergebnis holen. "Wir haben uns oft weggeduckt im Bereich der Migration und Sicherheit", sagt Ott. "Diejenigen, die sich nicht an Regeln halten, müssen Konsequenzen erfahren."
AfD spricht von einem Denkzettel
Die AfD hat in beiden Ländern deutlich zugelegt. In Mecklenburg-Vorpommern wird sie wohl stärkste Kraft. Die NRW-AfD teilt mit, für die CDU sei das mehr als ein Denkzettel. Merz fordere Reformen, als wäre er nicht seit anderthalb Jahren Kanzler. Die Botschaft der heutigen Wahl ist für die NRW-AfD eindeutig:
"Die Zeit von AfD-Regierungen rückt näher. Wer sie verhindern will, braucht immer mehr Koalitionspartner und hat dabei immer weniger Inhalt. Alle gegen die AfD löst kein Problem in diesem Land." Martin Vincentz, Fraktionsvorsitzender NRW-AfD
Grüne äußern sich zufrieden
Die Grünen in NRW loben den engagierten Wahlkampf ihrer Parteikollegen.
"An den Grünen führt in beiden Bundesländern bei der Bildung demokratischer Mehrheiten realistisch kein Weg vorbei." Yazgülü Zeybek und Tim Achtermeyer, Landesvorsitzende NRW-Grüne
Die Landesvorsitzenden betonen mit Blick auf den Bund, dass Kürzungen allein nicht ausreichten, um Vertrauen zurückzugewinnen. Denn Kürzungen seien noch lange keine Reformen. Das müsse auch die Bundesregierung endlich verstehen.
FDP zeigt sich enttäuscht, aber kämpferisch
Die FDP hat weder in Mecklenburg-Vorpommern, noch in Berlin den Einzug geschafft. Entsprechend fallen die Reaktionen aus.
"Die letzten beiden Wahljahre waren für die FDP eine Katastrophe." Henning Höne, Vorsitzender NRW-FDP
Höne betont, das Frühjahr 2027 entscheide über die Zukunft seiner Partei. Mit dem Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gebe es jetzt noch drei Chancen. "Die FDP wird geschlossen all in gehen", teilt Höne mit.
Von der CDU gab es zunächst noch keine Stellungnahme.
Unsere Quellen:
- Statements von Grüne, FDP, AfD, Linke
- Interview mit Jochen Ott, Fraktionsführer SPD-NRW
- Prognose zu den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
Sendung: WDR.de, SPD Wähler auf der Flucht, 18.09.2026, 18:04 Uhr
