Medizinstudierende fordern bessere Bedingungen für Praktisches Jahr

Stand:

Hunderte aus ganz NRW zogen am Mittwoch in einer Demonstration zum Landtag. Neben mehr Geld forderten sie einheitliche Lern- und Ausbildungskonzepte. Gesundheitsminister Laumann will einen Runden Tisch einrichten.

Sie beklagen, dass sie zu geringe Aufwandsentschädigungen bekommen und die Ausbildung im Praktischen Jahr zu wünschen übrig lässt, weil viele Studierende von den Kliniken für einfache Hilfstätigkeiten eingesetzt würden.

Studierenden-Kritik: "Sind nur Lückenstopfer"

Schlechte Bezahlung und zu wenig Lernzeit

Die Aufwandsentschädigung für Studierende im PJ ist nicht einheitlich geregelt. So erhalten sie nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums vom vergangenen Jahr an der Uniklinik Düsseldorf 573 Euro pro Monat, an der Uniklinik Köln 400 Euro, an der Uniklinik Aachen nur 229 Euro. Die Studierenden fordern den Bafög-Höchstsatz von bis zu 930 Euro.

Die Studierenden beklagen außerdem, dass sie nach dem Ende ihres Praktischen Jahres nur wenig Lernzeit für das dritte und finale Staatsexamen hätten. 30 Fehltage dürfen sie während des PJs haben, allerdings werden Krankheitstage davon bereits abgezogen.

Das führt in der Praxis dazu, dass viele Studierende krank zur Arbeit kommen oder im ganzen Jahr kaum oder gar keinen Urlaub nehmen, um die erlaubten Fehltage am Ende des PJs als zusätzliche Lernzeit zu nutzen.

Laumann bietet runden Tisch an

Gleichzeitig räumte Laumann ein, dass man dem Thema zuletzt zu wenig Priorität eingeräumt habe. Denn bereits im vergangenen Herbst hatten Medizinstudierende in einer Landtags-Anhörung bessere Ausbildungsbedingungen gefordert - bisher ohne nennenswerte Folgen.

Laumann erklärte, viele Forderungen, etwa nach einem einheitlichen Ausbildungskonzept, würden über die Approbationsordnung geregelt, für die jedoch die Bundesebene zuständig sei. Für die Aufwandsentschädigungen seien die Kliniken zuständig. Er bot den Studierenden jedoch an, in den nächsten Wochen einen Runden Tisch mit Studierenden einzurichten, dem Ministerium sowie den Kliniken, um für die Probleme Lösungen zu erarbeiten.

Weitere Beiträge zur Politik in NRW

1 / 2