Binnenschiffe fahren bei Niedrigwasser vor der Kulisse des Kölner Doms über den Rhein.

Bessere Stadtplanung Land startet in Köln "Cooles Nordrhein-Westfalen"

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NRW soll sich besser gegen Belastungen von Hitze und Kälte schützen. Dazu ist das Land eine ungewöhnliche Kooperation eingegangen.

Die Schäden durch Unwetter - also auch Kälte und Hitze - merken neben den Menschen vor allem die Versicherungskonzerne. Laut der Europäischen Umwelt-Agentur beliefen sich zwischen 2020 und 2024 die wirtschaftlichen Schäden in Europa auf um die 45 Milliarden Euro. Noch in den 1980er-Jahren lag diese Summe bei rund zehn Milliarden Euro.

Schäden, die vor allem die Versicherungskonzerne dann meist regulieren müssen. Entsprechend haben sie ein Interesse daran, dass die Klimaveränderung nicht zu noch mehr Zerstörung führt. Das gilt auch für die "Zürich Versicherungen".

Land kooperiert mit Versicherungskonzern

Der Deutschland-Chef des Konzerns, Carsten Schildknecht, betont, dass man sich auch deshalb als einer der ersten dem 1,5-Grad-Klimaziel verschrieben habe. Jetzt kooperiert die Versicherung mit dem Land NRW und der Stadt Köln.

NRW-Bauministerin Scharrenbach am 7. Juli im WDR-Interview

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach

Bildquelle: WDR

Als "Cooles Nordrhein-Westfalen" wird das Programm bezeichnet, das Kommunal- und Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) mit dem Unternehmen vorgestellt hat. Vereinfacht gesagt, kann das Land für eine Modellkommune nun auf die Daten des Konzerns zugreifen und auch die Beratungen der sogenannten Risiko-Ingenieure der Versicherung nutzen.

Diese Methodik habe man "ursprünglich für Großunternehmen mit ihren Industriestandorten und kritischen Infrastrukturen und Logistikketten entwickelt", so Versicherungschef Schildknecht. Das jetzt auch auf Kommunen zu übertragen sei naheliegend.

Den besten Schutz fürs günstigste Geld?

Zunächst soll das erst einmal für die Stadt Köln ausprobiert werden, sie soll Modellkommune werden, das Land zahlt für das Projekt um die 100.000 Euro. Ziel ist es, 25 besondere Standorte in Köln zu finden, in denen hohe Hitze auf "schutzbedürftige Menschen oder wichtige kommunale Funktionen trifft", heißt es in der Projektbeschreibung.

Gemeint sind damit neben Schulen, Altersheimen oder Krankenhäusern zum Beispiel auch öffentliche Plätze. "Wir können dann bewerten: Wo bekommt man für den Euro den meisten Schutz?", erklärt Schildknecht. Als Beispiel wurden windgeschützte Segel über Schulhöfen genannt, die Schatten und Abkühlung bieten.

Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) bezeichnet es als "starkes Signal" dass seine Stadt ausgewählt wurde. Köln steht bei der Klimaanpassung vor großen Herausforderungen sagt er: "Ich habe das Ziel ausgegeben: 6.000 Wohnungen pro Jahr. Das kriegen wir nur über Nachverdichtung hin im Innenstadtbereich, aber auch durch neue Flächen", so Burmester.

Falsche "Experimente" mit der Dämmung

Da sei es wichtig, dass die Neubauten nicht zu Hitze- oder gar Kältefällen werden, oder den Boden falsch versiegeln. Das ist vor allem Bauministerin Scharrenbach wichtig. Sie betont, dass man auch heute noch viele Fehlplanungen finde, die sich vermeiden lassen.

Im geöffneten Fenster steht noch ein Ventilator, um während der Hitzewelle den Raum zu kühlen.

Im geöffneten Fenster steht ein Ventilator, um während der Hitzewelle den Raum zu kühlen.

Bildquelle: picture alliance/Rene Traut Fotografie

Als Beispiel nannte sie die Wärmedämmung. Da habe man "sehr viele Experimente gemacht", mit dem Ergebnis, dass man zahlreiche Gebäude habe, "die so super gedämmt sind, dass die Wärme zwar rein kann, aber im Sommer nicht mehr raus kann", sagt die CDU-Politikerin. 

Auch das bis 2024 bestehende Verbot in der Landesbauordnung, dass Wohn- und Schlafräume nicht gen Norden ausgerichtet sein dürften, führt heute zu großen Problemen. Früher habe man das gemacht, weil diese Räume mit ausreichend Sonnenlicht durchflutet werden sollten. Heute erweist sich das für Menschen oft als Hitzefalle.

Forderungen nach mehr Geld aus Berlin

Weitere solcher falschen Regeln und Fehlplanungen hofft man daher mit der Zusammenarbeit identifizieren und abstellen zu können. Außerdem soll das Programm Teil einer gemeinsamen Initiative mit Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Schleswig-Holstein bundesweit werden.

Die Länder hatten unlängst vorgeschlagen, dass der Bund ein einmaliges 500-Millionen-Euro-Programm auflegen soll. Es soll Maßnahmen unterstützen, die binnen zwölf Monaten in den Kommunen umgesetzt werden können.

Unsere Quellen:

  • Pressekonferenz zu "Cooles NRW"
  • Statements von Ina Scharrenbach, Torsten Burmester und Carsten Schildknecht
  • Landesbauordnung
  • Eigene Recherche

Sendung: WDR 5, Westblick, Cooles NRW soll Kölner Klima retten, 02.09.2026, 17:05 Uhr

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