Niedrigwasser im Rhein : Wasser aus alten Zechen muss vorerst zurückgehalten werden
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Der Steinkohlebergbau ist vorbei. Doch täglich laufen in Gruben und Stollen noch Pumpen, die die Menschen im Ruhrgebiet vor einer Überflutung schützen. Und davor, dass verunreinigtes Wasser ins Trinkwasser gelangt. Die RAG Aktiengesellschaft pumpt das Wasser kontrolliert ab und leitet es großteils in den Rhein. Doch der führt gerade so wenig Wasser, dass er das vor allem salzhaltige Grubenwasser nicht mehr verkraften kann.
Das Problem betrifft nach Aussagen des Konzerns den Wasserhaltungsstandort Walsum - den einzigen von insgesamt sechs Standorten, von dem aus die RAG Grubenwasser in den Rhein leitet. Wegen des niedrigen Wasserstandes im Rhein geschehe das derzeit nur noch gedrosselt, so eine Sprecherin der RAG Aktiengesellschaft.
"Diese temporäre Handhabung erfolgt mit ministerieller und behördlicher Duldung und wird fortlaufend über das integrale Monitoring begleitet", erklärte sie auf Anfrage des WDR. Das Wasser dürfe nämlich nur nach Tests und Monotorings direkt in den Fluss geleitet werden, wenn es dort so verdünnt werde, dass es verträglich für den Rhein sei. Das NRW-Umweltministerium bestätigte diese Informationen. Alle zuständigen Stellen stünden dazu in regelmäßigem Austausch.
Hoher Salzgehalt bedroht Grundwasser
Grubenwasser ist einstiges Regenwasser, das durch den Boden in die alten Grubengebäude und Stollen eingedrungen ist. Auf dem Weg durch den Boden spült es Minerale aus dem Gestein heraus. Ohne Kontrolle über das Grubenwasser könnten die Gebiete an der Oberfläche rund um die Zechen überflutet werden. Und auch das Trinkwasser könnte massiv verunreinigt werden. Denn das Grubenwasser hat einen hohen Salzgehalt. Durch den Bergbau sind außerdem weitere Stoffe in die Grube gelangt, die nicht ins Trinkwasser gehören.
Im Jahr 2025 wurden nach Angaben der RAG 57 Millionen Kubikmeter Grubenwasser im Ruhrgebiet abgepumpt. Sie fließen in Ruhr, Lippe und in den Rhein. Vom aktuellen Niedrigwasserstand im Rhein ist nach Angaben der RAG derzeit lediglich der Wasserhaltungsstandort Walsum betroffen. Die Einleitung in die Ruhr sei davon nicht betroffen, da Wasserstand und Wasserqualität des Flusses über die Talsperren stabil gehalten werden. Auch in Ibbenbüren, wo die RAG Grubenwasser in die Aa einleitet, gebe es derzeit keine Beeinträchtigungen.
Walsum: Grundwasser nicht gefährdet
Grubenwasser der ehemaligen Zeche Robert Müser
Bildquelle: WDR/Kai-Hendrik HaßDer Konzern beruhigt jedoch: Auch in Walsum und Umgebung sei das Grundwasser nicht gefährdet. Zwischen der Anstiegshöhe des Grubenwassers und dem Grundwasserspiegel liegen noch mehrere hundert Meter. Wann in Walsum wieder unvermindert Grubenwasser in den Rhein gepumpt werden darf, hängt davon ab, wie sich der Rheinpegel entwickelt.
Unsere Quellen:
- Pressestelle der RAG Aktiengesellschaft
- Umweltministerium
- Eigene Recherchen
Sendung: WDR.de, Nur noch gedrosseltes Grubenwasser in den Rhein, 11.08.2026, 14:55 Uhr
