Rauchverbot in Autos

Aktuelle Stunde 26.09.2025 25:57 Min. UT Verfügbar bis 26.09.2027 WDR Von Birgit Grigo

NRW-Vorstoß: Bundesrat für ein Rauchverbot im Auto zum Kinderschutz

Stand:

Der Bundesrat hat sich am Freitag für ein deutschlandweites eingeschränktes Rauchverbot im Auto ausgesprochen. Ziel ist es, Kinder und Schwangere besser vor Passivrauchen zu schützen. Frühere Versuche waren gescheitert - zuletzt vor zwei Jahren am Widerstand der FDP.

Der Bundesrat unterstützt den Vorschlag von NRW und Niedersachsen für ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder oder Schwangere mitfahren. Bei Verstößen soll es Bußgelder von 500 bis 3000 Euro geben. Dafür muss das Bundesnichtrauchergesetz geändert werden. Der Bundestag muss deshalb darüber abstimmen.

Bundesgesundheitsministerin will Rauchverbot prüfen

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Initiative der Länder prüfen. "Der Gesundheitsschutz insbesondere von Kindern sollte für uns alle höchste Priorität haben und die Rücksichtnahme auf Mitmenschen eine Selbstverständlichkeit sein", wurde sie in den Medien der Funke-Gruppe am Sonntag, 21. September zitiert.

Karl-Josef Laumann (CDU), NRW's Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales

Karl-Josef Laumann (CDU), NRW-Gesundheitsminister

"Ungeborene Kinder und Minderjährige können sich hier nicht den Gefahren entziehen, die mit dem Passivrauchen einhergehen", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), als die Landesregierung 2019 schon einmal den Versuch unternahm, ein solches Rauchverbot im Bundesrat durchzusetzen. Und weiter:

"Der Staat hat daher eine besondere Schutzpflicht gegenüber denjenigen, die sich nicht selbst schützen können." Karl-Josef Laumann, Landesgesundheitsminister

Ein Verbot nur in NRW hielt Laumann schon damals für "wenig zielführend".

Unterstützung für den erneuten Anlauf im Bundesrat gibt es von Organisationen wie dem Deutschen Kinderhilfswerk und dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Auch die Bundesärztekammer spricht von einem längst "überfälligen" Schritt.

Bedenken von CDU/CSU und Polizei-Gewerkschaften

Simone Borchardt, Gesundheitspolitische Sprecherin, im Bundestag

Simone Borchardt, gesundheitspolitische Sprecherin CDU/CSU-Fraktion

Kritik kommt unter anderem von der gesundheitspolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Simone Borchardt. Sie bezeichnet ein Rauchverbot im Auto als "Placebo". Viele Kinder seien auch zu Hause Tabakrauch ausgesetzt. Im Mittelpunkt müsse die Prävention stehen.

"Ein ausschließliches Verbot im Auto wäre ein Placebo." Simone Borchardt, Unions-Gesundheitssprecherin

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat Bedenken - weil aktuell das Personal dafür fehle: "Ein Rauchverbot im Auto wirkt nur, wenn es intensiv durch die Polizei kontrolliert wird. Solche Kontrollen könnten im Polizeialltag gut erfolgen, wenn wir endlich mehr Polizei auf der Straße hätten", sagte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke den Funke-Zeitungen. Ähnlich äußerte sich die Deutsche Polizeigewerkschaft (DpolG) 2019 beim ersten Anlauf für ein solches Rauchverbot.

Rauchverbote bereits in vielen öffentlichen Bereichen

Rauchen ist bundesweit in öffentlichen Verkehrsmitteln untersagt. Viele Bundesländer haben zusätzlich strengere Regeln. In NRW ist Rauchen in Schulen, Gaststätten und auf Spielplätzen verboten, um Nichtraucher und Kinder zu schützen. Ein Rauchverbot im Auto gibt es bisher jedoch nirgends.

Andere EU-Länder sind schon weiter

In EU-Ländern wie England, Frankreich, Griechenland, Österreich und Belgien ist Rauchen im Auto bereits untersagt - wenn Minderjährige mitfahren. Wer dort erwischt wird, muss mit teils hohen Bußgeldern rechnen.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagenturen dpa, KNA, EPD und AFP
  • Gesundheitsministerium NRW
  • ADAC

Weitere Beiträge zur Politik in NRW

1 / 2