Immer mehr Gaffer behindern Rettungsarbeiten
Aktuelle Stunde . 26.06.2025. 24:45 Min.. UT. Verfügbar bis 26.06.2027. WDR. Von Beate Becker.
In immer mehr Fällen wird gegen Gaffer wegen Störung bei Rettungseinsätzen ermittelt. Nach aktuellen Angaben des NRW-Innenministeriums vom Donnerstag stieg die Zahl im Jahr 2024 auf landesweit 2.880. Das war ein Anstieg um 5,5 Prozent zum Vorjahr.
Innenminister: "Null Toleranz für Gaffer"
"Sich am Leid anderer zu ergötzen, ist abstoßend", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). "Gaffen statt helfen, ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern kann strafbar sein."
Wer filmt oder im Weg steht, riskiere nicht nur Leben, sondern bis zu zwei Jahre Haft, sagte der Innenminister und verwies auf Paragraf 201a im Strafgesetzbuch ."Wer so handelt, tritt Mitgefühl und Menschenwürde mit Füßen. Null Toleranz für Gaffer."
Politiker von Union und SPD auf Bundesebene unterstützen die jüngste Forderung des Feuerwehrverbandes nach einem Führerschein-Entzug für Schaulustige bei Verkehrsunfällen.
Der SPD-Rechtsexperte Johannes Fechner sagte: "Wer Rettungskräfte behindert oder Unfallopfer filmt, begeht eine Straftat, und dafür können auch Fahrverbote ausgesprochen und in engen Grenzen auch die Fahrerlaubnis entzogen werden."
Über dieses Thema berichtet der WDR am 26.06.2025 auch im Fernsehen: In der Aktuellen Stunde um 18:45 Uhr.
Unsere Quellen:
- NRW-Innenministerium und Reul auf WDR-Anfrage
- Nachrichtenagenturen epd und AFP