Schülerstreiks gegen die Wehrpflicht | Video
Bildquelle: WDRWDR. 00:46 Min.. Verfügbar bis 08.05.2028.
Das Wichtigste in Kürze
- Demonstrationen in mehreren NRW-Städten gegen Wehrdienst, größte Veranstaltungen in Köln und Bielefeld
- Meist weniger Teilnehmende als angemeldet
- Welche Rolle linksextreme Gruppierungen spielen
In mehreren NRW-Städten sind am Freitag Schülerinnen und Schüler auf die Straße gegangen, um gegen den neuen Wehrdienst zu protestieren - viele der Protestierenden fürchten, dass der zu einer Wehrpflicht werden könnte.
So sah der Protest gegen den Wehrdienst in Düsseldorf aus.
Bildquelle: DFA/Peter WirthAm Morgen versammelten sich in Düsseldorf etwa 80 Protestierende. Es waren vor allem Fahnen von linken Gruppen wie "Rebell" zu sehen, dem Jugendverband der Marxistisch Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD), aber auch von der Linken oder dem BSW.
"Das Land hat vor allem während Corona so wenig für uns Jugendliche gemacht", sagt der 18-jährige Schüler Basco - er fürchtet, dass es wieder zu einer Wehrpflicht kommt: "Und dass jetzt erwartet wird, dass wir in einen potentiellen Krieg ziehen, das seh ich einfach nicht ein.“
In Aachen trafen sich Protestierende am Elisenbrunnen, die Demo blieb aber auch hier überschaubar. "Wir sind gegen den Wehrdienst, gegen eine Wehrpflicht, gegen die Musterung und gegen solche Umfragen, die verpflichtend sind", sagte Gymnasiast Jasper Heßling mit Blick auf die Fragebögen zur Musterung, die jeder 18-jährige Mann jetzt ausfüllen muss. Weitere Schulstreiks gab es in Münster, Bonn und Siegen. In Bielefeld fand eine der größeren Aktionen rund 500 Teilnehmern statt - auch in Köln waren laut Polizei rund 500 Menschen dabei.
Rihana, 19 Jahre, demonstriert in Essen gegen den Wehrdienst - sie fürchtet, es wird auch eine Wehrpflicht kommen.
Bildquelle: WDR/Nicole NoetzelIn Essen kamen laut einem WDR-Reporter vor Ort rund 150 Demonstrierende zusammen. Schülerin Rihana sagte: "Die Wehrpflicht nimmt den Jugendlichen die Wahl". "Die Regierung sollte viel mehr Geld in Bildung und das Schulsystem stecken. Wir fühlen uns so überhaupt nicht repräsentiert.“
Demonstranten befürchten Wehrpflicht
Der Protest wendet sich gegen das neue Gesetz zum Wehrdienst, das seit Anfang des Jahres gilt. Es sieht eine verpflichtende Musterung für junge Männer vor, die nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden. Seit Januar bekommen diese Männer einen Fragebogen von der Bundeswehr geschickt, den sie ausfüllen müssen. Frauen sind dazu nicht verpflichtet.
Die Teilnehmer des Schülerstreiks protestieren in Bielefeld.
Bildquelle: Theo KnepperDer Wehrdienst selbst soll demnach allerdings freiwillig bleiben, solange sich genügend Menschen finden, die zur Bundeswehr kommen. Falls nicht, steht eine Reaktivierung der Wehrpflicht im Raum, die seit 2011 ausgesetzt ist. Die Gesetzesänderung ist vor allem eine Reaktion auf die Bedrohung durch Russland, da die EU die Verteidigungsfähigkeit erhöhen will.
Symbolischer Tag für den Protest
Ganz bewusst lag der Protest am Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Nazi-Deutschlands und dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Organisatoren des Aktionstages wollten an diesem Tag mit allen auf die Straße gehen, "die kein Bock auf Wehrpflicht und den nächsten großen Krieg haben", hieß es im Demo-Aufruf.
"Es ist wichtig, dass wir nicht wieder eine große Militärmacht aufbauen", sagte Jasper Heßling in Aachen dazu. Denn Deutschland konnte 1945 zwar nur durch die alliierten Soldaten befreit werden - aber: "Ohne Militär wäre es auch nie so weit gekommen", so Heßling.
Schulstreik am 8. Mai: Bundesweiter Protestaufruf gegen Wehrdienst
Zu den Protestaktionen wurde bundesweit aufgerufen. In NRW unterstützt unter anderem die Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW) die Schulstreikaktion und beteiligte sich an der Organisation.
"Wir lehnen nicht nur die Wiedereinführung der Wehrpflicht ab, sondern auch schon den Fragebogen, der an Schüler rausgeschickt wird", sagt Miguel Beck vom Vorstand des LSV NRW. "Wir sind gegen jede Form des Kriegs-Euphemismus und gegen Militärisierungsversuche der Jugend." Daher ist der LSV NRW auch dagegen, dass Jungoffiziere in Schulklassen über die Bundeswehr aufklären.
"Wir sollten lernen, soziale Verantwortung zu übernehmen, anstatt zu lernen zu töten" Miguel Beck, Landesvorstand Landesschüler*innenvertretung NRW
NRW-Verfassungsschutz: "Beeinflussung durch Linksextremisten zu konstatieren"
In Dortmund ziehen gut 300 Demonstranten über den Dortmunder Wall.
Bildquelle: Christof VoigtNeben Schülern, die sich gegen die Musterung und einen möglichen Wehrdienst wehren wollen, mischten sich aber offenbar auch andere Strömungen in den Protest: Eine Recherche des Hessischen Rundfunks (hr) hat ergeben, dass an vielen Orten in Hessen und anderen Bundesländern linksextreme Gruppen wie die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) maßgeblich auf die Proteste einwirken.
"Es kann niemand gehindert werden, sich zu engagieren", sagte Johannes Schorn aus dem Landesvorstand des LSV NRW dazu am Freitagmorgen im WDR 5-Morgenecho. "Was mir wichtig ist zu betonen: Es ist dezentral organisiert." Die Schulstreik-Komitees an den einzelnen Schulen seien unabhängig.
Bei den Protesten in NRW waren viele Fahnen und Banner auffällig, die rote Sterne und ähnliche Symbole zeigen. Auch das Logo von Organisationen wie dem Sozialistisch Demokratischen Studierendenverband (SDS) war mehrfach zu sehen. "Kampf dem Kapital bis der Frieden siegt", ist zum Beispiel ein Slogan, der in Düsseldorf skandiert wurde.
Eine Sprecherin des NRW-Verfassungsschutzes erklärte dem WDR, beobachtete Organisationen wie die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), Deutsche Kommunistische Partei (DKP) oder die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) würden für die Veranstaltungen mobilisieren und träten teils als Anmelder auf. Es sei "auch für NRW eine Beeinflussung des Bündnisses "Nein zur Wehrpflicht" durch Linksextremisten zu konstatieren".
Wie stehen junge Menschen zur Wehrpflicht und zum Wehrdienst?
In einem ZDF-Politbarometer des vergangenen Jahres lehnte mehr als die Hälfte der 18-bis 34-Jährigen die Wiedereinführung der Wehrpflicht ab. Sie sehen die Wehrpflicht also durchaus kritisch.
Wehrpflicht ist aber eben etwas anderes als der neue Wehrdienst. Und bei dem zeigt die jährliche Bevölkerungsbefragung im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums einen anderen Trend als die ZDF-Befragung: 41 Prozent der 16 bis 29-Jährigen gaben dort an, der neue Wehrdienst sei absolut notwendig, 30 Prozent sprachen sich dagegen aus.
An den bisherigen zwei Demos, wie hier in Bielefeld, nahmen tausende junge Menschen teil
Bildquelle: WDR/Arndt MöllerStudienleiter Timo Graf erklärte im WDR 5-Morgenecho: "Eine Mehrheit der Männer wäre bereit zu kämpfen." 54 Prozent aller befragten Männer gaben an, sie würden auch persönlich kämpfen. Bei den Frauen sind es 21 Prozent. Bei jüngeren Männern ist die Quote im Vergleich zu allen befragten Männern etwas geringer: Bei den Befragten bis 29 Jahre waren 45 Prozent kampfbereit. Mit Blick auf die Proteste meint Graf: "Sind die stellvertretend für alle jungen Menschen? Sicherlich nicht."
"Wir vertreten auch Schüler, die für ihr Land sterben wollen", sagt Miguel Beck von der LSV NRW. "Aber wir sehen uns vor allem in der Verantwortung, alle Seiten abzubilden. Und wir treten dafür ein, dass junge Menschen sich ihre Meinung bilden und individuelle Entscheidungen treffen können." Auch wenn sie als LSV NRW gegen die Wehrpflicht seien, würden sie keinem Schüler diese Meinung aufzwingen.
Schulstreik-Teilnahme könnte Strafen nach sich ziehen
Die Protestform des Schulstreiks ist dabei eigentlich nicht zulässig. Schüler, die an Schulstreiks teilnehmen, verstoßen gegen das Landesschulgesetz. Zwar ist das Recht, an öffentlichen Versammlungen teilzunehmen, vom Grundgesetz geschützt - jedoch wird dieses Grundrecht durch die Schulpflicht eingeschränkt. Es ist eine Diskussion, die noch aus den Hochzeiten der Fridays for Future-Proteste nachklingt.
"Viele Schüler*innen möchten ihre Meinung zur Militarisierung Deutschlands äußern. Dieses Engagement zu sanktionieren, statt das Interesse an gesellschaftlichen Prozessen zu fördern, widerspricht dem Bildungsauftrag von Schule", findet dagegen der LSV NRW.
Streiks am 8. Mai in NRW:
- Aachen, 11 Uhr, Elisenbrunnen
- Bielefeld, 10:30 Uhr, Jahnplatz
- Bochum, 9 Uhr, Rathaus
- Bonn, 11 Uhr, Poppelsdorfer Allee
- Dortmund, 12 Uhr, Hauptbahnhof
- Düsseldorf, 9 Uhr, Oberbilker Markt
- Essen, 10 Uhr, Burgplatz
- Gelsenkirchen, 10 Uhr, HKP
- Hagen, 9 Uhr, Rathausplatz Witten
- Heinsberg, 17 Uhr, Geilenkirchen Markt
- Köln, 11 Uhr, Heumarkt
- Münster, 10 Uhr, Hauptbahnhof
- Oberhausen, 10 Uhr, Hauptbahnhof
- Paderborn, 10:30 Uhr, Herz-Jesu-Kirche
- Siegen-Wittgenstein, 13 Uhr, Kornmarkt
- Stolberg, 11 Uhr, Elisenbrunnen
- Witten, 9 Uhr, Rathausplatz
- Wuppertal, 9 Uhr, Hauptbahnhof
Mehr als jeder Vierte schickt Musterungs-Fragebogen nicht zurück
Rund 194.000 junge Männer haben den neuen Fragebogen bekommen und müssen antworten. Mehr als jeder Vierte davon hat das dennoch nicht getan - das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland gestern unter Berufung auf Bundeswehrkreise.
Über die Gründe ist nichts bekannt. Bleibt das Schreiben auch nach weiteren Fristen unbeantwortet, plant das Verteidigungsministerium offenbar ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Miguel Beck vom LSV NRW
- Hessischer Rundfunk
- ZDF-Politbarometer
- NRW-Verfassungsschutz
- WDR-Reporter vor Ort
- WDR-Archiv
- Schulministerium NRW
- Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW)
- Initative "Schulstreik gegen Wehrpflicht"
Sendung: WDR Radio, WDR 5-Hörfunknachrichten, 08.05.2026, 10 Uhr
Sendung: WDR.de, Schülerstreiks gegen die Wehrpflicht, 08.05.2026, 17:15 Uhr
58 Kommentare
Kommentar 58: Franziska 1 schreibt am 10.05.2026, 23:17 Uhr :
Drei Viertel haben ein Bundeswehr- Formular ausgefüllt, die Hälfte davon hat angeblich signalisiert, dass sie den (6 Monate?) angebotenen Wehrdienst machen. Auch bei der Jugend gibt es unterschiedliche Meinungen. Kein Bock zum Wehrdienst zu haben, aus welcher Schicht an Familie kommen sie? Es gibt die Jugend mit den sogenannten Helikopter- Eltern, die akzeptieren keine Befehle von anderen Menschen. Es gibt die Jugend, die berufliche Perspektive benötigen, lassen sich militärisch Ausbilden und hoffen dann auf eine gute berufliche Tätigkeit außerhalb der BW. Trotzdem werden bei der Bundeswehr einige bleiben, auch mit Eid. Eine Bundeswehr muss auch vorab disponieren können wegen Kasernen, kurz gesagt allgemein die Logistik für den Betrieb. Wer kein Formular ausfüllt darf sich nicht wundern, wenn irgendwann ein weiteres Bedarfs- Formular kommt, zum Bsp. die Wehrpflicht. Wobei es die Option geben wird zum sozialen Dienst. Ich unterstütze Krieg? Nein, aber Vorsorge im Falle eine Falles!
Kommentar 57: Name unterdrückt (Netiquette-Verstoß) schreibt am 10.05.2026, 21:43 Uhr :
Hier wird aus einer Mücke von den naiven rotgrünen WDR-Kids wieder versucht, mit GEZ-Kohle realitätsblind eine Mücke zum Phantom aufzublasen. Tatsächlich hat an Demos im Ergebnis total nichts statt gefunden ! WDR ist nur noch unbedarfte kindliche Kinderkacke, grüne Kita auf Klippschul-und Luisa-Niveau ! Armer WDR ! Aber die Milliarden GEZ kommen ja trotzdem !
Antwort von WDR.de , geschrieben am 11.05.2026, 15:17 Uhr :
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Inhaltlich ist es so, dass zum dritten Mal in NRW Schüler gegen eine mögliche Wehrpflicht auf die Straße gegangen sind. In Bielefeld fand beispielsweise eine der größeren Aktionen mit rund 500 Teilnehmern statt und auch in Köln waren laut Polizei rund 500 Menschen dabei. In Hamburg etwa nannte die Polizei eine Teilnehmerzahl von 2.300, die Veranstalter von 6.000. In Berlin sprach die Polizei von 1.200 Teilnehmenden, die Veranstalter von 5.000. Mehr Information dazu finden Sie auch hier: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/wehrpflicht-proteste-wehrerfassung-100.html Wir schätzen die Diskussion und den Austausch, doch bitte bleiben Sie bei Ihrer Kritik sachlich, respektvoll und im Rahmen unserer Netiquette: https://sale-store.site/hilfe/kommentarregeln100.html
Kommentar 56: Paul S. schreibt am 10.05.2026, 17:59 Uhr :
Es ist zwar nachvollziehbar, dass die Jugend keinen Bock hat für einen Wehrdienst, jedoch die Welt hat sich mit Nah- Kriege sehr verändert, damit kommt ein Teil der Jugend nicht zurecht. Verständlich, sie stammen von Eltern die bestimmt ihnen jeden Wunsch erfüllten. Viele Jahre drehte es sich überwiegend nur um die Jugend, auf einmal werden sie selbst gefordert. Bei den Demos erwarten sie das andere Hände die vorhandene Herausforderung mit all den Krisen- Problemen löst, also nur die Regierung? Der vorher so genannte Nanny-Staat für die Jugend hat jetzt Folgen. Jeder der Rechte beansprucht hat auch Pflichten für den Staat. Ältere Menschen können daran nun wenig ändern, es muss jeder wissen mit freier Entscheidung, zu was er bereit ist. Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif, jeder muss Mal Verantwortung übernehmen auch die Jugend ab 18 Jahren.
Kommentar 55: Sascha_m schreibt am 10.05.2026, 12:50 Uhr :
Die heutige werte Jugend hat kein Bock auf Wehrdienst, kein Bock auf Krieg, keinen Bock den Müll runter zu bringen und generell kein Bock zu arbeiten. Auch hat man auch keinen Bock sich etwas vorschreiben zu lassen, aber genau DAS wird die Folge davon sein, wenn wir hier nur noch kommunistische Schafherden heranziehen. Ich bin überzeugt, das hier jeder Vater und auch jede Mutter ALLES nötige tun würden, um ihre Kinder zu schützen, doch werden unsere Kinder überhaupt in Erwägung ziehen, uns Eltern oder diese so selbstverständliche Freiheit zu verteidigen? Ich habe da ernste Zweifel. Aber wer gerne so leben möchte, wie in Russland, der kann ja dorthin auswandern, in das gerechte System seiner Träume!
Kommentar 54: Jürgen Schubert schreibt am 10.05.2026, 10:58 Uhr :
Das Mittel des Schulsteriks, um gegen Wehrpflicht und Krieg zu protestieren, finde ich sehr gut und vor Allem legitim. Mit meinen 71 Jahren bin ich ganz bei diesen Jugendlichen. Sämtlich Kriege, die in meiner Lebenszeit geführt wurden, sind für angeblich hehre Ziele begonnen worden. Keiner davon hat es geschafft dieses Ziel zu erreichen, wenn es denn der Grund war. Es gibt keine Alternative zu Abrüstung, Zusammenarbeit und Frieden! Wie man auf die Idee kommen kann, daß diese Forderungen von LinksEXTREMEN vornehmlich in die Gesellschaft getragen wird, finde ich schon sehr steil. Es zeigt auch, wohin sich die Politik und die Medien entwickelt haben. Nichts ist übrig geblieben von Willy Brandts Appell: Wir wollen ein Volk von guten Nachbarn sein. Ich ziehe vor jedem den Hut, der sich gegen Krieg und das daher kommende Elend postioniert!
Antwort von "BW" , geschrieben am 10.05.2026, 17:17 Uhr :
@Jürgen Schubert, auch Schüler haben das Recht zu demonstrieren, aber warum während der Schulzeit?Es ist aber nicht gut, dafür die Schulzeit zu benutzen,"FfF" lässt grüßen. Samstag und Sonntag sind doch auch die Möglichkeit, aber da hat man ja frei und das geht dann überhaupt nicht,man möchte ja auch mal Chilen.
Antwort von "BW" , geschrieben am 10.05.2026, 17:17 Uhr :
@Jürgen Schubert, auch Schüler haben das Recht zu demonstrieren, aber warum während der Schulzeit?Es ist aber nicht gut, dafür die Schulzeit zu benutzen,"FfF" lässt grüßen. Samstag und Sonntag sind doch auch die Möglichkeit, aber da hat man ja frei und das geht dann überhaupt nicht,man möchte ja auch mal Chilen.
Antwort von Franziska 1 , geschrieben am 10.05.2026, 20:24 Uhr :
Willy Brandt sein Appell war schon in Ordnung! Jedoch wenn es den bösen Nachbarn im 21. Jahrhundert nicht gefällt? Von Anfang an bei Waffen-Angiffe sich nicht wehren und sofort kapitulieren? Wenn ja, dann wären wir zwar gute Nachbarn für den Angreifer, weil wir freiwillig seinen Willen erfüllen und wir als Volk würden unsere Freiheit und Demokratie opfern. Die Diskussion in Deutschland wird geführt weil manche Jugend weder das Formular der Bundeswehr ausfüllen, noch zur Musterung gehen wollen. Sie befürchtet dadurch eine Wehrpflicht? Tausendmal wird schon gesagt, keiner wird gezwungen zur Bundeswehr zugehen. Ein sozialer Dienst, dafür sind junge Menschen auch nicht bereit? Wenn Mutter oder Vater mal bedürftig werden würde heißt es dann - ab ins Heim? Wer pflegt sie dort? Auch wegen Unfall im Rollstuhl sitzen müssen im Leben, kann jeden passieren, wer kümmert sich dann? Ich habe die Erinnerung, mit 18 Jahren war mein Umfeld und ich schon reifer, als man Jugend mit 18/20 Jahren heute!
Kommentar 53: Karina Bergmann schreibt am 10.05.2026, 10:14 Uhr :
Die Wehrpflicht hätte nie abgeschafft werden dürfen und auch nicht die Zivis, die gute Arbeit geleistet haben, wenn sie sich nicht für den Wehrdienst entschieden hatten. Wenn man der "Jugend" zu viel Mitspracherecht gibt, obwohl sie überhaupt keine Vorstellungskraft haben, nur nachplappern und sich wichtig tuen, dann darf man sich nicht wundern, dass nichts mehr klappt, alles hinterfragt wird und nur gemeckert, über alles.
Kommentar 52: Anonym schreibt am 09.05.2026, 18:31 Uhr :
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Kommentar 51: Hugo schreibt am 09.05.2026, 18:02 Uhr :
mich würde mal ernsthaft interessieren, wie viele der hier mit diskutierenden „die Eier in der Hose hätten“, alleine nur im Falle eines Verkehrsunfalls mit eigenen Händen erste Hilfe zu leisten oder gar (was tatsächlich Mut erfordert und auch nicht ungefährlich ist) bei einer streitigen Situation deeskalierend einzuwirken (das Wort ist in der Rechtschreibprüfung des wdr übrigens nicht enthalten). Das sind unter anderem Werte, die nicht ganz unwichtig sind, und JA. Das lernt man zum Beispiel in der Ausbildung bei der Polizei, beim Rettungsdienst, bei der Feuerwehr, vermutlich sogar bei der Bundeswehr.
Kommentar 50: Willi schreibt am 09.05.2026, 17:10 Uhr :
Ich möchte nochmal auf das historische Datum dieser Demonstration eingehen, dem 8. Mai: Ohne Waffen und ohne Soldaten, die fern ihres eigenen Landes gekämpft haben, wären die Kinder und Jugendlichen in D nach 1945 weiterhin im Sinn von Rassenideologie und Gleichschaltung erzogen wirden, die Hauptstadt hieße Germania, die KZ wären nie befreit worden, die "Endlösung" wäre weitergegangen, psychisch kranke und behinderte Menschen wären weiterhin umgebracht worden und ein Demonstrationsrecht hätte es nie gegeben.
Antwort von Körber , geschrieben am 09.05.2026, 17:34 Uhr :
Trugschluss! Die Amis hätten Hitler-Deutschland, zuvorderst Berlin, schlicht mit Oppenheimers Spielzeug die Lichter ausgeblasen und die Kapitulation dadurch erzwungen bzw. erreicht, wie zu Hiroshima und Nagasaki. Das macht den 8. Mai noch wichtiger!
Antwort von Franziska 1 , geschrieben am 09.05.2026, 20:10 Uhr :
@Willi, haben Sie die Aussage vom Gymnasiast Jasper H. gelesen? "Deutschland konnte zwar durch die alliierten Soldaten befreit werden......aber ohne Militär ware es soweit nicht gekommen" Zitat Jasper. Ich bekomme Gänsehaut, wenn man über den 2. Weltkrieg als junger Mann so spricht. Ich danke Ihnen für den Kommentar, er ist super passend geschrieben.
Antwort von Chilley , geschrieben am 10.05.2026, 08:55 Uhr :
Und Waffen und Soldaten haben den Krieg und die KZs nicht ermöglicht? Angesichts der Rechten in Deutschland halte ich jede Form der militärischen Aufrüstung für falsch. Zwei konträre Meinungen. Aber es ist die Entscheidung der jungen Menschen, ob sie den Dienst an der Waffe leisten möchten. Jeder der ein wenig älter ist, weiß wie schwierig es war, den Wehrdienst zu verweigern. Da kann man schon verstehen, warum sie auf die Straße gehen.
Antwort von Mercutio , geschrieben am 10.05.2026, 15:02 Uhr :
Das ist alles richtig. Gleichzeitig ist es das Recht eines+einer Jeden, gegen übergriffige Fremdbestimmtheit zu protestieren. Und das haben die jungen Menschen hier getan.
Antwort von Jürgen Schubert , geschrieben am 10.05.2026, 17:56 Uhr :
Ohne Waffen und Soldaten hätte der 2. Weltkrieg gar nicht erst stattgefunden. Der Erste Weltkrieg dementsprechend auch nicht. Damit wären die Grundlagen für ein NAZI- Diktatur ( Versailler Vertrag...) nicht existent. Immer das ganze Bild betrachten;-)
Antwort von Willi , geschrieben am 10.05.2026, 19:15 Uhr :
Ich hatte es an anderer Stelle schon geschrieben: Ich war damals aus (religiösen) Gewissensgründen Kriegsdienstverweigerer und habe 20 Monate Zivildienst gemacht. Das empfand ich gegenüber damals 15 Monaten Wehrdienst als ungerecht, aber jeder einzelne Monat in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen war bereichernd für mich. Die Möglichkeit zu demonstrieren und die Möglichkeit den Kriegsdienst zu verweigern gibt es nur durch einen wehrhaften Staat. Wir leben nicht in einer pazifistischen und waffenlosen Welt, die auch ich mir wünschen würde. Deshalb müssen wir bereit sein, die Freiheiten notfalls mit Waffen zu verteidigen. Wir verteidigen die Freiheit der gesamten (durchaus verbesserungsbedürftigen) Gesellschaft, die Freiheit der queeren Menschen, die Freiheit den Kriegsdienst zu verweigern, die Freiheit zu demonstrieren, etc.. Stäker gerüstete europäische Staaten hätten, spätestens ab dem Bruch des Münchener Abkommens, die weiteren Morde und Kriege der Nazis stoppen können.
Kommentar 49: Pete schreibt am 09.05.2026, 15:29 Uhr :
Als eine der mit Abstand reichsten und mächtigsten Nationen bedeutet sich im Krieg zu befinden ein absolutes versagen der bereits verfügbaren Mittel um Macht auszuüben. Es ist klar dass für jede Person mit etwas Urteilsvermögen zu erkennen ist dass dabei sämtliches versagen in Händen derer liegt die nun eine Erwartung an die Aufopferungsbereitschaft derer haben die sich über Jahre mit Warnung und bedenken in der Öffentlichkeit zum Gespött gemacht haben. Ich habe größtes Verständnis dafür sich nicht nur keine Kugel für die Verantwortungsloseste aller Generationen einfangen zu wollen. Sich erniedrigen und Instrumentalisieren zu lassen on top klingt bitter ist man unter Kids aber immerhin gewohnt. Angebot: wir kriegen eine sichere Rente und können wieder auf ein Haus in Eigentum hoffen und wir sind bereit über Pflichten, Verantwortung und Fairness innerhalb einer Gesellschaft zu sprechen. Werden es Kinder der Reichen oder der Armen sein die verpflichtet werden? Das Thema stinkt doch
Kommentar 48: Anisa schreibt am 09.05.2026, 15:29 Uhr :
Ich kann auch das Framing nicht nachvollziehen, dass die Streiks unter der Einflussnahme böser Linksextremer stünden. Zwar bin ich selber auch keine Freundin der SDAJ, weil ich ihre Strategie ablehne, die unter anderem tatsächlich recht instrumentell ist. Statt diese Denkweise aufzubrechen, wie es eigentlich sein müsste, bestärkt dieser Artikel das aber sogar . Die Schüler:innen gehen auf die Straße, weil sie entweder konkret die Schritte zum neuen Wehrdienstgesetz ablehnen, oder weil sie bereits ein tieferes Verständnis davon haben, dass der Staat nicht ihre Interessen teilt und auch nicht zu ihrem Zweck eingerichtet ist. Tatsächlich sind Menschen dazu fähig, solche Schlüsse aus ihrer eigenen Lebensrealität und breiten außerschulischen Bildungsangeboten zu ziehen. Dass man sich hier wohl nur durch den angeblichen Einfluss böser Linksextremisten erklären kann, dass Jugendliche zu einer so staatskritischen Haltung kommen, zeigt die ganze Ignoranz des bürgerlichen Journalismus gut auf