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Eine Menschenmenge demonstriert am 06.02.2020 vor dem Thüringer Landtag - eine Frau hält ein Schild in Händen: "Schämt Euch"

Scham: Vom Sündenfall zum Nackt-Selfie

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Scham empfinden wir, wenn uns vor den Augen anderer etwas peinlich ist. Wir erröten, wenden uns ab, verlieren das Gesicht. Wofür wir uns schämen, unterscheidet sich je nach Kultur, verändert sich mit der Zeit - und wirkt im Nachhinein oft albern.

Von der Genesis in die Gegenwart

Adam und Eva schämten sich, weil sie ihre Nacktheit erkannten. Influencer geben sich oft schambefreit, um möglichst hohe Klickzahlen zu erreichen. Dazwischen liegen Jahrtausende, in denen sich die Menschen für die unterschiedlichsten Dinge geschämt haben.

Von Erröten und Gesichtsverlust

Vor der Mannheimer Tafel sehen die Menschen nicht ein, sich wegen ihrer Armut zu verstecken. Wer hingegen in Thailand das Gesicht verliert, ist gleich unten durch. Im Hospiz wiederum empfinden Pflegerinnen Fremdscham angesichts derer, die sie betreuen. Dabei können wir Schämen auch als schön empfinden, wenn das Gesicht sich abwendet, errötet und dabei leise lächelt. Da braucht es viel Vertrauen.

Autor: Dieter Jandt

Eine Produktion des SWR

Redaktion im WDR: Gerald Beyrodt

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