Julian Köster (l.) im 1gg.1 mit Max Darj (r.)

VfL Gummersbach feiert furiosen Sieg gegen Meister Berlin

Stand:

Die Handballer des VfL Gummersbach haben sich nach der Niederlage in Lemgo eindrucksvoll zurückgemeldet - mit einem souveränen 34:29 (18:13)-Sieg gegen die Füchse Berlin.

Von Christian Zelle

Die Mannschaften aus Gummersbach und Berlin sind jeweils mit zwei Siegen und einer Niederlage in die Saison gestartet, wobei die Füchse zuletzt im Heimspiel gegen den SC Magdeburg genauso chancenlos waren wie der VfL beim TBV Lemgo Lippe. Favorit war am Sonntag trotz Gummersbacher Heimvorteil der amtierende Meister aus Berlin.

Gummersbach mit perfekter Wurfausbeute in Anfangsphase

Der legte allerdings einen Stotterstart hin, während die Hausherren wie aus einem Guss spielten. Dem ersten Treffer von Kay Smits ließ Julian Köster nach einem technischen Fehler und Ballverlust der Berliner sofort das 2:0 folgen. Da waren kaum 60 Sekunden gespielt. Nach dem 3:0 durch Köster bekamen die Berliner mit einem Strafwurf von der Siebenmeterlinie ihre größte Chance zum ersten Tor, aber Tim Freihöfer scheiterte mit seinem Lupfer über VfL-Keeper Bertram Obling an der Latte.

Die Gummersbacher blieben mit einer Wurfausbeute von 100 Prozent bis zur 10. Minute gnadenlos effizient und lagen da bereits mit 7:2 in Führung. Es schien ein wenig so, als hätten die Turbulenzen der vergangenen Wochen - vor der Niederlage gegen Magdeburg hatte sich der Meister von Trainer Jaron Siewert und Sportvorstand Stefan Kretzschmar getrennt - bei den Füchsen Spuren hinterlassen.

In der Champions League feierten die Berliner am vergangenen Donnerstag zwar einen klaren 40:34-Erfolg gegen Nantes, aber in Gummersbach gelang ihnen erstmal nicht viel. Weshalb der neue Füchse-Coach Nicolej Krickau früh seine erste Auszeit nahm (11. Minute). Die verpuffte allerdings wirkungslos. Obling hielt danach nicht nur einen weiteren Siebenmeter von Freihöfer (13.), sondern traf in der 16. Minute auch selbst zur 11:3-Führung, nachdem die Gäste ihren Torhüter zugunsten eines siebten Feldspielers aus dem Kasten genommen hatten.

VfL Gummersbach triumphiert gegen Füchse Berlin

Sport 14.09.2025 02:38 Min. Verfügbar bis 14.09.2026 WDR

VfL startet auch gut in die zweite Hälfte

Dieser Acht-Tore-Vorsprung hatte auch noch Bestand, als Ole Pregler für den VfL in der 25. Minute zum 16:8 getroffen hatte. Der Meister war nun trotzdem besser im Spiel, legte drei Tore in Serie nach und setzte dem Team von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson mehr Gegenwehr entgegen als in der Anfangsphase. Dass der VfL immerhin noch mit einer Fünf-Tore-Führung in die Pause ging (18:13), hatte er auch Aktionen wie dem Smits-Treffer zum 18:12 zu verdanken, als der sich trotz drohenden Zeitspiels durch die Füchse-Abwehr kämpfte (29.).

In Durchgang zwei starteten die Gummersbacher zwar wegen einer Zeitstrafe für Köster in Unterzahl, blieben aber auf dem Gaspedal. Nach dem 19:14 durch Miro Schluroff glänzte Obling mit einer weiteren Parade, und Ellidi Snaer Vidarsson erhöhte auf 20:14 (33.). In der 37. Minute lag der VfL dank Tilen Kodrin wieder mit sieben Toren vorne, sodass Füchse-Coach Krickau erneut versuchen musste, mit einer frühen Auszeit gegenzusteuern.

Obling-Paraden halten Füchse auf Distanz

Vidarsson erhöhte anschließend zunächst auf 23:15 (37.), ehe die Berliner von einer Zeitstrafe für Tom Kiesler profitierten und zweimal in Überzahl trafen (23:17). Die Gummersbacher ließen sich davon nicht beeindrucken und machten das Spiel trotz hoher Führung auch selbst immer wieder schnell - im Wissen, hinten mit Obling einen starken Rückhalt zu haben. Zum Zeitpunkt seiner zehnten Parade stand es 26:19 für den Gastgeber (44.).

In derselben Minute warf Milos Vujovic den VfL wieder mit acht Toren in Führung - und das bezeichnenderweise nach einem zunächst vergebenen Siebenmeter, als er den Nachwurf nutzte. Es lief einfach bei den Gummersbachern und beim Stand von 28:19 - Lukas Blohme hatte erhöht - war eine Viertelstunde vor Spielende klar, dass es für die Berliner eng werden würde.

NRW-Derby in Minden am 5. Spieltag

Die Berliner deuteten mit einem Zwischenspurt an, warum sie amtierender Deutscher Meister sind. Sie kamen wieder bis auf fünf Tore heran (51.) und hatten mehrfach die Chance, den Abstand auf vier Treffer zu verkürzen. Genau das blieb aber die Hürde, die sie nicht mehr überspringen konnten. Der VfL spielte seine Angriffe nun aus und traf durch Smits zum 32:26 (57.), Obling parierte auf der Gegenseite, und Blohme erhöhte auf 33:26 (58.) - da war das Spiel entschieden.

Eine knappe Minute vor Spielende stellten die Berliner ihr Gegenwehr in Gummersbach nahezu ein und unterlagen letztlich mit 29:34. Für den VfL geht es am Freitag weiter mit der Partie des 5. Spieltages bei Aufsteiger GWD Minden (20 Uhr).

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