Chilis aus Espelette, Hafen von La Teste-de-Buch und Biogemüsebauer bei Mimizan
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Auch wenn der Fischfang in der Region traditionell eine große Rolle spielt, zeigt sich vielerorts ein Umdenken im Umgang mit Natur und Ressourcen. Am Hafen von La Teste-de-Buch hat man sich gegen eine moderne Marina entschieden, aus Rücksicht auf die Umwelt und die lokale Kultur. Einen alternativen wirtschaftlichen Ansatz hat auch ein Landwirt bei Mimizan gefunden: Dieser hat es geschafft, auf extrem sandigem Boden Biogemüse anzubauen. In Espelette dreht sich alles um Chili, das dort zahlreich angebaut, verarbeitet und verkauft wird.
Hafen von La Teste-de-Buch
Der Hafen von La Teste-de-Buch liegt am südlichen Rand des Arcachon-Beckens und ist heute ein bedeutendes Zentrum der Austernzucht. Es handelt sich in erster Linie um einen gewerblichen Hafen – Anlegeplätze gibt es vorwiegend für die Boote der Austernzüchter. In den Jahren 2006/2007 standen über 30 Boote auf der Warteliste. Pläne für eine moderne Marina wurden diskutiert, letztlich aber verworfen – aus Rücksicht auf Umwelt und lokale Kultur. Um dennoch möglichst vielen Menschen Zugang zum Wasser zu ermöglichen, wurde ein Verein gegründet, der alte Fischerboote restauriert und gemeinschaftlich nutzt. Wer Mitglied ist, kann an kostengünstigen Bootsausfahrten teilnehmen.
Biogemüsebauer bei Mimizan
Südlich von Arcachon befindet sich eins der größten zusammenhängenden Forstgebiete Westeuropas. Die heute dicht bewaldete Region war ursprünglich eine ausgedehnte Heidelandschaft. Erst im 19. Jahrhundert ließ Napoleon III. auf über einer Million Hektar Seekiefern pflanzen. Die widerstandsfähigen Bäume gedeihen auch auf kargen Sandböden und wurden über lange Zeit wirtschaftlich genutzt – sowohl ihr Holz als auch das Harz. Inmitten dieser Monokultur finden sich inzwischen jedoch auch alternative landwirtschaftliche Ansätze. Bei Mimizan baut ein Landwirt auf sandigem Boden erfolgreich biologisches Gemüse an. Durch gezielte Bodenpflege und den Einsatz organischer Materialien wird der Boden fruchtbar gehalten. Ziel ist es, ein lebendiges Bodengefüge zu fördern, das langfristig gesunde Ernten ermöglicht. Der Betrieb versteht sich nicht nur als Produktionsstätte, sondern auch als Lernort. Interessierte können im Rahmen von Mitmachprogrammen gegen Kost und Logis auf dem Hof arbeiten und dabei ökologische Landwirtschaft in der Praxis erleben. Übernachtet wird in ausgebauten Schulbussen, die zu einfachen Tiny Houses umgestaltet wurden.
Tamina Kallert im baskischen Hinterland bei Biolandwirt Felix Noblia
Chilis aus Espelette
Im Dorf Espelette dreht sich alles um eine scharfe Frucht: den Chili aus Espelette. Im Herbst hängen die Schoten in langen Reihen zum Trocknen an den Hausfassaden. Rund 170 Produzenten bauen ihn an, und nahezu alles wird hier mit dem aromatischen Chili gewürzt. Seit 2002 ist die Piment d’Espelette ein Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Auffällig sind auch die umgedrehten Verkehrsschilder, die man im Ort immer wieder sieht. Das ist kein Versehen, sondern ein stiller Protest der Bauern – gegen die Agrarpolitik aus Paris.
Chilis aus Espelette hängen an den Häusern zum Trocknen.
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