Die Gattung Mentha umfasst zahlreiche Arten und Kreuzungen. Besonders bekannt sind die Pfefferminze (Mentha × piperita), die Grüne Minze oder auch Krauseminze (Mentha spicata), die Apfelminze (Mentha suaveolens) sowie die Poleiminze (Mentha pulegium). Darüber hinaus haben sich viele Spezialsorten etabliert, darunter Schokoladen-, Erdbeer-, Orangen-, Ananas-, Zitronen- oder Ingwerminzen.
Einige Minzesorten sind auch echte "Streichelpflanzen", die mit weich-behaarten Blättern zum Anfassen einladen. Viele Sorten machen auch als Begleitpflanzen im Balkonkasten eine gute Figur. Jede Sorte besitzt ein eigenes Aromaprofil, das von angenehm süßlich bis intensiv mentholhaltig reichen kann. Es macht Spaß, mit den verschiedenen Geschmacksrichtungen für Tee, Desserts aber auch herzhafte Speisen zu experimentieren.
Anbau
Aus gärtnerischer Sicht zählt Minze zu den besonders dankbaren Kräutern. Sie bevorzugt einen humusreichen, ausreichend feuchten Boden und gedeiht sowohl in sonnigen als auch in halbschattigen Lagen. Fast alle Sorten sind winterhart. Da sie üppig wachsen, benötigen sie ausreichend Platz.
Wasserminze wächst an feuchten Ufern und sogar im flachen Wasser
Im Beet kann eine Wurzelsperre sinnvoll sein. Hierfür einfach bei einem großen Kunststofftopf den Boden entfernen, ihn in das Beet in die Erde setzen und darein die Minze pflanzen. Oder man hält die Minze direkt in Kübeln. Regelmäßiges Beernten der Triebspitzen sorgt für einen buschigen Wuchs.
Wer einen Teich oder ausreichend großes Wasserbecken besitzt, kann Wasser-Minze (Mentha aquatica) pflanzen. Sie ist extrem wuchsfreudig und ein echter Insektenmagnet. Das Schöne: sie blüht über einen extrem langen Zeitraum.
Verwendung
Die Verwendungsmöglichkeiten von Minze sind außerordentlich vielfältig. Frische Blätter verfeinern Kräutertees, Limonaden, Cocktails und Fruchtsalate. In der modernen Küche findet Minze ebenso ihren Platz in Dressings, Joghurtgerichten, Desserts oder Schokoladenspezialitäten. Besonders an heißen Sommertagen sorgt ihr kühlendes Aroma für eine angenehme Erfrischung. Auch getrocknet behält sie einen Großteil ihrer ätherischen Öle und eignet sich prima zur Vorratshaltung und Verwendung im Winter.
Die Kulturgeschichte der Minze reicht weit zurück. Bereits im Alten Ägypten kannte man unterschiedliche Minzarten. Die Griechen und Römer verwendeten sie sowohl als Gewürz als auch zur Raumbeduftung. In der griechischen Mythologie findet sich die Nymphe Minthe, deren Name als Ursprung der botanischen Bezeichnung gilt.
Im Mittelalter wurde Minze in Kloster- und Bauerngärten kultiviert und gehörte zu den wichtigsten Heil- und Würzkräutern Europas. Bereits Karl der Große hat in seiner Schrift "Capitulare de villis" den Anbau von vier Minzearten vorgeschrieben: Polei-Minze, Wasser-Minze, Ähren-Minze und Roß-Minze. Zur gleichen Zeit wusste man schon von der Veränderlichkeit der Minze-Sorten und verglich sie mit der wimmelnden Fülle von Fischen. Tatsächlich neigen Minzen dazu, munter miteinander neue Mischlingsformen zu produzieren. Selbst im Garten wird die ursprünglich gepflanzte Art sich im Laufe der Zeit verändern.
Traditioneller ägyptischer Minztee
International wird Minze viel und gern verwendet: In Nordafrika gilt süßer Minztee als Ausdruck von Gastfreundschaft und wird traditionell in kunstvoll verzierten Gläsern serviert. Im Nahen Osten ist Minze ein fester Bestandteil von Salaten wie Taboulé sowie zahlreicher Joghurtsaucen.
In Großbritannien gehört Minzsauce seit Jahrhunderten zu klassischen Fleischgerichten, insbesondere zu Lamm. In Indien und Pakistan werden frische Minzblätter für Chutneys, Gewürzmischungen und Erfrischungsgetränke verwendet. Selbst in Südostasien spielt Minze eine wichtige Rolle und bereichert zahlreiche vietnamesische und thailändische Gerichte mit ihrer frischen Note.
Autor: Anja Koenzen
Redaktion: Iris Möller-Grätz
Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.