Das Erdmandelgras bedroht Mais, Kartoffeln und Zwiebeln.
Bildquelle: Dominik Hamers/WDRWDR. 01:31 Min.. Verfügbar bis 11.08.2028.
Weil sich das Erdmandelgras auch in Westfalen immer weiter ausbreitet, will das NRW-Landwirtschaftsministerium nun in Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsverbänden Maßnahmen treffen.
Auf einem Feld in Dülmen werden Herbizide und KI-Technik gegen Erdmandelgras getestet. Doch selbst auf dem Versuchsfeld bleibt das Gewächs hartnäckig. Landwirte sind besorgt.
Befall verringert den Ertrag
Erdmandelgras greift Licht und Wasser ab und verdrängt so die Hauptfrucht wie zum Beispiel Mais, aber auch Kartoffeln oder Zwiebeln. Für Landwirte bedeutet der Befall eines Feldes weniger Ertrag.
Erich Gussen (v. li.) vom Rheinischen Landwirtschaftsverband, Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW und NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen.
Bildquelle: Dominik Hamers/WDR"Früherkennung und konsequente Maschinenhygiene sind die wirksamsten Maßnahmen", sagt NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) am Dienstag bei einem Termin an dem Versuchsfeld in Dülmen. Noch stehe man an einem Punkt, an dem durch frühes Eingreifen größere Schäden vermeiden kann, betonte die Politikerin.
Land setzt auf Früherkennung
Deshalb will das Land NRW helfen, etwa mit Beratung und Schulungen. Außerdem finanziert das Ministerium am Standort Dülmen die Versuche des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer NRW mit. Ziel ist es, ein praxistaugliches Mittel zum Schutz der Erntepflanzen zu finden.
Landwirt fordert Übersichtskarte mit betroffenen Feldern
Für Günter Klingenhagen von der Landwirtschaftskammer ist das noch nicht genug. Er plädiert dafür, Karten mit betroffenen Flächen zur Verfügung zu stellen. Das würde bei der Organisation der Bewirtschaftung helfen. Auch wenn betroffene Landwirte sich damit unwohl fühlen könnten.
So sieht eine von Erdmandel befallene Kartoffel aus.
Bildquelle: Günter Klingenhagen, LWK NRWEin Befall sei kein Indiz für eine schlechte Bewirtschaftung. Erdmandelgras breitet sich schnell aus, ein Image-Verlust drohe demnach nicht. Klingenhagen: "Letztendlich ist das etwas, das jeden treffen kann. Da sitzen wir alle in einem Boot."
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Gespräch mit Günter Klingenhagen
- Pressetermin NRW-Landwirtschaftsministerium
Sendung: WDR Fernsehen, WDR Aktuell, 11.08.2026, 16.00 Uhr
