Das Erdmandelgras macht Äcker unbrauchbar
Bildquelle: WDR/Helen Erdbrügge02:32 Min.. Verfügbar bis 24.06.2028.
Langes grünes Gras - was so harmlos aussieht, ist für Landwirt Thomas Altenbokum aus Dülmen das Grauen. Erdmandelgras hat sein zwei Hektar großes Feld befallen und breitet sich dort aus. Die Pflanze greift Licht und Wasser ab und verdrängt so die Hauptfrucht wie zum Beispiel Mais. Für den Landwirt bedeutet das weniger Ertrag.
"Die Erdmandel ist was ganz Neues, Krasses, weil sie nicht zu bekämpfen ist." Thomas Altenbokum, Landwirt aus Dülmen
Landwirt Thomas Altenbokum versucht, das Erdmandelgras loszuwerden.
Bildquelle: WDR/Helen ErdbrüggeUnkrautvernichter schaden nur oberirdisch
Das oberirdische, grüne Gras kann man zum Teil mit Herbiziden also Unkrautvernichtern behandeln. Dafür werden auch jetzt schon sogenannte Spotsprayer eingesetzt. Kameras erkennen das Gras und dann wird auch nur das gezielt gespritzt. Die Maispflanze dagegen bleibt verschont. Das funktioniert für Erdmandelgras sowie für andere Gräser auch. Die Methode spart sogar 90 Prozent Spritzmittel ein.
Sogenannte Spotsprayer werden gegen das oberirdische Gras eingesetzt.
Bildquelle: Günter Klingenhagen, LWK NRWDer Knackpunkt: Die Technik hilft nur oberflächlich gegen das Gras. Die tückische Mandel bleibt. Sie kann bis zu 70 Zentimeter tief in der Erde liegen, ist resistent gegen Pflanzenschutzmittel und übersteht sogar Temperaturen bis zu -15 Grad. Die Mandel ist hartnäckig und setzt sich sogar ins Innere von den Kartoffeln. So kann man sie dann nicht mehr verkaufen.
Schwarzbrache als Bekämpfungsmethode
Auf den befallenen Äckern von Thomas Altenbokum macht die Landwirtschaftskammer NRW nun Versuche. Günter Klingenhagen ist Spezialist für Unkrautbekämpfung und hält die Schwarzbrache bislang für die effektivste Methode: Fünf Jahre lang nichts anpflanzen und ständig den Boden bearbeiten. Doch ganz verschwinden wird das Erdmandelgras wohl nicht mehr. "Es wieder loszuwerden, hat bislang noch niemand geschafft."
Von der Erdmandel befallene Kartoffeln
Bildquelle: Günter Klingenhagen, LWK NRWLandmaschinen verbreiten Erdmandel
Für Landwirte wie Thomas Altenbokum heißt es also: Aufpassen, dass sich das Gras nicht noch weiter verbreitet. Das funktioniert nur durch akribisches Reinigen der Landmaschinen. Die sind nämlich häufigster Überträger der Erdmandel. Das passiert oft durch Lohnunternehmer oder geteilte Landmaschinen.
Selbst der Dreck von der Reinigung der Geräte darf nicht in die Mülltonne, sondern muss wieder auf dasselbe Feld, damit ausgeschlossen ist, dass sich die Keimlinge weiter verbreiten. Für Thomas Altenbokum zählt der Zusammenhalt: "Wichtig ist, dass jeder sensibel damit umgeht, und dass jeder Landwirt seine Maschinen reinigt - dann verschleppt man's auch nicht."
Erdmandelgras ist essbar
Die Erdmandel ist hier nicht heimisch. Eingeschleppt wurde das Erdmandelgras aus Afrika und den Niederlanden. In anderen Ländern werden aus der Erdmandel Mehl oder essbare Flocken hergestellt. Oder sie wird einfach so gegessen.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin im Gespräch mit Landwirt Thomas Altenbockum
- Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
- Lohnunternehmen Brüse aus Olfen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 24.06.2026, 19.30 Uhr.