China sankioniert neben Rheinmetall auch Duisburger Firma
WDR. 02:38 Min.. Verfügbar bis 29.07.2028.
Das Chemiehandelsunternehmen Antraco ist klein. Seniorchef Bernd Hintz sagt, es gebe fünf Mitarbeiter in Duisburg. Und doch steht seine Firma im Zentrum einer Strafaktion des chinesischen Staates. Antroco ist mit insgesamt 14 Unternehmen, unter anderem Rheinmetall, auf einer Sanktionsliste gelandet. "Ich glaube allerdings, die haben sich vertan", sagt der Geschäftsführer im Gespräch mit dem WDR.
Barren des Halbmetalls Antimon
Bernd Hintz zeigt, womit sein Unternehmen handelt: Er legt einen 400 Gramm schweren silbrigen Barren aus Metall auf den Tisch. "Das ist Antimon, das vor allem in China abgebaut wird", erklärt der 75jährige Geschäftsmann. Daraus werde eine Substanz gewonnen, die Antimontrioxid heißt: "Unsere Kunden nutzen sie für die Herstellung von Trinkgläsern." Man kann es aber auch bei der Produktion von Munition und Lenkraketen verwenden.
Hintergrund: China reagiert auf Sanktionen der EU
Die Europäische Union hat am 23. Juli 2026 weitere Sanktionen wegen des Angriffskrieges in der Ukraine erlassen. Die Maßnahme richtet sich gegen Rüstungsunternehmen in Rußland, aber auch in China und Hongkong.
Kurz darauf veröffentlichte das chinesische Handelsministerium seinerseits eine Sanktionsliste, auf der sich neben Rheinmetall auch die Duisburger Handelsfirma Antraco befindet. Sie darf nun keine Antimon-Produkte mehr aus China in die EU einführen, weil die Substanz theoretisch militärisch genutzt werden könnte.
IHK Duisburg: Problem muss in Peking und Brüssel gelöst werden
Eric von Berg-Wallner von der IHK Duisburg
Eric von Berg-Wallner ist der Experte für Außenwirtschaft bei der Industrie- und Handelskammer in Duisburg. Er sieht für die Duisburger Firma wenig Möglichkeiten, das Problem kurzfristig zu lösen.
"Letztendlich ist so ein kleines Unternehmen dann ein Bauernopfer der geopolitischen Verwerfungen." Eric von Berg-Wallner, IHK Duisburg
Der Experte für Außenwirtschaft betont, dass sich die IHK über den Einzelfall hinaus für den freien Handel weltweit einsetze, um die bestmöglichen Rahmenbedingungen in den Märkten weltweit zu erreichen.
Antraco-Chef hofft auf eine Lösung
"Sollten wir nicht von der Sanktionsliste gestrichen werden, wäre das für uns existenzbedrohend", sagt Geschäftsführer Bernd Hintz im Gespräch mit dem WDR. In Europa sei Antraco aus Duisburg der größte Importeur für Antimontrioxid. In seiner Not hat sich Geschäftsführer Hintz mit der Bitte um Unterstützung an den Außenhandelsverband NRW gewandt. Gleichwohl: Große Chancen, auf eine Lösung räumt er sich und seinem Unternehmen nicht ein.
Quellen:
- Sanktionsliste des chinesischen Handelsministeriums
- Sanktionsliste der EU
- Gespräch mit Bernd Hintz, Geschäftsführer Antraco
- Gespräch mit Eric von Berg-Wallner, Außenwirtschaft der IHK Duisburg
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 29.07.2026, 12:30 Uhr