Anne-Sophie Hoschützky kämpft gegen Hacker und Vorurteile
WDR. 03:49 Min.. Verfügbar bis 23.04.2028.
Gegen Hacker und Vorurteile : Junge Bonnerin gründet Start-up in Männerdomäne
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Mit 29 kündigt die Bonnerin Anne-Sophie Hoschützky ihren sicheren, gut bezahlten Job und setzt alles auf eine Karte: 800.000 Euro Investition für eine KI-gestützte Cybersecurity-Beratung speziell für kleine Unternehmen. Damit muss sie sich als junge Frau in einer nerdigen, männerdominierten Branche durchsetzen, in der sie oft unterschätzt wird.
Vor zwei Jahren gibt die Bonnerin Anne-Sophie Hoschützky ihr vermeintlich sicheres Leben auf: Sie kündigt ihre Festanstellung bei einer Bank, investiert etwa 300.000 Euro Eigenkapital und 800.000 Euro Fremdkapital und gründet so gemeinsam mit ihrem Vater ein eigenes IT-Start-up.
Unsichere Zukunft für Selbstverwirklichung
"Man weiß halt nicht, was kommt. Ist das der richtige Weg? Aber es war der Punkt, wo ich gesagt habe, wenn ich es jetzt nicht mache, mache ich es nie”, erklärt Hoschützky.
Cybersecurity für kleine Unternehmen
Ihre Idee: Sie will kleinen Unternehmen helfen, ihre Daten und Systeme vor Cyber-Angriffen zu schützen. Hoschützky steigt damit als junge Frau in eine nerdige Männerbranche ein. "Die nehmen mich nicht für voll. Es ist ganz oft so, dass die denken, was will die denn da? Ich bin Betriebswirtin. Ich bin Unternehmertochter aus einer Transportbranche. Ich habe von vorne bis hinten nichts mit Cybersicherheit zu tun gehabt."
Erfahrung in Branche
Doch genau das sei ihr Vorteil, so die Gründerin, denn sie kenne die Probleme kleiner Unternehmen aus eigener Erfahrung. Sie ist im Transportunternehmen Dievernich ihrer Eltern groß geworden. Schon als Jugendliche arbeitet Hoschützky hier, fährt auch mal einen 3,5 Tonner durch halb Deutschland.
Kleine Unternehmen und Cybersicherheit
Für kleine Unternehmen fehle bisher bezahlbare Cybersicherheit, erklärt Hoschützky. Die meisten Angebote würden sich vor allem an große Unternehmen richten. "Ich kann nicht verstehen, warum sich um diese Zielgruppe nicht gekümmert wird, wir hatten das Problem ja auch bei meinen Eltern und ich wusste: Wenn das niemand anders macht, dann müssen wir das machen."
Aktuell trifft sich Hoschützky mit potentiellen Kunden. Zum Beispiel mit Großküchentechnik Wester in Linz am Rhein. Ein typischer Familienbetrieb, der Spezialist ist, wenn es um die Technik für Großküchen in Krankenhäusern und Altersheimen geht, aber eben nicht beim Thema Cybersecurity.
Momente der Verzweiflung
Hoschützky rät jedoch ab, ohne ausreichend Unterstützung im Familien- oder Freundeskreis ein Start-up zu gründen. Denn auch, wenn es ihr Spaß macht, sei man manchmal am Rande der Verzweiflung.
"Es gab oft Momente, wo ich heulend nach Hause gefahren bin und dachte, ich weiß nicht mehr weiter." Anne-Sophie Hoschützky, Start-up Gründerin
Doch in solchen Augenblicken hatte sie ihre Mutter an ihrer Seite, die als Unternehmerin die Probleme kennt und Hoschützky unterstützt. Ihre Mutter führt heute noch das familiäre Transportunternehmen.
Stressige Endphase
Aktuell befindet sich Hoschützky und ihr neun Mitarbeiter starkes Team in der Endphase. Der beratende KI-Bot wird passgenau verbessert, auch mit einer großen IHK-Unternehmensbefragung, die noch ansteht.
Im November wollen sie mit ihrem Start-up SecuryGo schon an den Start gehen. Hoschützky sagt, sie arbeite jetzt 24/7: "Es gibt jeden Tag Probleme, aber so ist das Leben in dieser Lage und das ist cool und macht extrem viel Spaß."
Unsere Quellen:
- Beobachtungen WDR-Reporterin vor Ort
- Gespräch mit Anne-Sophie Hoschützky
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 21.04.26, 19:31 Uhr