Der große Smartphone-Check für den Urlaub
03:52 Min.. Verfügbar bis 15.07.2028. Von Jörg Schieb, Jörg Schieb.
Sommerferien in NRW : Der große Smartphone-Check für den Urlaub
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Das Smartphone ist ein wichtiger Reisebegleiter. Doch unterwegs gibt es viele Stolperfallen. WDR-Digitalexperte Jörg Schieb mit Tipps, wie sich das Smartphone optimal auf den Urlaub vorbereiten lässt - vom Losfahren bis zum Ernstfall.
Sommerferien in NRW: Das Smartphone wird im Urlaub nicht nur für Anrufe und Schnappschüsse gebraucht. Es ist Boarding-Pass, Bahnkarte, Navi, interaktiver Übersetzer vor Ort, Bezahlkarte und Fotoalbum in einem. Und was, wenn das Smartphone wegkommt oder ausfällt?
Vor der Ferien-Abfahrt: Der 10-Minuten-Handy-Check
Ein paar Handgriffe vor dem Losfahren ersparen unterwegs viel Ärger. Vier Dinge sind wichtig.
Erstens: Offline-Karten für die Region herunterladen, damit die Navigation auch ohne Mobilfunk-Netz oder WLAN funktioniert.
In Google Maps lässt sich Kartenmaterial offline verfügbar machen, indem man im Menü (drei Striche oben links oder Profilbild rechts) den Punkt "Offline-Maps" auswählt und dort über "Eigene Karte auswählen" den gewünschten Kartenbereich in den Speicher lädt. Alternativ bei einer Ortssuche direkt auf den Namen des Ortes und anschließend auf "Herunterladen" tippen. Schon ist die Karte auch ohne Internetverbindung nutzbar.
Zweitens: Nicht nur Karten können offline verfügbar gemacht werden: Wichtige Dokumente - vom Boarding-Pass bis zur Buchungsbestätigung - am besten noch zu Hause im WLAN in die digitale Wallet legen, damit sie jederzeit auch ohne Mobilfunknetz griffbereit sind.
Drittens: Vor der Abreise ein vollständiges Backup in die Cloud schieben. Falls das Gerät verloren geht, lässt sich das Ersatzgerät schnell auf denselben Stand bringen. Und Notfallkontakte auf dem Sperrbildschirm hinterlegen, damit im Ernstfall auch Fremde helfen können.
Wie eine eSIM hilft, Kosten zu senken
Viertens: Innerhalb der EU surft man heute dank der Roaming-Regel weiter wie zu Hause, ohne Aufpreis. Für Fernreisen jenseits der EU ist inzwischen die eSIM die Standardlösung, um Kosten zu sparen. Das passende Datenpaket lädt man bei Bedarf heute vorab per QR-Code ins Gerät. So kann das Handy im Ausland ins Mobilfunknetz vor Ort gehen, was deutlich günstiger ist - ohne teure Roaming-Rechnung.
Der wichtigste Spartipp außerhalb der EU: das Daten-Roaming der Heim-SIM in den Einstellungen abschalten, sonst tickt im Hintergrund der Roaming-Taxameter.
Ein oft vergessener Schritt gehört ebenfalls in den Check: System und Apps kurz vor der Abreise aktualisieren. Jedes Update schließt bekannte Sicherheitslücken - und im fremden Netz ist ein aktuelles Gerät der beste Grundschutz.
Warum man bei öffentlichem WLAN vorsichtig sein sollte
Kostenloses Internet am Flughafen, im Hotel oder im Café klingt verlockend. Und genau darauf setzen Betrüger. Sie richten gefälschte Hotspots mit vertrauenswürdig klingenden Namen wie "Flughafen-WLAN" oder "Hotel-Gast" ein, um Zugangsdaten abzugreifen. Offene Netze sind zudem meist unverschlüsselt; im schlimmsten Fall landet unbemerkt Schadsoftware auf dem Gerät. Ein echtes Netz erkennt man daran nicht - Name und Optik lassen sich beliebig fälschen. Im Zweifel fragt man beim Personal nach dem korrekten WLAN-Namen.
Die Faustregel: Fürs kurze Surfen reicht der eigene Mobilfunktarif. Wer in einem fremden Netz sensible Dinge erledigt - Online-Banking etwa -, sollte ein VPN nutzen. Es verschlüsselt die Verbindung und macht das Mitlesen praktisch unmöglich. Und: im Zweifel keine Passwörter eingeben, solange man in einem unbekannten Netz hängt.
Zwei Handgriffe helfen zusätzlich. In den Einstellungen sollte man die automatische Verbindung mit offenen Netzen deaktivieren, damit sich das Handy nicht unbemerkt einwählt. Und beim Surfen auf das Schloss-Symbol und das "https" in der Adresszeile achten - fehlt es, werden die Daten ungeschützt übertragen.
Beim Laden an Bahnhof oder Hotel ist Vorsicht geboten
Vorsicht ist auch an öffentlichen Plätzen geboten. Der Akku ist leer, an der Wand hängt eine praktische USB-Ladestation - am Bahnhof, am Gate, im Hotel. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät, öffentliche USB-Ladestellen und fremde Kabel zu meiden.
Der Grund: Über denselben Anschluss lassen sich nicht nur Strom, sondern auch Daten übertragen. Fachleute nennen den Trick "Juice Jacking". Im ungünstigsten Fall wird beim Laden heimlich Schad-Software aufgespielt oder das Gerät ausgelesen.
Die Lösung ist einfach: das eigene Netzteil an einer normalen Steckdose nutzen oder eine Powerbank mitnehmen. Damit ist man unabhängig und lädt nur Strom, ohne solche Risiken.
Wer doch ein fremdes Kabel nutzen muss, kann im Ladedialog des Handys "nur Laden" auswählen und die Datenübertragung so sperren. Wer viel unterwegs lädt, legt sich einen USB-Datenblocker zu - einen kleinen Adapter, der nur den Stromkontakt durchlässt und die Datenübertragung physisch blockiert.
Was mache ich, wenn mein Handy geklaut wird oder verloren geht?
Trotz aller Vorsicht kann es passieren und das Smartphone ist weg, verloren oder gestohlen. Dann zählt jede Minute. Der wichtigste Schutz greift schon vorher: eine aktive Bildschirmsperre mit PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Sie sorgt dafür, dass Diebe gar nicht erst an die Daten kommen und macht das Gerät für sie weitgehend wertlos.
Ist es doch passiert, hilft diese Reihenfolge:
- Das Gerät aus der Ferne orten und sperren - bei Android über "Mein Gerät finden", bei Apple über "Wo ist?".
- Die SIM-Karte beim Anbieter sperren lassen, damit niemand auf fremde Kosten telefoniert.
- Banking- und Bezahl-Apps sichern und Passwörter ändern.
- Den Verlust bei der Polizei anzeigen. Die Anzeige braucht man häufig für die Versicherung.
Ein Notfall-Tipp, den kaum jemand kennt: Vor der Reise die IMEI-Nummer (Seriennummer) des Geräts notieren. Die bekommt man mit der Eingabe von *#06# als Rufnummer, auf jedem Smartphone. Mit dieser Gerätekennung können Anbieter und Polizei das Smartphone eindeutig identifizieren und sperren.
Unsere Quellen:
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
- BSI – Basisschutz für mobile Geräte (Bildschirmsperre, sichere Konfiguration, Datensparsamkeit)
- Europäische Kommission / EU-Roaming-Verordnung – „Roam like at home“ innerhalb der EU
Sendung: WDR.de, Das Smartphone auf den Urlaub vorbereiten, 15.07.2026, 12 Uhr
