Emmélie Lempert - poetische Kunst aus Stoffen
03:29 Min.. Verfügbar bis 22.07.2028.
Die große Liebe von Emmèlie Lempert sind Textilien. Ihr Thema sind Körperbilder. Insbesondere geht es ihr um Stoffe, die direkt die Haut berühren.
Die 28-Jährige kreiert Textilobjekte, die zum Teil an eine Zeit erinnern, in der noch Korsette getragen wurden. Inspiriert sind sie auch von Unter- und Nachtwäsche, Strümpfen, Handschuhen oder Shapewear. In ihrer Jugend hat sich Lempert intensiv mit viktorianischer Mode aus dem 19.Jahrhundert auseinandergesetzt.
Von der Zeichnung bis zur Installation: Die Entstehung von Lemperts Werken
Sie erinnern an Mode aus vergangenen Jahrhunderten.
Mal sehen die Stücke aus, als wären sie tragbar, manche sind es scheinbar nicht. Es gibt Hosen mit vier Beinen oder zugenähte Ärmel. Trotzdem werden die Stücke getragen. Von wem genau oder wann, bleibt Lemperts Geheimnus. Aber die Spuren, die das Tragen auf den Kleidungsstücken hinterlässt, die bleiben sichtbar in Form von Flecken oder Rissen im Stoff.
Die Art wie Körper – vor allem Frauenkörper – betrachtet werden, beschäftigt die Rheinländerin, aber auch Genderthemen. Es geht um eine Auseinandersetzung damit, wie Körper seit Jahrhunderten wechselnden Idealen unterworfen sind und auch, was das über die Gesellschaft sagt.
"Damit assoziiere ich, dass sie genutzt werden, um weiblich gelesen oder queer gelesene Körper zu disziplinieren, zu zieren. Und das kann in Form von Unterwäschestoffen sein, wie in einer Spitze oder Organza. Ich bewege mich dabei frei durch die Jahrhunderte." Emmélie Lempert, Bonner Künstlerin
Präsentiert werden Stoffkreationen der Bonnerin zwischen zwei gerahmten Glasscheiben. Zum Teil hängen diese Rahmen an der Wand oder stehen frei im Raum. Sie selbst sagt, sie bewege sich zwischen Textil, Skulptur und Installation.
Geboren in Bonn – Wahlheimat Berlin
Emmélie Lempert ist 1998 in Bonn geboren. Der Weg zur Kunst war für sie ein ganz natürlicher: Kunst hat immer schon zu ihrer Familie gehört. Ihre Mutter ist Künstlerin und mittlerweile auch ihre Schwester. Als Jugendliche war sie in Bonn in der Jugendkunstschule „arte fact“. Nach der Schule hat sie an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und 2024 ihren Abschluss als Meisterschülerin gemacht. Sie lebt und arbeitet in Bonn und Berlin. Im vergangenen Jahr wurde sie mit dem Förderpreis des Landes NRW in der Sparte Visuelle Künste ausgezeichnet.
Im Frauenmuseum in Bonn sind Emmélie Lemperts Arbeiten noch bis Januar 2027 zu sehen. In der Kunsthalle Düsseldorf läuft noch bis zum 6.9.2026 ihre Ausstellung „Enter and Dissolve“.
Unsere Quellen:
- Emmélie Lempert
- WDR Mediathek
- Kunsthalle Düsseldorf
- Frauenmuseum Bonn
- Monopol Magazin
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit, 25.07.2026, 19:30 Uhr