Die Bewohner von Hürtgenwald-Gey sagen "Danke".

Bildquelle: dpa / Christian Knieps

WDR 01:42 Min. Verfügbar bis 11.03.2037

Brand im Hürtgenwald Wie jetzt die restlichen Flammen gelöscht werden

Stand:

Dürens Landrat Ralf Nolten hat nach dem Waldbrand in Hürtgenwald offiziell Entwarnung gegeben. Der Waldbrand sei soweit unter Kontrolle. Die Löscharbeiten übernimmt jetzt vor allem die Kreisfeuerwehr.

Am Montagmittag haben sich die verantwortlichen Einsatzkräfte am Hürtgenwald zu einer Lagebesprechung getroffen um ein neues, effizienteres Vorgehen gegen die verbliebenen Flammen zu planen. In den vergangenen Tagen ging es hauptsächlich darum, das Feuer durch sogenannte Riegelstellungen an der Ausbreitung zu hindern und die durch Munitionsbelastung nicht erreichbaren Stellen mit Hilfe von Hubschraubern abzulöschen.

Jetzt wird dazu übergegangen, mit Fußtrupps die verbliebenen Bodenfeuer im Wald abzulöschen. Allerdings kommen auch diese Einsatzkräfte nicht an alle Stellen im Wald heran und müssen auf den geschaffenen Schneisen bleiben, da an vielen Orten noch Kriegsmunition aus dem zweiten Weltkrieg liegt. Teile davon haben noch am Sonntag für Explosionen im Brandgebiet gesorgt, verletzt wurde dabei niemand, wie ein Feuerwehrsprecher dem WDR bestätigt.

Waldbrand eingedämmt: Erleichterung bei Anwohnern

Im Hürtgenwalder Ortsteil Gey ist die Erleichterung groß. Ortsvorsteher Paul Bolz beschreibt die vergangenen Tage als Ausnahmezustand für die Dorfgemeinschaft. Die Menschen hätten unter Schock gestanden, viele Familien hätten in großer Unsicherheit gelebt und um ihre Häuser gebangt. "Wir haben eine Schockstarre und die wird sicherlich auch noch ein paar Tage anhalten. Aber das, was wir hier erlebt haben, das werden wir nicht vergessen", sagt Bolz. Und betont zudem:

Paul Bolz, Ortsvorsteher Hürtgenwald-Gey
"Ich bin erleichtert, nein, ich bin sehr erleichtert, dass die Bürgerinnen und Bürger aus Gey wieder zuhause sein können und die Möglichkeit jetzt haben, sich zu beruhigen, hoffentlich." Paul Bolz, Ortsvorsteher Hürtgenwald-Gey

Gleichzeitig sei der Zusammenhalt im Ort noch enger geworden. Trotz der weiterhin sichtbaren Folgen des Waldbrands und der anhaltenden Löscharbeiten sei er überzeugt, dass die Bürgerinnen und Bürger die kommenden Tage gemeinsam bewältigen werden.

Hubschrauber über dem Waldbrand in Hürtgenwald

Hubschrauber sind für die Löscharbeiten in Hürtgenwald von entscheidender Bedeutung.

Bildquelle: WDR/ Purvi Patel

Evakuierung in Hürtgenwald-Gey aufgehoben

Hinter den rund 2.000 Einwohnern, die bei der Evakuierung von Gey ihr Zuhause in kürzester Zeit zurücklassen mussten, liegen bange Stunden. Manuela Maus-Mutscher war mit ihrer Familie in einem Hotel untergekommen. Aus der Ferne sehen sie den Rauch aufsteigen. Das sorgte für Ängste, hatte sie dem WDR erzählt, bevor die gute Nachricht am Samstagabend kam.

Manuela Maus-Mutscher aus Gey im Hotel
"Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Ich habe beruflich jetzt erstmal schnell Urlaub genommen - weil man einfach nicht weiß, was bringen die nächsten Tage. Habe ich noch mein Haus?" Manuela Maus-Mutscher aus Gey

Viele der Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, waren bei Verwandten, Freunden oder in Hotels untergekommen, nur wenige in der Notunterkunft. Sie beschäftigt auch die Sorge um ihre Lieben. So wie bei Tina Claßen aus Gey.

Eine Frau schaut müde in die Kamera
Jetzt im Moment bin ich ziemlich erleichtert und ruhiger. Mein Mann ist jetzt wieder vom Einsatz zurück - er ist wohlauf, zwar ziemlich erschöpft, aber er ist wieder bei mir und unseren Kindern. Tina Claßen aus Gey

Feuerwehr, Landwirte und Bundeswehr zusammen gegen den Waldbrand

Die Einsatzkräfte sind zwischenzeitlich deutlich aufgestockt worden - über 1.400 Leute von Feuerwehr, THW, Polizei und weiterer Gewerke waren vor Ort. Feuerwehren aus ganz NRW rückten an, um ermüdete Einsatzkräfte abzulösen. Damit die Helfer bei Kräften bleiben, ist eine Versorgungsstation eingerichtet worden. Inzwischen haben aber die örtlichen Feuerwehren aus Hürtgenwald und dem Kreis Düren dein Einsatz übernommen. Das Kräfteaufgebot ist zurückgefahren worden.

Kinder in Angst, Sorge ums Haus nach Großbrand in Hürtgenwald | Aktuelle Stunde

Bildquelle: WDR

WDR 02:31 Min. Verfügbar bis 15.08.2028

Die Löscharbeiten im Hürtgenwald

Fotos von den Löscharbeiten im Hürtgenwald im Kreis Düren am Samstag.

Eine Person mit Helm bei den Löscharbeiten im Wald

Die Löscharbeiten im Hürtgenwald sind in vollem Gange.

Ein verkohlter Baumstumpf im Hürtgenwald

Der Boden im Wald nach den Löscharbeiten

Zwei Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten im Hürtgenwald

Zwei Einsatzkräfte bereiten die Löscharbeiten vor und befüllen einen speziellen Löschrucksack für Waldbrände.

Ein Feuerwehrfahrzeug mit viel Material und Werkzeug

Ein Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Solingen, im Einsatz in der Eifel.

Ein Feuerwehrfahrzeug und ein Fahrzeug der Einsatzleitung

Ein Feuerwehrfahrzeug und die Einsatzleitung stehen bereit.

Die Löscharbeiten im Hürtgenwald sind in vollem Gange.

Der Boden im Wald nach den Löscharbeiten

Zwei Einsatzkräfte bereiten die Löscharbeiten vor und befüllen einen speziellen Löschrucksack für Waldbrände.

Ein Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Solingen, im Einsatz in der Eifel.

Ein Feuerwehrfahrzeug und die Einsatzleitung stehen bereit.

Mittlerweile entspannt sich die Lage im Hürtgenwald weiter. Der Einsatzleiter ist zuversichtlich, dass man heute dem Ende des Einsatzes ein großes Stück näherkommt. Wenn alles gut läuft, könnte das Personal am Abend deutlich reduziert werden.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen der WDR-Reporter und -Reporterinnen an den Einsatzorten
  • WDR-Gespräch mit Bürgermeister Stephan Cranen und mit Peter Berndgen, Pressesprecher des Feuerwehrverbandes Kreis Düren
  • WDR-Gespräche mit Luca Franke, Tina Claßen, Manuela Maus-Mutscher

Sendung: WDR-Fernsehen, WDR extra, Sonderausgabe zur Lage im Hürtgenwald, 15.08.2026, 09:32 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde,15.08.2026, 18.45 Uhr

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