Ex-Bundesliga-Profi und Trainer Otto Addo war in Düren zum Jubiläum von "Fußball gegen Rechts" zu Gast.
Bildquelle: WDR/ Donata Jertz1 Min. 52 Sek.. Verfügbar bis 14.09.2028.
Fußballspiele, Podiumsdiskussionen und prominente Gäste: In Düren ist am Wochenende das 25-jährige Bestehen der Initiative "Fußballvereine gegen Rechts" gefeiert worden. Mit dabei Otto Addo, unter anderem als Profi für den BVB aktiv und zuletzt Trainer der ghanaischen Nationalmannschaft, und DFB-Präsident Bernd Neuendorf - der mit seinem Besuch in seine Heimatstadt zurückkehrte.
Die illustre Runde versammelte sich am Kunstrasenplatz des FC Viktoria Birkesdorf. Viel Lob blieb da für die Initiative gegen Rassimus im Fußball. Solch eine Anerkennung für jahrzehntelanges Engagement - für Gründer Joachim "Jo" Ecker war es ein ganz besonderer Tag.
"Das war wunderschön, noch viel mehr, als ich mir erhofft hatte!" Jo Ecker, Initiator "Fußballvereine gegen Rechts"
Rassistische Beleidigungen und Spielabbruch der Auslöser
Der Dürener Joachim "Jo" Ecker hat vor 25 Jahren die Initiative "Fussballvereine gegen Rechts" ins Leben gerufen.
Bildquelle: WDR / Donata JertzWas inzwischen bundesweit Aufmerksamkeit bekommt, begann vor 25 Jahren mit einem Fußballspiel. Damals trainierte Ecker eine Jugendmannschaft, die um den Kreispokal spielte. Am Spielfeldrand wurden Spieler seiner Mannschaft von Neonazis rassistisch beleidigt und bedroht. Einige der Jugendlichen weinten. Ecker bat den Schiedsrichter, die Partie abzubrechen. Als dieser nicht reagierte, tat er es selbst - beim Stand von 7:0 für seine Mannschaft. Danach brachte er die Kinder nach Hause.
Sogar im Wembley Stadium: 2.500 Schilder gegen Rassismus
Das Erlebnis wurde zum Auslöser für seinen Einsatz. Seitdem steht eine Botschaft im Mittelpunkt seiner Arbeit: "Kein Platz für Rassismus und Gewalt". Rund 2.500 Schilder mit diesem Satz hat der Dürener inzwischen an Fußballvereine verschickt. Eines hängt sogar im Londoner Wembley-Stadion.
Jo Ecker ist inzwischen mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz. Gleichzeitig erlebt er bis heute auch Anfeindungen und Bedrohungen.
Großes Lob von DFB-Präsident Neuendorf an Dürener Iniative
Für den langjährigen Einsatz von Ecker gab es von DFB-Präsident Bernd Neuendorf - seines Zeichens selbst aus Düren - warme Worte: "Ich bin stolz darauf, dass so eine Initiative, wie wir sie hier jetzt haben - losgetreten von Jo Ecker, dass die aus Düren kommt", sagt der 65-Jährige und ergänzt:
"Das macht mich stolz auf meine Stadt, das macht mich stolz auf die Region, weil das ist mittlerweile eine Aktion, die bundesweit bekannt ist und viele, viele Wellen geschlagen hat!" Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes
Diskussion bei Jubiläum: Fußball soll verbinden
Beim Jubiläum ging es deshalb nicht nur um die vergangenen 25 Jahre. Gemeinsam mit Neuendorf, Addo und weiteren Gästen diskutierte Ecker darüber, was der Fußball aktuell gegen Rassismus tun kann. Einer Einladung zum Event folgten auch Mitglieder des FC Mainaustrasse aus München, in dem ausschließlich Geflüchtete sportlich aktiv sind.
Bei der Podiumsdiskussion wurde besprochen, was der Fußball gegen Rassismus tun kann.
Bildquelle: WDR/ Donata JertzEckers Wunsch nach 25 Jahren: Dass Schilder gegen Rassismus irgendwann nicht mehr nötig sind. Bis dahin will er weiter die Rote Karte gegen Rechts zeigen.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Jo Ecker
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, DFB-Präsident und Ex-Profi in Düren zu Gast, 14.09.2026, 17:45 Uhr
