So ist die Arbeit der Müllwerker bei über 30 Grad

02:36 Min. Verfügbar bis 26.06.2028

Gestank, Maden, Hitze Wie Müllwerker in Niederzier den Job durchstehen

Stand:

Wenn Sonne auf Biotonnen und Köpfe knallt, wird der Alltag der Müllabfuhr richtig ungemütlich. Wie ihr den Arbeitern helfen könnt.

Von
Logo des Westdeutschen Rundfunk
Lilian Manthei

Die beiden Müllwerker Sven Burchartz und Patrick Margosch sind an diesem Morgen schon eher auf den Beinen, um den Restmüll in ihrem Bezirk abzuholen. Denn bei Temperaturen bis zu 38 Grad gilt: Je früher, desto kühler. "Aufgestanden bin ich um zwanzig nach vier. Angefangen haben wir um viertel nach fünf", sagt Sven Burachartz, der seit vier Jahren als Müllwerker im Kreis Düren unterwegs ist.

Die Arbeit der beiden kann auch schon bei niedrigeren Temperaturen schweißtreibend sein: Sie laufen dem Müllwagen nach und entgegen, ziehen schwere Tonnen hinter sich her, hängen diese in den Lader und räumen sie wieder zurück, sobald sie leer sind. An diesem Tag stehen sie dabei ständig in der prallen Sonne.

Hitze ist nicht die einzige Belastung

"Die körperliche Belastung ist höher. Alles, was wir tun, ist deutlich anstrengender als unter normalen Wetterbedingungen", sagt Sven Burchartz. Auch die Geruchsbelastung, die von den Abfällen ausgeht, sei stärker als sonst. "Vor allem bei Restmüll oder Bioabfällen entwickeln sich deutlich stärkere Gerüche", sagt Burchartz. "Und Maden kleben am Deckel." Doch das gehöre einfach zur Arbeit dazu. Und weil die beiden ihren Job mögen, haben sie sich daran sogar gewöhnen können.

ein Müllwerker mit einem Sonnenschutz schiebt eine Mülltonne in Richtung Müllwagen

Müllwerker in Niederzier müssen sich bei ihrem Job vor der Hitze schützen.

Schützen müssen sich die beiden Männer sowieso weniger vor dem Gestank und den Tieren, die in den Tonnen wohnen. Was wirklich gefährlich werden kann, ist die Sonne und die von ihr ausgehende Hitze. Dagegen wissen sich die Müllwerker aber zu rüsten.

Wie sich die Müllwerker im heißen Wetter schützen

Das Entsorgungsunternehmen, für das die beiden fahren, "unterstützt uns zum Beispiel mit UV-Schutzkleidung wie diese Sonnenhüte, wir kriegen Kältetücher, Wasser, Eis und Sonnencreme", sagt Burchartz. Ihre Pausen könnten die beiden flexibel gestalten. Mit dem Steuern des Müllwagens in der klimatisierten Fahrerkabine wechseln sich die beiden ab.

"Das ist ein Vorteil bei der Wärme, dass man dann immer nach einer Stunde wieder vorne ist. Dann kann man sich ein bisschen runterkühlen." Patrick Margosch, Müllwerker

So erleichtern Anwohner Müllwerkern die Arbeit

An ihrer Arbeit schätzen die beiden Männer neben der Bewegung an der frischen Luft auch den Kontakt zu den Menschen: "Es kommen halt schon viele mit Eis und Getränken", erzählt Patrick Margosch. Ebenso schätzen Burchartz und Margosch hilfsbereite Anwohner.

zwei Müllwerker mit orangefarbenen Kappen beladen ein Müllauto mit großen Papiertonnen

Die Hitze setzt den beiden Müllwerkern Sven (l.) und Patrick ordentlich zu.

"Wenn die Tonnen möglichst griffbereit stehen und nicht mit Autos oder sonstigen Dingen zugestellt sind, wenn die Griffe zur Straße stehen, sodass wir die direkt griffbereit haben, das wäre auf jeden Fall deutlich besser", erklärt Sven Burchartz. Bis zu ihrem Feierabend fahren die beiden noch eine weitere Tour durch eine andere Siedlung. "Dann geht's nach Hause in den Pool", freut sich Sven Burchartz auf die wohlverdiente Abkühlung.

Unsere Quelle:

  • Interview mit Müllwerker Sven Burchartz und Patrick Margosch

Sendung: WDR 2 Aachen und die Region, Lokalzeit, 26.06.2026, 11:31 Uhr

Weitere Beiträge aus dem Kreis Düren

1 / 2