Ein Dankesfest für die Helferinnen und Helfer bei der Flut
WDR. 01:03 Min.. Verfügbar bis 12.07.2028.
Die Erinnerung an die Tage der Flutkatastrophe im Juli 2021 lassen die Menschen in Bad Münstereifel bis heute nicht los. Bilder von Zerstörung und Leid haben sich tief eingebrannt. Doch das Gleiche gilt für die Hilfsbereitschaft und den starken Zusammenhalt in der Region und darüber hinaus.
Helfer und Organisationen kommen in Bad Münstereifel zusammen
In Bad Münstereifel gab es viele Baustellen während des Wiederaufbaus
Diese zwiespältigen Erinnerungen und Gefühle prägten auch das große Dankesfest, zu dem die Stadt am Wochenende eingeladen hatte. Zahlreiche private Helferinnen und Helfer sowie Mitglieder von Hilfsorganisationen kamen auf dem Marktplatz in der Altstadt zusammen. Sie wollten nicht nur zurückblicken, sondern auch würdigen, was bis heute erreicht wurde.
Auf Hochwasser folgte Welle der Hilfsbereitschaft
Bad Münstereifels Bürgermeister Sebastian Glatzel im Gespräch mit Gästen
Bürgermeister Sebastian Glatzel (SPD) und NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) dankten den Anwesenden für ihren unermüdlichen Einsatz nach der Flut. Auf die Welle der Zerstörung sei damals sofort eine Welle der Solidarität gefolgt, betonte der Bürgermeister in seiner Ansprache. Das Fest solle daher bewusst kein reines Gedenken sein, sondern ein handfester Dank an die Gemeinschaft.
Neben Musikprogramm und Diskussionsrunden präsentierten sich auf dem Festgelände auch große Organisationen wie das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Feuerwehr.
Neue Freundschaften im Schlamm entstanden
Kim Hahn aus Satzvey war eine der ehrenamtlichen Helferinnen bei der Flutkatastrophe
Im Mittelpunkt des Fests standen jedoch die tausenden privaten Helferinnen und Helfer, die damals aus eigenem Antrieb ins Katastrophengebiet gereist waren. Eine von ihnen ist die 40-jährige Kim Hahn aus Satzvey in der Eifel. Ihre eigene Versicherungsagentur in Bad Münstereifel war damals vom Hochwasser verschont geblieben. Sie gehörte zu den vielen, die spontan entschieden, Betroffenen zu helfen.
"Wir haben einfach funktioniert, mit angepackt, wo wir konnten. Bis zur Erschöpfung und auch weit darüber hinaus." Kim Hahn, Helferin bei der Flutkatastrophe
Betroffene und Helfer: "Unfassbar tollen Zusammenhalt erlebt"
Sie schippte Schlamm aus Kellern und organisierte dringend benötigtes Benzin für die Stromgeneratoren. "Zunächst konnte ich nicht glauben, was ich in Bad Münstereifel sah", erinnert sich Hahn zurück. Nur langsam hätten sie und die anderen das Ausmaß begreifen können.
Die Altstadt von Bad Münstereifel wurde stark beschädigt
Aus der gemeinsamen Arbeit in den Trümmern seien feste Freundschaften entstanden. "Wir haben einen unfassbar tollen Zusammenhalt erlebt, das möchte ich in meinem Leben nicht missen."
Tränen und Schmerz auch fünf Jahre nach der Flut
Auch fünf Jahre nach der Katastrophe floss bei vielen auf dem Fest die eine oder andere Träne. Die Erinnerungen an die Hochwasserkatastrophe sitzen tief. Aber eben auch die Erinnerungen daran, wie sie es gemeinsam hierhin geschafft haben, wo sie heute stehen. Rund 80 Prozent der in NRW durch die Flut zerstörten Privathäuser sind laut Landesregierung wieder aufgebaut.
Hinweis der Redaktion vom 12.07.2026, 18:25 Uhr: In einer vorherigen Version des Textes haben wir geschrieben, dass rund 80 Prozent der Privathäuser und ein Großteil der städtischen Infrastruktur in Bad Münstereifel fertig saniert sind. Das ist nicht korrekt. Die Zahl bezieht sich auf die bei der Flut in ganz NRW zerstörten Privathäuser. Wir haben das im Text korrigiert.
Verlust, Trauma, Neuanfang - Leben nach der Flut
Bundesvibe. 14.07.2026. 29:30 Min.. UT. Verfügbar bis 03.07.2028. ARD Online. Von Verena Egbringhoff.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit Menschen auf dem Helferfest
- Bürgermeister von Bad Münstereifel, Sebastian Glatzel, SPD
- NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach, CDU
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 11.07.2026, 18:45 Uhr