Grabungsarbeiten am Münsterplatz beendet

Bildquelle: Christina Greven / WDR

2 Min. 13 Sek. Verfügbar bis 22.09.2028

Grabungen am Aachener Münsterplatz Was Archäologen unter dem Pflaster fanden

Stand:

Angefangen hat alles mit zwei neuen Linden, die auf dem Münsterplatz gepflanzt werden sollten. Dafür mussten zwei größere Gruben ausgehoben werden, eine seltene Gelegenheit für die Aachener Stadtarchäologie. Seit Ende Februar konnte dort gegraben werden, wo die Vergangenheit normalerweise unter dem Pflaster verborgen liegt.

Von Christina Greven

Schicht für Schicht kamen dabei Spuren aus verschiedenen Jahrhunderten zum Vorschein. Gefunden wurden Teile eines mittelalterlichen Friedhofs mit rund 60 Bestattungen, Überreste einer römischen Straße und eine alte Begrenzungsmauer. Für Stadtarchäologe Andreas Schaub ist vor allem die entdeckte Römerstraße ein besonderer Fund.

Der Stadtarchäologe Andreas Schaub bei Grabungsarbeiten am Münsterplatz in Aachen.
Wir haben Inhalte gewonnen, die wir mit medizinischen Untersuchungen weiterführen wollen, um etwas über die Gesundheit der Menschen im Mittelalter zu erfahren. Und wir haben eine römische Straße gefunden. Das war mein großes Ziel - zu den Römern durchzudringen. Stadtarchäologe Andreas Schaub

Ein kleines gelöstes Rätsel: Ein Brunnen

Nicht jeder Fund ließ sich sofort erklären. Lange war zum Beispiel unklar, was sich hinter einer der entdeckten Strukturen verbirgt. Inzwischen ist sich Schaub sicher: Es handelt sich um einen alten Brunnen. Er stammt vermutlich wie die Chorhalle des Aachener Doms aus dem 14. Jahrhundert und könnte damals Pilger mit Wasser versorgt haben.

Das Bild zeigt eins der zwei Löcher der Ausgrabungsarbeiten am Münsterplatz in Aachen.

In dieser Grube werden die Grabungsarbeiten nun beendet.

Bildquelle: Christina Greven / WDR

Mit dem Ende der Grabungen ist die Arbeit für die Archäologen aber noch lange nicht vorbei. Die Funde werden jetzt dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet. Erst dabei dürfte sich zeigen, welche Geschichten der Münsterplatz noch preisgibt.

Zwei Skelette und möglicherweise zwei Namen

Besonders im Gedächtnis geblieben sind Schaub zwei Skelette von Säuglingen aus dem 18. Jahrhundert. Alte Aufzeichnungen liefern sogar Hinweise darauf, wer sie gewesen sein könnten: Annamarie und Annarosa Gutmesch.

Ob es sich tatsächlich um die in den historischen Unterlagen genannten Personen handelt, ist bislang allerdings nicht bewiesen. Weitere Untersuchungen sollen nun mehr Klarheit bringen.

Archäologie mitten in der Innenstadt

Monatelang konnten Passantinnen und Passanten den Archäologen auf dem Münsterplatz bei der Arbeit zusehen. Auf dem Weg durch die Innenstadt bekamen sie so einen direkten Blick in Aachens Vergangenheit. Die offenen Gruben gehörten irgendwann fast zum Bild des Münsterplatzes. Jetzt verschwinden sie wieder.

Die Gruben verschwinden – die Geschichte bleibt

Nach rund sieben Monaten sind die Grabungen abgeschlossen. Dort, wo bis zuletzt nach Spuren vergangener Jahrhunderte gesucht wurde, sollen nun tatsächlich die ursprünglich geplanten beiden Bäume gepflanzt werden.


Nach rund sieben Monaten sind die Grabungen beendet. Dort, wo nach Spuren vergangener Jahrhunderte gesucht wurde, sollen nun tatsächlich die ursprünglich geplanten Linden gepflanzt werden.

Auf einer Hand liegt ein kleiner Würfel.

Neben Knochen wurden auch andere Gegenstände, wie dieser Würfel, gefunden.

Bildquelle: Christina Greven / WDR

Die Funde werden die Stadtarchäologen noch länger beschäftigen. Und wer künftig über den Münsterplatz läuft, weiß: Ein großes Stück Aachener Geschichte liegt direkt unter den eigenen Füßen.

Unsere Quellen:

  • Stadtarchäologe Andreas Schaub
  • Stadt Aachen

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 22.09.2026, 19:30 Uhr 

Bei Grabungsarbeiten: Zwei Babyskelette gefunden

WDR Studios NRW 22.09.2026 33 Sek. Verfügbar bis 21.09.2028 WDR Online

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