Warnstreik bei Haribo

WDR 00:41 Min. Verfügbar bis 24.07.2028

Warnstreik in Bonn Haribo macht Mitarbeiter gar nicht froh

Stand:

Es ist der längste Streik der Werksgeschichte: In Bonn demonstrieren Haribo-Mitarbeiter bei einem 18-Stündigen Warnstreik.

"Haribo, gib Gummi bei den Tarifverhandlungen!" steht auf einem der bunten Schilder vor dem Werkstor in Bonn-Kessenich. Mit Trillerpfeifen und lauten Rufen machen die Mitarbeiter auf ihre Forderung aufmerksam: 5,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 230 Euro mehr pro Monat wollen sie von ihrem Arbeitgeber.

Sonst produzieren die Mitarbeiter Süßes, heute sind sie sauer

Haribo-Mitarbeiter stehen in einer Hofeinfahrt. Links sind Infostände der Gewerkschaft NGG aufgebaut. Einige Anwesende tragen Warnwesten.

NGG ruft zum Streik auf.

Rund 450 Mitarbeiter hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Streik aufgerufen, sowohl die Früh- als auch die Spätschicht. "Mit 18 Stunden soll es der längste Warnstreik der Werksgeschichte sein", erklärt Sarah Richter von der NGG Köln. "Das Ziel ist, dass wir ein deutliches Zeichen Richtung Arbeitgeberseite senden. Denn die hat sich in den letzten Tarifverhandlungen nur minimal bewegt", so Richter.

Dass Haribo den Forderungen so wenig entgegengekommen ist, ärgert auch Mitarbeiter Tayfon Parmaksiz: "Die bieten uns nur 2 Prozent an und das passt uns nicht! Das ist immer noch unter der Inflationsrate. Deswegen haben wir uns entschieden zu streiken."

Bänder mit Lakritzschnecken und Colorado laufen heute langsamer

Insgesamt arbeiten im Bonner Werk knapp 600 Beschäftigte. Dort werden Lakritzschnecken, Colorado und weitere beliebte Sorten produziert. Die Haribo-Mitarbeiter aus Grafschaft sind nicht zum Warnstreik aufgerufen.

"Es wird zwar weiter auf Sparflamme produziert, aber die Abläufe sind heute erheblich gestört." Sarah Richter, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Köln

NGG fordert 5,8 Prozent mehr Lohn

Das Foto zeigt mehrere Lakritzschnecken.

In der Bonner Produktion werden unter anderem Lakritzschnecken und Colorado hergestellt

Am 13. August findet die nächste Tarifverhandlungsrunde mit dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) statt. Die NGG will durch den Warnstreik Druck ausüben. Die Arbeitgeber hatten zuletzt zwei Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 156 Euro angeboten. Bei den Verhandlungen geht es um 17.000 Beschäftigte in der Branche.

Haribo Streik

WDR 24.07.2026 00:35 Min. Verfügbar bis 23.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Presseinformation der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
  • WDR-Gespräch mit Sarah Richter
  • WDR-Gespräch mit Mitarbeitern beim Streik

Sendung: WDR.de, Aufruf zu 18 Stunden Warnstreik, 24.07.2026, 17:19 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 24.07.2026, 18:09 Uhr

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