Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Badetoten in NRW im Monat Juni deutlich größer geworden. Im Juni 2025 hatte es noch zwölf tödliche Unfälle im Wasser gegeben. Damit ist die Zahl der Badetoten um mehr als 80 Prozent gestiegen. Tödliche Badeunfälle gab es in diesem Jahre unter anderem am Baldeney-See in Essen, im Neffel-See bei Zülpich und am Rhein-Herne-Kanal.
In keinem anderen Bundesland zählte die DLRG in diesem Zeitraum mehr Opfer ‒ Nordrhein-Westfalen ist allerdings auch das Flächenland mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Bundesweit gab es im vergangenen Monat mindestens 99 Badetote. So viele Menschen ertranken seit über 20 Jahren im Juni nicht mehr. Zuletzt wurden nur im Hitzesommer 2003 mit 107 verunglückten Menschen mehr Badetote in dem Monat gezählt.
Ein Großteil der Badetoten ist männlich
Mehr als 90 Prozent der bundesweit dokumentierten Todesopfer im Juni waren den Angaben zufolge männlich, 40 Menschen nicht älter als 30 Jahre alt. Das treffe auch auf viele Opfer in NRW zu, teilte der Sprecher der DLRG Nordrhein mit. "Man stellt fest, dass junge Männer sich öfter nicht an die Regeln halten", so der Sprecher:
"Diese Leichtsinnigkeit wird oft mit dem Leben bezahlt". Sprecher der DLRG Nordrhein
Insgesamt würden viele Menschen die Gefahr von Strömung und Temperaturunterschieden im Wasser unterschätzen. Hinzu komme oftmals eine Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten und der Einfluss von Alkohol.
Rhein-Badeverbot führt zu Ausweichen auf andere gefährliche Badestellen
Eine der größten Gefahrenstellen ist der Rhein. In den vergangenen Jahren hatte es hier aufgrund der starken Strömungen und Sogwirkungen durch vorbeifahrende Frachtschiffe immer wieder tödliche Badefälle gegeben.
Die DLRG schätzt die viel befahrene Wasserstraße als eines der gefährlichsten Gewässer Deutschlands für Schwimmer ein. Seit vergangenem Sommer hatten zahlreiche Städte und Kreise am Rhein deshalb ein Badeverbot für den Fluss ausgesprochen. Die Beobachtung des DLRG ist jedoch: "Die Leute suchen sich in Teilen andere Wasserflächen - und da steigen die Zahlen dann wiederum."
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 12.07.2026, 08:00 Uhr