Mit diesen Ideen könnten Brände in Zukunft besser bekämpft werden
Bildquelle: WDR / Moritz BörnerInnovationen bei Feuerwehr : So sollen Brände in NRW bekämpft werden
Stand:
Durch die Rekordhitze und anhaltende Trockenheit ist die Brandgefahr in NRW seit Wochen erhöht. Um Wald- und Vegetationsbrände schneller und effektiver bekämpfen zu können, setzen die Feuerwehren bei uns im Westen zunehmend auf innovative Technologien.
Große Wald- und Flächenbrände an schwer zugänglichen Orten, Glutnester, die immer wieder auflodern: Feuer wie das an einer Steillage in einem Sunderner Wald im Sauerland oder an einem Hang in Hagen-Haspe stellen die Löschkräfte vor große Herausforderungen.
Helfen sollen moderne Methoden zur Brandbekämpfung, die Feuerwehrleute auf verschiedenen Geländearten einsetzen können und die sie besser schützen sollen.
Land NRW stellt spezielle Löschfahrzeuge bereit
Die "FireFighter" zeichnen sich durch ihre Geländegängigkeit aus.
Bildquelle: Thomas Banneyer/dpaBereits seit drei Jahren verfügt das Land NRW über sogenannte "Fire Fighter". Das sind Spezialfahrzeuge, die besonders geländegängig sind. Dank ihrem 10.000 Liter fassenden Wassertank sind sie gut für die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden geeignet.
Außerdem ist ihre Feuerspritze um 360 Grad drehbar und kann rund 50 Meter weit Wasser gezielt spritzen. Ein erster "Fire Fighter" ist in Arnsberg stationiert. Ein zweiter ist seit Juli in der Rureifel einsatzbereit. Beide können landesweit von den Feuerwehren angefordert werden.
Feuerwehr in Viersen: Hightech-Fahrzeug speziell angefertigt
Das TLF-3000 soll insbesondere Feuerwehrkräfte im Fahrzeug vor Flammen schützen.
Bildquelle: WDR/ Julius HerrmannEin Teil der Feuerwehren im Kreis Viersen arbeitet mit einer Art Maßanfertigung. Für die Freiwilligen Feuerwehren in Brüggen und Niederkrüchten wurde das neue Hightech-Fahrzeug TLF-3000 speziell konzipiert und produziert. Der Kreis investierte dafür rund 430.000 Euro.
Das Fahrzeug ist mit einem 3.000-Liter-Tank, einer Wasserkanone, einer Wärmebildkamera, Motorsägen und Atemschutzmasken ausgestattet. Die speziellen Düsen können das Fahrzeug in einen Wassernebel hüllen und so gegen Flammen schützen. Außerdem kann das TLF-3000 bis zu 90 Zentimeter tiefes Wasser durchqueren.
Feuerwehr Dortmund will Einsatzkräfte orten
Auch die Feuerwehr Dortmund testet gerade Methoden, um für mehr Sicherheit bei Brandeinsätzen zu sorgen. Im Rahmen eines Forschungsprojekts mit dem Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen hat sie ein Lokalisierungssystem entwickelt und erprobt.
Dieser Bildschirm kann in die Atemschutzmaske der Einsatzkräfte eingesetzt werden, um Standorte anderere Feuerwehrleute anzuzeigen.
Bildquelle: Stadt Dortmund / Roland GoreckiDadurch kann die Position einzelner Einsatzkräfte präzise bestimmt werden. Über eine sogenannte Augmented-Reality-Anzeige (engl. für "erweiterte Realtität") können die Feuerwehrleute die Informationen über einen kleinen Bildschirm in ihrer Atemschutzmaske sehen - auch wenn die Umgebung durch Rauch nicht mehr erkennbar ist. Die Position der Kollegen und die Umgebung werden dadurch quasi sichtbar.
Besonders wichtig ist das, wenn ein Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau in eine kritische Situation gerät und schnell Unterstützung benötigt.
Löschkräfte in Hagen auf Quads unterwegs
Die Feuerwehr in Hagen verwendet seit kurzem eine eher ungewöhnliche Fahrzeugart: Künftig sollen zwei Quads wertvolle Zeit sparen, eine Art Motorrad auf vier Reifen. Dank ihrer Geländegängigkeit können die Einsatzkräfte deutlich näher an Brandherde heranfahren und wichtige Ausrüstung direkt zum Einsatzort transportieren.
Schläuche, Spezialwerkzeuge für Waldbrände und sogar Trinkwasser lassen sich nun schneller und einfacher an schwer erreichbare Stellen bringen. Nach und nach werden nun Feuerwehrleute auf den Quads geschult.
Die beiden neuen Quads der Feuerwehr Hagen, die sie zur Waldbrandbekämpfung, aber auch bei Hochwasser, einsetzen können.
Bildquelle: WDR/Philip RaillonAuch bei Rettungseinsätzen in abgelegenen Gebieten kommen sie künftig zum Einsatz. Verunglückt beispielsweise ein Mountainbiker in den Hagener Wäldern oder Hügeln, können die Rettungskräfte dank einer speziellen Trage am Heck schneller Hilfe leisten und Verletzte aus schwierigem Gelände transportieren.
Drohnen spüren Brandherde schnell auf
Um das erneute Aufflammen von Bränden zu vermeiden, ist es wichtig, mögliche Brandherde schnell zu finden. Dafür nutzt die Feuerwehr im Kreis Düren Hilfe aus der Luft. Dort kommen spezielle Drohnen mit hochauflösenden Wärmebildkameras zum Einsatz.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Wilfried Thelen, stellvertretender Kreisbrandmeister Düren im WDR 5 Morgenecho am 05.07.2025
- Stadt Dortmund
- Land NRW
- Feuerwehr Brüggen
- WDR-Gespräch mit Peter Thiele, Feuerwehr Hagen
- Gespräch des WDR-Reporters mit der Feuerwehr Meerbusch
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 13.08.2026, 19:30 Uhr