Jens Spahn sitzt alleine zwischen den blauen Stühlen im Bundestag.

Angriff auf Jens Spahn "Babykäufer raus aus dem Bundestag"

Stand:

Viele Ahauser hatten jetzt eine Karte in ihrem Briefkasten. Darauf wird gefordert, dass CDU-Politiker Jens Spahn sein Bundestagsmandat abgeben soll. Wer steckt dahinter?

Auf den ersten Blick wirkt es beinahe wie Wahlwerbung. Wer allerdings einen genaueren Blick auf die Karte wirft, der sieht schnell: Vorne prangt zwar ein lachender Jens Spahn mit Kinderwagen, die Karte richtet sich aber gegen den ehemaligen Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Denn da unter der Überschrift steht: "Babykäufer raus aus dem Bundestag".

Debatte um Leihmutterschaft

Mitte diesen Jahres war bekannt geworden, dass Jens Spahn und sein Partner mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden waren. Und das, nachdem sich Spahn vor einiger Zeit noch ausdrücklich gegen Leihmutterschaft ausgesprochen hat.

Auf einer Postkarte mit einem Foto von Jens Spahn beim Kinderwagen-Schieben steht: "Jens Spahn, treten Sie ganz zurück".

Auf der Karte wird auch dazu aufgerufen, sich an der Petition zum Rücktritt von Jens Spahns zu beteiligen.

Bildquelle: Marie Roters/WDR

Der Fall des CDU-Spitzenpolitikers sorgte für eine Diskussion. Viele warfen ihm Doppelmoral vor. Spahn war daraufhin von sämtlichen Ämtern zurückgetreten. Sein Mandat im Bundestag aber behielt er.

Petition zum Rücktritt von Spahn

Und genau das scheint der spanischen Stiftung "CitizenGO" ein Dorn im Auge. Denn die steckt hinter der Postkartenaktion: Auf der Karte werden die Empfängerinnen und Empfänger in Spahns Heimat Ahaus dazu aufgefordert, die Karte in das Abgeordnetenbüro des Politikers zu werfen, um ihn damit zum Rücktritt zu bewegen.

Auf der Rückseite der Postkarte steht ein Anschreiben, das zum Mitmachen bei einer Petition zum Rücktritt Spahns aufruft.

Auf der Rückseite der Postkarte wird zur Beteiligung an der Petition aufgerufen.

Bildquelle: Marie Roters/WDR

Außerdem werden die Adressaten aufgefordert, eine Petition zum Rücktritt von Spahn zu unterschreiben. Das haben nach Angaben der Stiftung schon mehr als 57.000 Mesnchen getan.

Über "CitizenGO" haben in der Vergangenheit bereites mehrere Medien berichtet. Zuletzt setzte sich die spanische Stiftung zum Beispiel gegen jede Form der Abtreibung ein. Ein Bericht der Wochenzeitung "die Zeit" aus dem Jahr 2024 wirft der Stiftung Nähe zu ultrakonservativen Christen vor.

CDU-Kreisverband Borken übt Kritik

Kritik an "CitizienGO" übt Markus Jasper, der Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes Borken, Spahns Wahlkreis (Steinfurt I - Borken I). Bei der Stiftung handele es sich um eine international agierende Kampagnenorganisation, deren Verbindungen zu russischen und rechtsextremen Akteuren schon Teil investigativer Recherchen waren, so Jasper. Bei der Aktion gehe es nicht um eine kritische Auseinandersetzung mit Spahns Entscheidung zur Leihmutterschaft.

"Die Art und Weise dieser Kampagne überschreitet für mich eine Grenze. Menschen werden diffamiert und eine Familiengründung für eine Kampage instrumentalisiert." Markus Jasper, Geschäftsführer CDU-Kreisverband Borken

Das Abgeordnetenbüro von Jens Spahn verwies auf Nachfrage des WDR auf das Statement von Jasper, dem Kreisgeschäftsführers der CDU in Borken.

Postkartenkampagne in Ahaus: Druck auf Spahn wächst

WDR 03.09.2026 55 Sek. Verfügbar bis 02.09.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Flyer von CitizenGO
  • Gespräch mit dem Abgeordnetenbüro von Jens Spahn
  • Gespräch mit dem Geschäftsführer des Kreisverbandes der CDU, Markus Jasper

Sendung: WDR.de, Postkartenkampagne in Ahaus: Druck auf Spahn wächst, 3.9.2026, 21:09 Uhr

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