Feuerwerk an Krefelder Strommast
Bildquelle: Peter Hild1 Min. 44 Sek.. Verfügbar bis 09.09.2028.
Eine Duisburgerin hatte am Dienstagabend die Krefelder Polizei angerufen. Angeblich habe sie Feuerwerk nördlich des Uerdinger Waldsees in Krefeld beobachtet. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen aus. Auch ein Hubschrauber stieg auf. Die Bilanz der Polizei fällt eher nüchtern aus: "Außer dem ungenehmigten Abbrennen von Feuerwerk außerhalb von Silvester, konnten keine weiteren Feststellungen getroffen werden", heißt es in einer Pressemitteilung.
Bereits mehrere Anschlagversuche auf Stromversorgung
Dass die Polizei einer abendlichen Ruhestörung überhaupt so schnell und personalintensiv nachging, könnte als Beleg dafür dienen, dass die Behörden derzeit sensibel auf Vorgänge rund um Einrichtungen der kritischen Infrastruktur reagieren. Nach mehreren versuchten wie vollendeten Anschlägen auf die Stromversorgung in ganz Deutschland sollen mögliche Täter schnell ermittelt und Nachahmer abgeschreckt werden.
Am Mittwochnachmittag betonte die Krefelder Polizei, dass es keinerlei Hinweise auf einen möglichen Sabotageakt gebe, auch nicht darauf, dass die Feuerwerkskörper gezielt in Richtung der Strommasten abgeschossen wurden. Die Polizei sucht aber nach Zeugen, die Angaben zum Verursacher und Hergang machen können.
Hochspannungsmasten und Chempark in der Nachbarschaft
An dem betroffenen Feld in Krefeld stehen Hochspannungsmasten. Außerdem ist mit dem Chempark ein bedeutender Industriestandort in unmittelbarer Nachbarschaft. Einen Zusammenhang zu möglichen Anschlägen wollte die Polizei aber nicht herstellen. Auch den Einsatz eines Polizeihubschraubers bezeichnete eine Sprecherin im Gespräch mit dem WDR als angemessen.
Polizei-Einsatz an Konverter-Baustelle
Überall im Land prüfen Betreiber möglicher Anschlagsziele ihre Anlagen auf verstärkte Sicherungsmaßnahmen. Darunter ist auch der Konverter, den der Netzbetreiber Amprion gerade in Meerbusch-Osterath baut.
Dort hatte es laut der federführenden Polizei in Köln am vergangenen Wochenende einen größeren Polizeieinsatz gegeben haben - im Zuge der Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter Daniel V., der schließlich gestern in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler gefasst worden war. Zuletzt hatte es auch Angriffe auf Stromeinrichtungen im Rheinkreis Neuss gegeben.
Mehr Fußstreifen und Kontrollflüge
Gegenüber dem WDR bestätigt Amprion erhöhte Sicherheitsmaßnahmen. Dies gelte für das gesamte Netz, nicht nur speziell in Meerbusch. Dazu gehören neben verstärkten Fußstreifen auch mehr Kontrollflüge, so ein Sprecher. Man sei fortlaufend mit den Sicherheitsbehörden im Austausch.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung der Polizei Krefeld
- Beobachtungen eines WDR Reporters vor Ort
- Gespräche mit einem Sprecher der Amprion GmbH
Sendung: WDR.de, Feuerwerk an Krefelder Strommast , 09.09.2026, 17:35 Uhr

