Ein mysteriöses Loch im Zaun in Wesel sorgt für Polizeieinsatz
Bildquelle: WDRWDR. 2 Min. 40 Sek.. Verfügbar bis 07.09.2028.
Heute Vormittag ist das Loch im Maschendrahtzaun mit drei Kabelbindern provisorisch verschlossen. Doch für das WDR-Team am Ort sieht der Zaun ohnehin nicht aus wie ein wirksamer Schutz für das Umspannwerk in Wesel. Die offenbar jahrzehntealten Zaunpfähle sind halb umgefallen. Unter den Maschen haben Tiere Löcher gegraben, um durchzuschlüpfen.
Umspannwerk hat mehr als diesen Zaun zur Sicherheit
Das Umspannwerk in Wesel
Bildquelle: WDRDer tatsächliche Schutzzaun für das Umspannwerk liegt etwa 30 bis 40 Meter weiter im Inneren des Geländes, ist deutlich stabiler und mit Videokameras gesichert. Möglicherweise ist das Loch im Maschendrahtzaun am Straßenrand auch schon älter und nur bislang nicht aufgefallen. Der Zaun ist zum Teil bewachsen, frische Spuren am Boden sind nicht zu sehen.
Stromanlagen werden von Polizei patrouilliert
Aus Polizeikreisen wird dem WDR bestätigt, dass seit den Anschlägen auf Stromanlagen solche Orte der Kritischen Infrastruktur intensiver überwacht werden. So war es auch die Polizei selbst, die bei einer Kontrollfahrt am späten Sonntagabend auf den beschädigten Zaun aufmerksam wurde.
Das Loch fiel den Polizisten am späten Sonntagabend auf.
Bildquelle: WDRDie Beamten durchsuchten das Gelände nach möglichen Eindringlingen. Es habe jedoch keine verdächtigen Feststellungen gegeben, so ein Sprecher der zuständigen Polizei Köln. "Wir sind jetzt sensibilisiert in Bezug auf solche Einrichtungen und fahren dort vermehrt Streife", betonte ein Polizeisprecher.
Während der eineinhalb Stunden, die das WDR-Kamerateam heute am Umspannwerk Niederrhein dreht, patrouillieren permanent Polizeifahrzeuge und -motorräder rund um die Anlage. Das Umspannwerk ist eines der größten am Niederrhein. Eine Karte des Verbandes der Elektrotechnik VDE zeigt, dass es mehr als ein Dutzend Umspannanlagen und Transformatoren für das Höchstspannungsnetz am Niederrhein gibt.
Fahndung nach Daniel V. dauert an
Das Umspannwerk wird mit Kameras überwacht.
Bildquelle: WDRSeit letzten Dienstag waren die Behörden auf der Suche nach Daniel V. Er soll seit Dienstag mehrere Anschläge auf Umspannwerke verübt haben, etwa in Brandenburg, Sachsen und in NRW. Betroffen waren Werke in Bergheim und in Dormagen. Eine weitere Abschussvorrichtung fanden Polizisten an einem Kraftwerk in Weisweiler bei Aachen. Bekennerschreiben konnten auf den 48-jährigen Daniel V. zurückgeführt werden. Laut WDR-Informationen konnte er am Dienstagvormittag, in Weisweiler bei Aachen festgenommen werden.
Unsere Quellen:
- Polizei Köln
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
- Bisherige WDR-Berichterstattung
- dpa
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 07.09.2026, 19:30 Uhr