Auf dem Bahnhofsvorplatz steht im Jahre 1904 ein Wagen der Schildescher Straße um 1912/13.
Bei den Bielefelderinnen und Bielefeldern ist das neue Verkehrsmittel so gut angekommen, dass die Stadt schon kurze Zeit später die Taktungen erhöhte. Zwei Jahre später ging es weiter mit dem Bau der Linie 2 Richtung Sieker.
Herausforderungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg
Ein Straßenbahnwagen 1904 auf dem Bahnhofsvorplatz
Während des Ersten Weltkriegs konnte die Stadt die Bahn anders als geplant nicht weiter ausbauen. Stattdessen wurde die Bahninfrastruktur für Kriegszwecke eingeschmolzen. Der Zweite Weltkrieg stellte eine weitere Zerreißprobe für die Straßenbahn dar. Erst im Jahr 1950 waren alle Kriegsschäden beseitigt.
Bau des Stadtbahntunnels
Gezeichnete Ansichtskarte vom Alten Markt in Bielefeld
Umso beliebter das Auto wurde, desto weniger nutzten die Menschen die Straßenbahn. Darüber hinaus war der Jahnplatz als Verkehrsknotenpunkt für Auto und Bahn komplett überlastet. Die Lösung: Die Bahn sollte dem Auto Platz machen. Aber anders als viele andere deutsche Städte, die ihre Straßenbahnen in den 1950er Jahren stilllegten, hielt Bielefeld an seiner Bahn fest.
Mit dem Baubeginn des Stadtbahntunnels Ende der 1960er Jahre veränderte sich nach und nach das ganze Bahnnetz – und aus der Straßenbahn wurde 1991 schließlich die Stadtbahn. Durch den 4.450 Meter langen Tunnel ist die Bahn heute unabhängiger vom Autoverkehr.
Bielefelder Bahnnetz soll weiterwachsen
Bis heute baut Bielefeld sein Bahnnetz immer weiter aus: So wird laut moBiel nächstes Jahr die Linie 4 über den Hochschulcampus bis zur Schloßhofstraße verlängert. Zu einer Linie 5 wird es jedoch voraussichtlich erstmal nicht kommen: Vor etwa zehn Jahren haben die Bürgerinnen und Bürger gegen eine Bahnverbindung von Sennestadt nach Heepen gestimmt.
Unsere Quellen:
- Pressemeldung Stadtwerke Bielefeld
- Telefonat Stadtwerke Bielefeld
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 19.12.2025, 17:31 Uhr