Kontrolleure eines Dienstleisters klingeln ab sofort in Dorsten an Wohnungstüren. Bis Mitte Juli sollen sie erfassen, wie viele Hunde es in der Stadt gibt. Dabei geht es aber natürlich auch darum zu prüfen, ob für alle diese Vierbeiner auch Steuern bezahlt werden.
Stadt machte schlechte Erfahrungen
Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff reagiert ernüchtert
Bildquelle: Markus Holtrichter/ WDRDass die Stadt Dorsten jetzt aktiv wird, hat einen guten Grund: Bei der letzten offiziellen Hundezählung hat sie rund 1.000 Tiere entdeckt, die nicht angemeldet waren. Wer sich weigert, Steuern für seinen Hund zu zahlen, muss mit einem Bußgeld rechnen.
Wer seinen Hund bislang nicht gemeldet hat, sollte also jetzt handeln: Die Tiere können online auch nachträglich angemeldet werden. Wichtig ist dabei ein Nachweis, seit wann das Tier im Haushalt lebt. Andernfalls kann die Steuer geschätzt werden.
Was die Kontrolleure dürfen - und was nicht
Zunächst mal müssen sich die Kontrolleure im Auftrag der Stadt ausweisen können. Betreten dürfen sie die Wohnungen nicht. Sie dürfen lediglich volljährige Bewohner dazu befragen, ob hier Hunde gehalten werden. Und sie dürfen wiederkommen, sollten sie die Bewohner nicht antreffen.
Stadt will Fingerspitzengefühl zeigen
Ein Versäumnis kann teuer werden: Die Nichtanmeldung eines Hundes gilt als Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Allerdings verzichtet die Stadt auf ein Verfahren, wenn Halter ihren Hund noch vor der Erfassung anmelden.
Steuerbefreiung ist möglich
Aktuell sind in Dorsten über 6.300 Hunde registriert. Die Hundesteuer liegt bei 108 Euro jährlich für einen Hund, bei mehreren Tieren steigt der Satz. Ausnahmen gelten etwa für Assistenz- oder Rettungshunde. Andere NRW-Kommunen erlassen die Hundesteuer zum Beispiel, wenn jemand einen älteren Hund aus dem Tierheim aufnimmt.
Generell sind die Einnahmen aus der Hundesteuer nicht zweckgebunden. Heißt: Jede Stadt und Gemeinde kann selbst entscheiden, wofür sie das Geld nutzt. Aus Dorsten heißt es, dass sie über den städtischen Haushalt beispielsweise Schulen, Kitas sowie Tier- und Umweltschutzprojekte finanzieren.
Dorstener Hundesteuer liegt im NRW-Mittelfeld
Im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden in NRW liegt der Dorstener Steuersatz im oberen Mittelfeld. Steuerfrei sind Hunde in Ahlen. Am teuersten wird es mit 180 Euro in Hagen. Als gefährlich eingestufte Hunderassen sind in vielen Orten nochmal deutlich teurer.
Diese Kosten kommen noch dazu
Wie viel ein Hund kostet, hängt also von Tier und Wohnort ab. Die Hundesteuer ist oft der geringste Kostenpunkt. Deutlich höher liegen die Ausgaben für Futter, Spielzeug oder Tierarztbesuche. So kommen Hundehalter häufig auf 1.500 bis 2.500 Euro pro Jahr.
Unsere Quelle:
- Stadt Dorsten
- Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
- Tierschutzbund
Sendung: WDR.de, Unverhoffte Besuche in Dorsten: Stadt lässt Hunde offiziell zählen, 13.04.2026, 6.00 Uhr