Fahren wird elektrisch spürbar günstiger. Umgerechnet kostet der E-Liter im Schnitt nur rund 1,30 Euro, beim Laden daheim sogar unter einen Euro. Gleichzeitig wächst der Nutzen der Technologie weit über das Geldsparen hinaus.
E-Autotechnik für die Energiewende
In der nicht allzu fernen Zukunft könnten E-Autos als Batteriespeicher für Dunkelflauten herhalten. Sie werden von Sonnen- und Windstrom geladen und wenn das Netz zu wenig Strom aus den Erneuerbaren bekommt, nimmt das Netz ihn wieder zurück. Die Technik in den Autos sei dafür schon bereit, sagt Michael Keller, der technische Geschäftsführer von CharIN, einer weltweiten Vereinigung von Autoherstellern und Energieunternehmen zur Vereinheitlichung von Ladetechnik. Jetzt müssten die Netzbetreiber mitziehen.
Denn irgendwie muss das Auto mit dem jeweiligen Netzbetreiber sprechen - das bedeutet, es muss eine Softwareschnittstelle geben. Gar nicht so einfach bei über 800 Netzbetreibern deutschlandweit, sagt Keller. Nicht jede Automarke könne mit jedem Netzanbieter einzelne Verträge verhandeln. Deswegen müssten Standards gefunden werden, sagt Michael Keller. Das könne aber noch ein paar Jahre dauern.
Hollmann und Keller vor einem E-LKW mit einem speziellen LKW-Lader
Bildquelle: WDR/Matthias MünzelBlick in die E-Zukunft
Laut Keller, gehe der Trend auch bei LKW eindeutig zur E-Alternative. Das habe vor allem wirtschaftliche Gründe. Diesel werde zu teuer. Außerdem haben E-Fahrzeuge mittlerweile auch die entsprechende Reichweite. "Mit den heutigen E-Autos ist problemlos Urlaub in Italien oder Südfrankreich möglich", sagt Arne Hollmann Geschäftsführer von Phoenix Contact.
27 internationale Unternehmen aus der Automobil- und Energiesparte sind beim Branchentreff in Blomberg vertreten. Der Parkplatz wird hier zum Technik-Reallabor. Autos verschiedenster Marken stehen unter Pavillons, während Menschen mit Laptops um sie herumschwirren und die Systeme auf Herz und Nieren testen.
Tests zeigen, wie sich die Ladefunktionen bei E-Autos verändern.
Bildquelle: Matthias Münzel"In unseren Ladesteckern steckt mehr Technik als man denkt. Die müssen zum Beispiel beim Laden gekühlt werden", erklärt Arne Hollmann. Mittlerweile laden sie Akkuschonend und zukünftig soll zum Bezahlen nicht einmal mehr die Geldbörse gezückt werden müssen. Die Bankdaten sind im Auto hinterlegt.
Unsere Quellen:
- Recherche vor Ort
- Phoenix Contact
- Charging Interface Initiative (CharIN) e. V.
Sendung: WDR.de, Bereit für die Wende, doch das Netz bremst, 24.09.2026, 05:16 Uhr