Robert Gojani ist stolz auf das, was er mit seinem Unternehmen erreicht hat
Robert Gojanis Augen leuchten: "Mit der Nominierung haben wir schon gewonnen! Für uns bedeutet das Anerkennung!" Dass sein Unternehmen zu den zehn Finalisten des NRW-Gründerwettbewerbs für Start-Ups gehört, bedeutet ihm viel. Vor allem, weil es noch ein sehr junges Unternehmen ist. Gegründet haben es Gojani und sein Freund Florian Chlupka erst vor drei Jahren.
Idee fürs Start-Up entstand schon im Jahr 2015
Die Idee ist aber schon viel älter, erzählt Florian Chlupka. "Ich habe letztens ein Notizbuch aus dem Jahr 2015 wiedergefunden. Da standen schon erste Pläne für das Unternehmen drin!" Der Traum vom eigenen Unternehmen: Damals für beide eher ein Hirngespinst. Damals war Robert Gojani seit zwei Jahren Deutscher Staatsbürger.
Florian Chlupka (li.) und Robert Gojani (re.) haben sichtlich Spaß am Erfolg ihres Unternehmens
Gojani wurde im Kosovo geboren und kam als Geflüchteter 1992 erstmals nach Deutschland. Da war Robert vier Jahre alt. Im Jahr 2001 wurden er und seine Familie abgeschoben. Noch im selben Jahr kam Robert Gojani mit seiner Familie zurück nach Deutschland und bekam 2013 die Deutsche Staatsbürgerschaft.
Gründer mit eindrucksvoller Lebensgeschichte
Was 2015 noch fast ein Scherz war, wurde dann vier Jahre später ernst. Robert Gojani und Florian Chlupka wagten den Sprung ins kalte Wasser, schrieben einen Business-Plan und legten los.
Diese Metallteile bekommen in der Produktion eine Pulverlack-Beschichtung
Ihr Unternehmen "NanoCoat GmbH" in Lüdinghausen stellt Pulverlack-Beschichtungen her. Inzwischen arbeiten 15 Menschen aus verschiedenen Nationen im Unternehmen. Die Umsatzzahlen verdoppeln sich gerade von Jahr zu Jahr, sagt Robert Gojani. Zu den Kunden gehören viele große Unternehmen, unter anderem die Bundeswehr.
Viele Menschen mit Migrationsgeschichte sind Start-Up-Gründer
Robert Gojani ist mit seinem Start-Up nicht allein. 28 Prozent der Gründungen gehen auf Menschen zurück, die die deutsche Staatsbürgerschaft nicht seit ihr Geburt haben. Das geht aus einer Erhebung der Bundeszentrale für politische Bildung hervor. Demnach haben 18 Prozent der Start-Up-Gründer:innen eine Einwanderungsgeschichte: Sie sind entweder selbst nach Deutschland zugewandert oder haben zwei Elternteile, auf die dies zutrifft.
"Wir freuen uns einfach extrem darüber, dass wir dabei sein dürfen!" Robert Gojani über den NRW-Wettbewerb für migrantische Gründerinnen und Gründer
Für die Preisverleihung heute in Düsseldorf drückt Robert Gojani allen Mitbewerbern die Daumen. Alle haben es verdient, weil alle den Mut hatten, was Eigenes aufzubauen, sagt er. Aber tief im Inneren hofft er dann doch, dass er zu den Gewinnern gehört.
Zehn Finalisten im NRW-Wettbewerb
Mit der Auszeichnung "MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW" soll unternehmerischer Mut, Innovationskraft und den starken Gründungsgeist in Nordrhein-Westfalen gewürdigt werden. Die weiteren Nominierten:
- addhucate GmbH, Gescher
- Glowkitchen Food GmbH, Münster
- Lippe-Solar GmbH, Geseke
- MADITA.HAIRCOLORIST, Düren
- PETE Technologies GmbH, Essen
- Prinoa Dental GmbH, Solingen
- Revierpfotenteam, Dortmund
- Schreinerwehr GmbH, Hürth
- Solipac GmbH, Hilden
Diese zehn jungen Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen haben es in die Finalrunde geschafft und konkurrieren um drei Preise in Höhe von jeweils 20.000 Euro.
Unsere Quellen:
- Robert Gojani, Geschäftsführer und Gründer "NanoCoat GmbH" Lüdinghausen
- Florian Chlupka, Geschäftsführer und Gründer "NanoCoat GmbH" Lüdinghausen
- Bundeszentrale für Politische Bildung
- NRW-Wirtschaftsministerium
Sendung: WDR.de, NRW kürt die erfolgreichsten migrantischen Start-Ups, 09.12.2025, 06:06 Uhr
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 09.12.25, 10:31 Uhr