Krankentaxis vor dem Aus? Demo vor dem Düsseldorfer Landtag | WDR aktuell

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31 Sek. Verfügbar bis 09.07.2027

Krankentaxis vor dem Aus? Demo vor dem Düsseldorfer Landtag

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Adrian Blaschke aus Ahlen leitet seit 20 Jahren eine Firma für Krankenfahrten. Der gelernte Rettungsassistent konnte von seinem Fahrdienst gut leben, bis die Kostenexplosion der letzten Jahre sein Unternehmen in die Krise stürzte. Zusammen mit anderen Branchenkollegen protestiert er heute vor dem Landtag in Düsseldorf.

"Heute Chef – morgen Patient. Wer fährt mich dann?", heißt es auf einem der Schilder der Demonstrierenden vor dem Düseldorfer Landtag. Sie fordern bessere Bedingungen und eine bessere Versorgungssicherheit für Krankenfahrten. 50 leere Rollstühle haben sie vor dem Landtag aufgestellt, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen.

Wer trägt die Kostenexplosion?

Das Bild zeigt den Vorsitzenden des Verbands der Kranken- und Behindertenfahrdienste NRW Stefan van Asch

Vorsitzender des Verbands der Kranken- und Behindertenfahrdienste NRW Stefan van Asch

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Der Verband der Kranken- und Behindertenfahrdienste hat zu dem landesweiten Protest aufgerufen. Er kritisiert, Löhne, Diesel, Versicherungen, gesetzliche Vorgaben würden teurer, aber die Krankenkassen drückten die Vergütung – oder verweigerten sie gänzlich für personalintensive Trage- und Liegendtransporte. Die Betreiber fürchten, dass explodierende Kosten und Personalmangel dazu führen, dass die Fahrten keiner mehr übernehmen kann. Im Vergleich zu anderen Bundesländern hat Nordrhein-Westfalen keinen einheitlichen Rahmenvertrag für Kranken- und Behindertenfahrdienste.

Krankentaxis vor dem Aus? Demo vor dem Düsseldorfer Landtag

WDR Studios NRW 09.07.2025 46 Sek. Verfügbar bis 09.07.2027 WDR Online

Krankenfahrten zu lebenswichtigen Therapien

Eine Menschenkette steht hinter ein paar Rollstühlen und einem auf dem Boden liegenden Banner.

Der Verband vertritt über 90 Unternehmen, die mit mehr als 600 Spezialfahrzeugen monatlich rund 75.000 Patientinnen und Patienten zu lebenswichtigen Behandlungen wie zum Beispiel Dialyse, Bestrahlung oder Chemotherapie in NRW befördern.

Krankenfahrten bringen keinen Gewinn

Adrian Blaschke aus Ahlen leitet seit 20 Jahren eine Firma für Krankenfahrten. Jetzt steckt die Branche in der Krise. Er sagt, seine Kosten seien mittlerweile so hoch, dass er bei einfachen Stadtfahrten keinen Gewinn mehr erwirtschafte. Die Kassen zahlen ihm eine Pauschale von 56,50 Euro für den Transport eines Menschen in einem Tragestuhl.

Branche der Krankentaxen hat Zukunftssorgen

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Lokalzeit Münsterland 08.07.2025 2 Min. 34 Sek. Verfügbar bis 08.07.2027 WDR Von Max Meis

Als wir ihn und seinen Mitarbeiter auf einer Fahrt begleiten, wird deutlich, wie aufwendig ein solcher Einsatz ist. Die beiden Männer fahren eine Adresse in Ahlen an und tragen einen 81-Jährigen aus seiner Wohnung im 3. Stock nach unten. Im Spezialfahrzeug geht es zum Arzt, dort warten die Fahrer mit dem Patienten, bis der Termin vorbei ist. Nach 30 Minuten geht es zurück, bis der ältere Herr wieder auf seinem Sofa sitzt.

Die Rechnung geht für Krankentaxis nicht mehr auf

Ein Patient wird aus dem dritten Stock nach unten getragen

Ein Patient wird aus dem dritten Stock nach unten getragen

Bildquelle: WDR / Meis

Anderthalb Stunden Arbeit für zwei Mitarbeiter. Am Ende zahlt die Kasse zwei Mal 56,50 Euro, also insgesamt 113 Euro. Personal, Kraftstoff, Finanzierung der Spezialfahrzeuge, Reparaturen, Reinigungskosten, Desinfektionsmittel, Einweg-Handschuhe, all das muss damit bezahlt werden. "Am Ende bleibt nichts über", sagt Blaschke und fordert von den Krankenkassen 100 Euro für eine Stadtfahrt, also 200 für Hin- und Rückfahrt.

Eine ganze Branche betroffen

Weil es der ganzen Branche in NRW so geht, hat sich der "Verband der Kranken- und Behindertenfahrdienste in NRW" (VdKBf) gegründet. 90 Firmen sind darin organisiert, zusammen leisten sie rund 75.000 Fahrten im Monat. Am 9. Juli werden sie vor dem Landtag NRW protestieren und hoffen, dass Politik und Kassen reagieren.

Was sagen die Krankenkassen?

Adrian Blaschke sitzt in blauem Hemd in einem Krankenwagen

Adrian Blaschke aus Ahlen

Bildquelle: WDR / Meis

Auf unsere Anfrage erteilt der "Verband der Ersatzkassen (vdek)" den Forderungen der Fahrdienste eine klare Absage: "Eine Verdopplung der Vergütung läge weit entfernt von einer wirtschaftlichen Leistungserbringung und jenseits der Entwicklung der Grundlohnsumme, um eine Beitragsstabilität zu gewährleisten." Streikaktionen kritisiert der "vdek" als unverantwortlich den Patientinnen und Patienten gegenüber.

Adrian Blaschke hat bereits angekündigt, die Krankenhäuser im Kreis Warendorf nicht mehr anzufahren, sollte er bis Donnerstag (10.7.) keine Gesprächsangebote der Krankenkassen bekommen.

Krankentaxi-Unternehmen in NRW droht die Pleite

WDR Studios NRW 09.07.2025 45 Sek. Verfügbar bis 09.07.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Adrian Blaschke
  • Reporter vor Ort
  • Kreis Warendorf
  • VdKBf e.V. - Verband der Kranken- und Behindertenfahrdienste in NRW
  • vdek - Verband der Ersatzkassen e.V.

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