Ein Storch füttert vier Junge in einem Storchennest.
WDR. 00:50 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Rekord in Minden-Lübbecke : Mehr Störche als je zuvor
Stand:
Vor 35 Jahren wäre der Storch in der Region fast ausgestorben. Dieses Jahr nisten hier so viele Störche wie noch nie. Vogelschützer und Anwohner freuen sich über die geliebten Gäste, gleichzeitig sind sie manchmal auch chaotische Nachbarn.
194 Storchenpaare haben sich in diesem Jahr im Kreis Minden Lübbecke niedergelassen. Das seien ganze 30 Paare mehr als noch 2024. Auch beim Nachwuchs gibt es Grund zur Freude: 329 Jungstörche hätten das Nest schon verlassen oder stünden kurz davor, sagt Alfons Rolf Bense. Der Vogelschützer zählt die Tiere ehrenamtlich mit seinem Verein.
"Diese Entwicklung ist begeisternd. Wir haben viel gearbeitet. Im Aktionskomitee und ehrenamtlich haben wir viel getan." Alfons Rolf Bense, Vogelschützer
Alfons Rolf Bense hat die Entwicklung begleitet.
Chaotische Nachbarn
Die Störche suchen sich immer häufiger Häuser, Bäume und Hochspannungsmasten als Nistplatz aus, auch weil künstliche Nisthilfen langsam knapp werden. Die neuen Nachbarn können trotz aller Freude auch zur Herausforderung werden, zum Beispiel wenn sie Nester bauen und überall in der Nachbarschaft Äster und Stöcker herumliegen.
"Ich glaube, wer das noch nicht gesehen hat, der kann sich das nicht vorstellen. Wir räumen manchmal zwei bis drei Schubkarren voll Stöcker weg." Andrea Humke
Hoch aufs Dach: Da fühlen sich Störche besonders wohl. Denn künstliche Nisthilfen werden langsam knapp.
Auf dem Hof von Andrea Humke wohnen die Störche fast überall. Mindestens fünf Nester schmücken hier die Dächer und Bäume, vielleicht sogar mehr. Ganz genau weiß Andrea Humke das nicht mehr. Trotzdem freut sie sich über den Zuwachs der letzten Jahre.
Der Weg aus der Krise
Heute kann man sich schwer vorstellen, wie schlecht es um die Störche vor 35 Jahren noch stand. Nur drei Brutpaare wurden damals in ganz NRW gezählt - alle in Petershagen im Kreis Minden-Lübbecke.
Ein Grund für die positive Entwicklung könnte sein, dass die Tiere sich neue Orte zum Überwintern suchen. Statt sich auf die gefährliche Reise nach Afrika zu machen, bleiben viele Tiere in Südeuropa.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Beobachtungen der Reporterin vor Ort
- Gespräche mit Anwohnerin Andrea Humke
- Gespräche mit Vogelschützer Alfons Rolf Bense
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 29.07.2026, 17:31 Uhr