Baby-Livestream aus der Frühchen-Station
Bildquelle: WDR/picture alliance/ ZBWDR. 1 Min. 43 Sek.. Verfügbar bis 26.08.2028.
Eigentlich ist es nur ein kleiner weißer Kasten an einem langen Metallstab, der über den Betten der Frühchen hängt. Doch für die frischen Eltern ist es eine wichtige Möglichkeit, ihrem Baby nah zu sein. Im Kasten ist eine Kamera. Die sendet ein Livebild vom Kind direkt an die Eltern – rund um die Uhr können sie so nach ihrem Kind schauen.
"Wir haben nun mal gerade bei diesen extrem Frühgeborenen leider nicht die Möglichkeit, dass die Eltern dauerhaft mit auf der Station übernachten. Und dann gibt es immer wieder Zeiten, in denen die Eltern ihre Kinder vermissen, und so geben wir ihnen die Möglichkeit, dass sie sie auch von zu Hause aus sehen können." Dr. Katja Schneider, Chefärztin Neonatologie am St. Marien Hospital Bonn
Dr. Katja Schneider, Chefärztin Neonatologie am St. Marien Hospital Bonn
Bildquelle: Max Schlösser/WDRDie Eltern, die Babywatch bereits nutzen seien zufrieden, berichtet Dr. Katja Schneider Chefärztin der Neonatologie am St. Marien Hospital. Manche müssten sich aber erst selber an die Situation gewöhnen und sich dabei zurückhalten, nicht ständig auf das Handy zu gucken.
Baby-Livestream: Auf Privatsphäre wird geachtet
Nur die Eltern des Kindes haben Zugriff auf den Livestream. Sie können ihn über einen Link auf dem PC oder Smartphone abrufen. Das Krankenhauspersonal hat keinen Zugang zum Stream – auch nicht im Nachhinein, die Aufnahmen werden nämlich nicht gespeichert.
Die Kamera hängt über dem Bett der Babys
Bildquelle: Max Schlösser/WDRInsgesamt drei Kamerasysteme hat das Krankenhaus angeschafft. Sie wurden mit Hilfe von Spenden finanziert. Für die Eltern ist das Angebot kostenlos, gleichzeitig hilft es ihnen auch dabei, die Behandlung ihres Kindes besser zu verstehen.
"Wir regen auch die Eltern dazu an: Wenn sie [im Livestream] irgendwas sehen, was sie nicht verstanden haben, dass sie uns fragen. Das ist unterstützend und das trägt dazu bei, dass man noch besser in Kommunikation ist." Dr. Katja Schneider, Chefärztin Neonatologie am St. Marien Hospital Bonn
Auf der Frühchen-Station: Ähnliches Modell am UKB
Am Universitätsklinikum Bonn haben sie schon ein paar Jahre Erfahrung mit ähnlichen Überwachungssystemen für Babys. Hier kommen neben Kameras auch Armbänder zum Einsatz, mit denen Eltern die Vitalwerte ihres Kindes im Blick behalten können. Die Eltern, die das nutzen, seien zufrieden, teilt das Uniklinikum auf WDR-Anfrage mit. Allerdings werde das Angebot nicht so häufig angenommen, wie ursprünglich erwartet.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- WDR-Gespräch mit Dr. Katja Schneider
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 26.08.2026, 19.30 Uhr