Protestierende kleben sich vor Rheinmetall in Bonn fest
Bildquelle: WDR / Josef KaiserWDR. 1 Min. 42 Sek.. Verfügbar bis 28.08.2028.
Im strömenden Regen haben Polizisten den Kleber gelöst, mit dem sich die Demonstrierenden festgeklebt hatten. Nach rund 15 Minuten war dann alles vorbei. Vorher hatten die Demonstrierenden über Stunden die Werkszufahrt zu Rheinmetall in Bonn-Beuel blockiert. Sie werden jetzt von der Polizei erkennungsdienstlich behandelt und ins Polizeipräsidium nach Bonn gebracht.
Der Pförtner von Rheinmetall hatte gegen 5:40 Uhr die Polizei gerufen, weil sich Personen in der Werkszufahrt versammelt hatten. Die Polizei rückte mit vielen Kräften ins Gewerbegebiet Beuel-Ost. Rund 20 Demonstrierende hatten sich dort an verschiedenen Orten an dem Gelände versammelt. Rund um das Werksgelände des Rüstungskonzerns an der Pützchens Chaussee und dem Pfaffenweg kam es wegen des Polizeieinsatzes zu Verkehrsbehinderungen.
Demonstrierende blockieren die Zufahrt bei Rheinmetall
Bildquelle: WDR / Josef KaiserEine Aktivistin hat vor Ort angegeben, dass die Demonstrierenden zur Gruppe "Peacefully against Genocide" gehören. Ihren Angaben nach soll es am Freitag bundesweit noch weitere Protestaktionen an anderen Standorten von Rheinmetall geben.
Polizei ermittelt wegen Nötigung
Polizeisprecher Simon Rott erklärte nach Ende des Einsatzes, dass die Beamten die Personalien der Protestierenden aufgenommen haben. Nun soll geprüft werden, ob es sich bei der Aktion der Protestierenden um Nötigung handelt. Die Protestform, bei der sich Menschen auf Asphalt festkleben, kenne die Polizei schon von den sogenannten Klimaklebern erzählt er. "Das sind dann auch Einsatzerfahrungen, auf die wir in diesem Fall dann auch zurückgreifen konnten". So dauerte es es nicht lange, bis die Einsatzkräfte den Klebstoff von Händen und Asphalt lösen konnten.
Rheinmetall hatte Proteste erwartet
Demonstrierende bei Rheinmetall
Bildquelle: WDR / Josef KaiserNach Angaben des Geschäftsführers der Rheinmetall Protection Systems GmbH hatte die aktuelle Protestaktion keinen Einfluss auf die Arbeitsabläufe. Man habe sich schon vorab auf diese Situation vorbereitet. Das Unternehmen hatte nämlich Demonstrationen erwartet, weil für nächste Woche ein großes Protestcamp in Köln mit dem Namen "Rheinmetall entwaffnen" geplant ist.
Protestcamp "Rheinmetall entwaffnen" in Köln
Die Kölner Polizei bereitet sich für kommende Woche von Dienstag bis Sonntag auf eine Dauerversammlung im Inneren Grüngürtel vor. Dabei wird mit bis zu 500 Teilnehmenden gerechnet. Dadurch kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Am 1. September ist der sogenannte "Antikriegstag". Da erwartet die Polizei besonders viele Versammlungen und wird mit bis zu 1.000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein.
Unsere Quellen:
- Polizei Bonn
- Polizei Köln
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Polizei löst angeklebte Demonstrierende, 28.08.2026, 14 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 28.08.2026, 19:30 Uhr
