Der Bunker wurde bei Bauarbeiten entdeckt
Bildquelle: Caroline Jüngermann / WDRWDR. 01:39 Min.. Verfügbar bis 21.08.2028.
Eigentlich sollte nur die Straße neu saniert werden. Als dann unter der Erde ein Bunker gefunden wird, ist zunächst nicht klar, wie es weitergeht.
Historisches Denkmal erhalten?
Der Landschaftsverband Rheinland dokumentierte den Befund und fand heraus: Der Luftschutzbunker stammt aus dem Zweiten Weltkrieg und wurde auch benutzt, das zeigen kleine Inschriften, so LVR-Pressesprecher Jens Schubert.
Bei den Untersuchungen stellten sie fest: Der Bunker ist mit Asbest belastet. Alleine dadurch sei er nicht vollständig zugänglich zu machen. Und dann liegt er auch noch genau dort, wo eigentlich Autos und Busse fahren. Der LVR stimmte deswegen dem Teilabriss zu, weil die Baumaßnahmen sonst gar nicht möglich gewesen wären.
Die Spezialsandmischung erhält die Statik des Bunkers und kann theoretisch wieder herausgeholt werden
Bildquelle: Caroline Jüngermann / WDRDer Bunker kommt wieder unter die Erde
Deckenreste des Bunkers sollen von einer Spezialfirma abgebrochen und entsorgt werden. Alles, damit der Verkehr auf der gesamten Straße wieder fließen kann. Ganz aufgeben wollen die Denkmalschützer vom LVR den Bunker jedoch nicht. Er soll vorerst als Bodendenkmal unter der Erde erhalten bleiben und wird deshalb mit einer speziellen Masse zugeschüttet.
"So kann er auch für zukünftige Generationen noch erhalten bleiben." Jens Schubert, Landschaftsverband Rheinland
Zu einem späteren Zeitpunkt könnte das Spezialmaterial wieder entfernt werden und der Bunker mit moderneren Methoden untersucht werden.
Die Straße soll bald wieder vollständig befahrbar werden
Bildquelle: Caroline Jüngermann / WDRUnmut bei Anwohnern und Geschäftsbetreibern
Die Anwohner und Geschäftsleute in Bunkernähe sind sauer. Wegen der Straßensperrung und damit verbunden, dass weniger Kunden zu ihm finden, erzählt Buchhändler Philipp Seehausen, sei sein Umsatz um 30 Prozent gesunken. Er führt eine Buchhandlung direkt in der Nähe des Bunkers, musste sein Team deswegen auch verkleinern.
Berta-Lungstras-Straße zum Teil bald wieder befahrbar
Nach Angaben der Stadt soll die Berta-Lungstras-Straße zwischen Lievelingsweg und Paulusplatz ab dem letzten Augustwochenende wieder befahrbar sein. Bis sich die Straßendecke auch über dem Bunker schließt und die 450 Meter lange Straße vollständig befahrbar wird, dauert es jedoch noch länger.
Unsere Quellen:
- Stadt Bonn
- WDR-Gespräch mit Jens Schubert, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
- WDR-Gespräch mit Buchhändler Philipp Seehausen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 21.08.2026, 18:09 Uhr
