Das "Bad" in Bad Godesberg wird 100 Jahre alt
Bildquelle: WDR/Gisela HartmannWDR. 3 Min. 12 Sek.. Verfügbar bis 04.09.2028.
Im Pavillon an der Draitschquelle hat sich eine kleine Schlange gebildet. Ein Kunde hat einen Einkaufswagen mit leeren Wasserflaschen dabei, einer hält einen leeren Kanister in der Hand und eine Kundin möchte nur zwei Gläser Wasser und einen Napf für ihren Dackel aufgefüllt bekommen. Routiniert und fröhlich füllt Reinhard Kalz die Behältnisse auf. Die Familie seiner Frau Bettina ist seit fast 50 Jahren Pächter der Bad Godesberger Draitschquelle.
Das Heilwasser sprudelt hier aus drei parallelen Wasserhähnen, die Reinhard Kalz je nach Bedarf einzeln oder gleichzeitig laufen lässt. Dass das Wasser gesunde Inhaltsstoffe wie etwa Eisen und Magnesium hat, weiß man schon seit Ende des 18. Jahrhunderts.
Bad Godesberger Draitschquelle: Heilwasser hat eine lange Geschichte
Damals empfahl der Leibarzt des Kölner Kurfürsten Max Franz, das Wasser regelmäßig zu trinken. Mit Max Franz kam Deutschlands High Society in die kleine Stadt am Rhein, die damals noch nicht zu Bonn gehörte. Die positive Wirkung des Wassers wurde mit der Zeit immer bekannter und Godesberg als Kurort immer beliebter.
Vor 100 Jahren wurde Godesberg offiziell Kurstadt
1926 erhielt die Stadt dann den Titel Bad. Bis heute ist das Wasser über die Stadtgrenzen bekannt:
"Wir haben Kunden in den Niederlanden, in der Schweiz, aus Leipzig und aus dem Ruhrgebiet. Die kommen entweder mit großen Behältern, manchmal auch mit Kanistern, aber auch mit großen Kästen und dann gibt es auch immer den obligatorischen Plausch. Ich sage immer: Hier am Draitschbrunnen gibt es nicht nur Wasser, es ist auch ein Ort der Kommunikation." Reinhard Kalz, Draitschbrunnen
Das 100-jährige Bestehen als Kurstadt feiert Bad Godesberg heute an zwei Standorten: Am Draitschbrunnen vor dem Pavillon und im nahe gelegenen Kurpark.
Zeitreise in die 1920er an der Konzertmuschel in Bad Godesberg
An der Konzertmuschel präsentiert sich alles im Stil der 1920er Jahre. Sabine Köhne-Kayser vom Bad Godesberger Kulturverein KuKuG e.V. hat sich ein schwarzes Kleid mit silbernen Fransen übergezogen.
"Wir machen eine Zeitreise, das war unser Ziel. Wir haben sofort gesagt, wir wollen ins Jahr 1926 zurückreisen." Sabine Köhne-Kayser, KuKuG e.V.
Neben Musik aus den goldenen Zwanzigern sollen 15 historische Reisekoffer versteigert werden. Einige stammen tatsächlich aus dem Jahr 1926.
Unsere Quellen
- Beobachtungen der Reporterin vor Ort
- KuKuG e.V.
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 04.09.2026, 19:30 Uhr
