Endstation Bonner Nordstadt: Mit seinem Audi (rechts) stoppte ein Autofahrer die Irrfahrt.
Bildquelle: WDR / Christoph HensgenDie Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann versuchten Mord vor. Sie beantragt, den Beschuldigten in eine psychiatrische Klinik einzuweisen.
Beschuldigter hinterlässt Spur der Verwüstung
Mit diesem Baunzaun soll der Beschuldigte in Beuel kollidiert sein.
Bildquelle: WDR / Christoph HensgenEs war am frühen Abend des 3. Dezember 2025 eine Irrfahrt von der Bonner Innenstadt nach Beuel und zurück in die Bonner Innenstadt. Nur etwa 45 Minuten war der 25-Jährige unterwegs. Trotz der kurzen Fahrzeit hinterließ er dabei laut Staatsanwaltschaft eine Spur der Verwüstung.
Mehrere beschädigte Autos, Schilder, ein Bauzaun, eine Ampel. Und um ein Haar hätte die Fahrt des Mannes einem 78-Jährigen das Leben gekostet, so der Vorwurf.
Mercedes G-Klasse von Autowerkstatt gestohlen
Anfang Dezember soll der 25-Jährige einen Mercedes der G-Klasse auf dem Gelände einer Autowerkstatt im Bonner Norden gestohlen haben und losgefahren sein. Einen Führerschein besaß der junge Mann nicht. Über den Bertha-von-Suttner-Platz und die Kennedybrücke ging es nach Beuel – und von dort wieder über den Rhein zurück, zum Ausgangspunkt der Fahrt: auf die Bornheimer Straße.
Staatsanwaltschaft: Irrfahrt endet um ein Haar tödlich
Auf diesen VW fuhr der Beschuldigte auf der Bornheimer Straße ungebremst auf.
Bildquelle: WDR / Christoph HensgenAm Kreisel Ellerstraße, so die Staatsanwaltschaft, fuhr der Mann schließlich ungebremst auf den Wagen eines 78-Jährigen auf, schob ihn mit voller Wucht in den Kreisverkehr. Als der Senior ausstieg, um den Schaden zu begutachten, soll der Beschuldigte den gestohlenen Mercedes zurückgesetzt und auf den 78-Jährigen zugefahren sein.
Durch den Aufprall wurde der Mann - zu seinem Glück - so zur Seite geschleudert, dass er nicht direkt vom Geländewagen erwischt wurde.
Anderer Autofahrer verhindert Schlimmeres
Dann, so die Staatsanwaltschaft, habe der Mann den Rückwärtsgang eingelegt und sei mit Vollgas auf den am Boden liegenden Verletzten zurückgesetzt - ohne ihn zu berühren. Dann habe er wieder den Vorwärtsgang eingelegt und Gas gegeben. Nur, weil ein anderer Autofahrer die Szene beobachtet und geistesgegenwärtig sein Auto zwischen den Geländewagen und den Verletzten gesetzt habe, sei Schlimmeres verhindert worden.
Der 25-Jährige sprang aus dem beschädigten SUV und flüchtete zu Fuß, konnte aber kurz darauf festgenommen werden. Der 78-Jährige erlitt Schürfwunden am Kopf und Prellungen am ganzen Körper.
Vorwurf: Auto wie eine Waffe benutzt
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-Jährigen einen versuchten Mord vor. Außerdem gefährliche Körperverletzung, ein illegales Rennen und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Der junge Mann habe den gestohlenen Geländewagen wie eine Waffe benutzt.
Weil der Beschuldigte bei der Irrfahrt unter einer Psychose gelitten habe und nicht voll schuldfähig gewesen sei, hat die Staatsanwaltschaft die Unterbringung des 25-Jährigen in einer psychiatrischen Klinik beantragt. Er sei eine Gefahr für die Allgemeinheit.
Richter entscheiden Ende September
Für den Prozess hat das Gericht insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt. Eine Entscheidung wird Ende September erwartet.
