35 Grad auf der Intensivstation: Bonner Krankenhaus nicht klimatisiert

WDR 01:55 Min. Verfügbar bis 01.07.2028

35 Grad auf Intensivstation Gefährliche Hitze in Bonner Krankenhaus

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Die Hitzewelle brachte Krankenhäuser an ihre Grenzen: Ein anonymer Hinweis macht nun einen extremen Fall aus Bonn öffentlich.

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Märte Burmeister

Extreme Hitze, und das auch noch auf der Intensivstation - davon berichtet in einer anonymen Mail an den WDR ein Mitarbeiter des St. Josef Hospitals in Bonn. Über das Wochenende hätten die Temperaturen in den Räumen des Krankenhauses zeitweise über 35 Grad gelegen.

Nahezu alle Patienten würden auch ohne Infektion erhöhte Körpertemperaturen entwickeln und müssten mit improvisierten Methoden gekühlt werden. Von Kühlpacks ist die Rede und von Arbeiten im Dunkeln bei geschlossenen Rollläden und mit nassen Tüchern am Körper zum Kühlen.

Problem in Bonner Klinik seit Jahren bekannt

Dass es in dem Bonner Krankenhaus auf der Intensivstation keine Klimaanlage gibt, ist dem anonymen Hinweis nach kein neues Problem: Seit Jahren passiere nichts, heißt es. Auch für Bettina Jalowy ist das nicht neu. Sie leitet seit 15 Jahren das Pflegeteam auf der Intensivstation im Bonner St. Josef Hospital.

Bettina Jalowy, Leiterin der Pflege auf der Intensivstation in eiem Gang des Krankenhauses

Bettina Jalowy, Pflegedienstleitung

"Das ist nicht die erste Hitzewelle, die wir durchleben mussten ohne Klimaanlage", sagt sie. Doch dieses Jahr sei es extrem gewesen. Ventilatoren, Rollos, Cold Packs und Kühltücher würden nur kurzfristige Erleicherung bringen.

Warten auf den Förderbescheid für Neubau mit Klimaanlage

Dabei ist die langfristige Erleichterung in Form einer klimatisierten Intensivstation eigentlich schon lange geplant, erklärt Ingo Morell von der Geschäftsleitung der GFO, der Gesellschaft, zu der das St. Josef Hospital gehört:

Ingo Morell im Gespräch mit Hans Peter Reuters.

Ingo Morell von der GFO-Geschäftsleitung (links) im Gespräch mit Hans Peter Reuters, Leitender Oberarzt in der Zentralen Notaufnahme

"Wir haben im Jahr 2019 einen Förderantrag gestellt auf Neubau einer Intensivstation - dann mit Klimaanlage", erklärt er, "deswegen ist die Klimatisierung der Intensivstation immer wieder hinausgeschoben worden, weil wir immer dachten, wir kriegen jetzt den Förderbescheid und dann können wir es richtig komplett neu machen."

Erst jetzt im Frühjahr, sieben Jahre später, ist der Bescheid da und der Bau kann beginnen. Er wird aber auch noch mal rund fünf Jahre dauern. Immerhin: Für den Übergang wurden nun mobile Klimageräte geliefert.

Kein Einzelfall: Hitze wird zum Problem für Krankenhäuser

Das St. Josef Hospital ist offenbar kein Einzelfall. So fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz jetzt ein "Hitzestopp-Investitionsprogramm" in Höhe von 30 Milliarden Euro, das der Bund komplett bezahlen soll und das bis spätestens 2027 umzusetzen sei.

Unsere Quellen:

  • Anonyme Mail an den WDR
  • Bettina Jalowy, Stationsleitung Pflege Intensivstation am St. Josef Hospital Bonn-Beuel
  • Geschäftsleitung der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO)
  • Deutsche Stiftung Patientenschutz

Keine Klimaanlage auf Intensivstation in Bonn

WDR 30.06.2026 00:40 Min. Verfügbar bis 29.06.2028

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Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 30.06.2026, 19:30 Uhr

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