Wer im Garten von Marius Krauthausen steht, kann sie nicht übersehen: Die rund sechs Meter hohe Hopfenpflanze, die an der Fassade des Wohnhauses bis zum Balkon rankt.
Der Hopfen wächst mittlerweile bis zum Balkon
Bildquelle: WDR/Judith ReuberBis zum Dach würde die Pflanze es auch locker schaffen, erklärt Krauthausen. Seine Pflanze schätzt er auf sechs Meter. "Also das ist schon irgendwie jedes Jahr wieder bemerkenswert."
Die Pflanze wächst in einem großen Kübel, der in seinem Garten steht. In dem Kübel wuchsen vorher auch andere Gemüsesorten, aber der Hopfen hat sie mittlerweile verdrängt.
Die Wurzeln der Hopfen-Pflanze sind in diesem Kompostbehälter
Bildquelle: WDR/Judith ReuberIn den Kübel wirft Krauthausen seinen Biomüll, darin entsteht dann Kompost, der den Hopfen mit Nährstoffen versorgt.
"Ein bisschen bisschen ekelhaft vielleicht auch, wenn man mal bedenkt, was man da alles draufschmeißt an Kaffee, Kartoffelschalen, Eierschalen, alles was man so kompostieren kann eigentlich." Marius Krauthausen, Hobbybrauer
In dem Kompost leben mittlerweile viele Organismen. "Wir haben auch Rosenkäferlarven" erzählt er stolz. Der Kompost wirkt als Dünger für den Hopfen.
Hopfenpflanze kämpft mit der Trockenheit
Eigentlich ist bald Erntezeit. Dann werden die Blüten groß und bilden sogenannte Dolden. Die werden dann später zum Bierbrauen gebraucht. Aber in diesem August sind die Blüten noch deutlich kleiner.
Die Blüten sind in diesem Jahr deutlich kleiner als in den letzten Jahren
Bildquelle: WDR/Judith ReuberSchuld ist der wenige Regen in diesem Jahr. Die Regentonne von Krauthausen ist leer und mit Wasser aus dem Schlauch will er nicht gießen.
"Ich seh es einfach nicht ein, hier so kubikmeterweise Trinkwasser reinzupumpen." Marius Krauthausen, Hobbybrauer
In diesem Jahr würde die Ernte vermutlich kleiner ausfallen - und später. Aber seine Bierproduktion gefährdet das nicht. "Von dem Rohstoff Hopfen hab ich tatsächlich mehr als ausreichend", sagt er und lacht.
Dolden an der Hopfen-Pflanze im letzten Jahr
Bildquelle: WDR/privatIm Sommer hat er wenig Arbeit mit dem Hopfen. Die Ernte allerdings sei "richtig viel Arbeit", sagt Krauthausen. Dann schneidet er die Pflanze einmal komplett runter. Am einfachsten geht das am Balkon.
Da kommt er am besten dran, berichtet Krauthausen und zeigt auf die Ecke an der die Pflanze die Hauswand runter wächst. "Und da ab da hab ich schon keine Lust mehr," lacht er. Beim Ernten muss er lange Kleidung tragen, weil der Hopfen kleine Widerhaken hat, an denen man sich sonst verletzen kann.
Krauthausen ist Teil der "Bonner Heimbrauer"
Hilfe bekommt er von seinen Kollegen im Verein der "Bonner Heimbrauer". Alle Mitglieder brauen ihr eigenes Bier zu Hause und treffen sich einmal im Monat, um die verschiedenen Biere zu verköstigen. Im November gibt es dann auch die Bonner Brauschau.
Da kommen Hobbybrauer aus der ganzen Welt zusammen. Dort kann dann auch die Öffentlichkeit das Bier von Krauthausen und seinen Kollegen probieren.
Vom Hopfenpäckchen zur eigenen Pflanze
Die Pflanze hat er im Internet bestellt. Angefangen zu brauen hat er mit abgefülltem Hopfen in kleinen Päckchen, aber mit einer eigenen Pflanze könne man mehr experimentieren. Wichtig sei die richtige Lage: Der Hopfen braucht viel Sonne. Am besten pflanzt man sie im Frühjahr ein. Je älter sie wird, desto stärker werden die Wurzeln.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- WDR-Interview mit Marius Krauthausen
Sendung: WDR.de, Marius zieht Hopfen bis auf den Balkon, 23.08.2026, 9 Uhr
